Finanzen

Großbank: Europa verliert gegen USA

Die zehn größten Banken Europas haben zuletzt gut verdient. Doch die Wettbewerber in den USA bleiben unerreicht: JPMorgan Chase macht mehr als doppelt so viel Gewinn wie Europas Spitzenreiter HSBC.
01.09.2026 11:38
Aktualisiert: 01.09.2026 11:38
Lesezeit: 2 min
Großbank: Europa verliert gegen USA
Großbank: JPMorgan lässt Europas Banken weit hinter sich. (Bild: dpa) Foto: Julian Degler

US-Konkurrenz enteilt Europas Großbanken

Die US-Konkurrenz ist Europas führenden Banken trotz besserer Geschäfte auch diesseits des Atlantiks im ersten Halbjahr erneut weiter enteilt. Während die zehn größten europäischen Institute ihren Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 21 Prozent steigern konnten, ging es für die Wettbewerber in den Vereinigten Staaten um 42 Prozent nach oben. Das geht aus einer Analyse des Beratungs- und Prüfungsunternehmens EY hervor.

Demnach kamen die nach Bilanzsumme zehn größten Banken in Europa zusammen auf rund 58,7 Milliarden Euro Nettogewinn. Bei den Top-10 in den USA waren es mit gut 110,6 Milliarden Euro fast doppelt so viel. Zugleich war dies ein Rekordwert für die ersten sechs Monate in der vergangenen Dekade.

"Alle untersuchten Banken können auf ein außergewöhnlich gutes Halbjahr zurückblicken", resümierte EY-Partner Ralf Eckert. "Zugleich müssen wir aber konstatieren, dass der amerikanische Vorsprung größer geworden ist und weiterhin substanziell ist." Vor allem US-Institute könnten nach Eckerts Einschätzung mit Blick auf ein weiterhin gutes Umfeld für Börsengänge mit anhaltend hohen Handelserlösen rechnen, die ihre europäischen Pendants nicht erreichen. "In Konsequenz dürfte sich so die Ertragslücke weiter ausweiten."

Helfen Fusionen den Europäern?

Braucht Europa größere Banken? EY-Partner Gunther Tillmann meint: "Fusionen um jeden Preis können nicht die Antwort in Europa auf den zunehmenden Konsolidierungsdruck sein. Die Unterschiede der Ertragsstruktur mit starkem Fokus auf Zinsertrag und entsprechender Kapitalisierung der europäischen Banken bleiben."

JPMorgan unangefochtener Spitzenreiter

Spitzenreiter der untersuchten Banken war der Analyse zufolge erneut mit weitem Abstand die US-Großbank JPMorgan Chase. Sie verdiente im ersten Halbjahr vor Steuern umgerechnet gut 42 Milliarden Euro und kam unter dem Strich auf fast 33 Milliarden Euro Gewinn.

Das höchste Ergebnis unter den europäischen Großbanken erzielte der EY-Analyse zufolge die HSBC mit rund 17,1 Milliarden Euro vor Steuern und rund 13,4 Milliarden Euro nach Steuern.

Zum Vergleich: Die Deutsche Bank als einziges deutsches Institut unter den 20 berücksichtigten Geldhäusern kam auf einen Halbjahresgewinn von gut 5,7 Milliarden Euro vor Steuern. Davon blieben unter dem Strich rund 3,6 Milliarden Euro bei den Aktionärinnen und Aktionären des Dax-Konzerns hängen.

Ihre Profitabilität haben Banken auf beiden Seiten des Atlantiks gesteigert: Die europäischen Großbanken erhöhten ihre Eigenkapitalrendite (Return on Equity/RoE) von 10,5 Prozent ein Jahr zuvor auf 12,3 Prozent. Die Eigenkapitalrentabilität der amerikanischen Banken erhöhte sich noch etwas stärker von 11,3 Prozent auf 15 Prozent. Die Eigenkapitalrendite gibt an, wie effizient Banken Kapital zur Erzielung von Gewinnen einsetzen.

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