Wirtschaft

Hoffnung für die Wirtschaft? Ifo erhöht Prognose deutlich

Die deutsche Wirtschaft kommt überraschend kräftig aus der Krise – doch der Aufschwung hat einen hohen Preis. Das Ifo-Institut hebt seine Prognose deutlich an, warnt aber zugleich vor steigenden Staatsschulden und Inflation.
03.09.2026 10:57
Lesezeit: 2 min
Hoffnung für die Wirtschaft? Ifo erhöht Prognose deutlich
Geht es aufwärts? Ifo-Chefkonjunkturforscher Timo Wollmershäusers Prognose ist optimistisch. (Bild: dpa)

Ifo hebt Konjunkturprognose kräftig an

Das Ifo-Institut hat seine Konjunkturprognose für die deutsche Wirtschaft überraschend deutlich angehoben. Die Ökonomen erwarten nun in diesem Jahr ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,4 Prozent – 0,6 Prozentpunkte mehr als bislang. "Lichtblicke zeigen sich insbesondere in der krisengeplagten Industrie", heißt es in dem Papier. Auch im nächsten Jahr könnte sich die deutsche Wirtschaft demnach mit einem BIP-Wachstum von 1,2 Prozent – 0,4 Prozentpunkte mehr als in der Sommerprognose – besser entwickeln als bislang erwartet.

Damit reihen sich die Münchner Wirtschaftsforscher in die optimistischeren Einschätzungen anderer Experten ein. So hatte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erst am Vortag seine Prognose von Juni mit 1,2 Prozent mehr als verdoppelt, nachdem es für dieses Jahr lediglich ein Mini-Wachstum von 0,5 Prozent erwartet hatte.

Hoffnung auch für die Industrie

Zu der positiven Entwicklung tragen nach Einschätzung des Ifo-Instituts sowohl das schuldenfinanzierte Investitionspaket der Bundesregierung als auch die gestiegene Nachfrage aus dem Ausland bei. Beide Faktoren haben laut der neuen Prognose "konjunkturell die Oberhand gewonnen und so stärkere Bremsspuren durch den Energiepreisschock verhindert". Die Industrie, die in den vergangenen Jahren sowohl unter US-Zollerhöhungen als auch unter der erstarkten chinesischen Konkurrenz litt, könnte ihre Wirtschaftsleistung in diesem Jahr demnach sogar um 1,8 Prozent steigern.

Die Konjunktur entwickelt sich demnach trotz der "Störfeuer" der vergangenen Wochen robust. Zu den Störungen zählen die Wissenschaftler neben dem Iran-Krieg auch das Niedrigwasser in den Flüssen. Einen Rückgang der Arbeitslosigkeit erwarten die Münchner Ökonomen in diesem Jahr jedoch nicht.

Nicht nur die Wirtschaft wächst, auch die Staatsschulden

Doch wächst keineswegs nur die Wirtschaft: Die Kehrseite der Medaille ist ein rascher Anstieg der Staatsverschuldung. Das staatliche Finanzierungsdefizit könnte demnach von drei Prozent des BIP im vergangenen Jahr bis 2028 auf 4,6 Prozent anschwellen. Auch die Inflationsrate wird nach der Prognose des Instituts steigen: Für dieses Jahr erwarten die Wissenschaftler eine Teuerungsrate von 2,8 Prozent, 2027 dann sogar drei Prozent – beides deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB).

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