Finanzen

Goldpreis aktuell: Erholung nach dem Fed-Schock – doch Dollar und Zinsen bremsen

Der Goldpreis holt nach heftigen Ausschlägen wieder auf. Doch die erste US-Zinserhöhung seit drei Jahren verändert das Kräfteverhältnis an den Märkten. Anleger müssen nun abwägen, ob geopolitische Unsicherheit den geldpolitischen Gegenwind ausgleichen kann.
17.09.2026 08:32
Lesezeit: 5 min
Goldpreis aktuell: Erholung nach dem Fed-Schock – doch Dollar und Zinsen bremsen
Nach starken Schwankungen stabilisiert sich der Goldpreis aktuell. (Bild: ChatGPT)

Goldpreis aktuell: Erholung nach Fed-Zinsschock bleibt fragil

Der Goldpreis hat sich am Donnerstag im frühen europäischen Handel von seinen jüngsten Verlusten erholt. Am Morgen kostete eine Feinunze am Spotmarkt rund 4.305 US-Dollar und damit etwa ein Prozent mehr als am Vorabend.

Die Erholung folgt auf einen ausgesprochen volatilen Handelstag. Vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank war der Goldkurs am Mittwoch zunächst bis auf 4.365,57 Dollar gestiegen. Nach dem Beschluss der Federal Reserve drehte die Notierung jedoch deutlich ins Minus und fiel zeitweise auf rund 4.240 Dollar. Der Spotpreis verlor damit zwischenzeitlich mehr als ein Prozent.

Trotz des aktuellen Kursanstiegs bleibt die kurzfristige Goldpreis-Entwicklung verhalten. Das Edelmetall notiert weiterhin in der Nähe eines Sechswochentiefs und etwa auf dem Niveau der vergangenen Woche. Für eine nachhaltige Trendwende fehlen bislang klare Impulse.

Fed-Zinsentscheid: Zinssprung stärkt den US-Dollar

Auslöser des jüngsten Rücksetzers war die Geldpolitik der Federal Reserve. Die US-Notenbank erhöhte ihren Leitzins einstimmig um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent. Es war die erste Zinserhöhung seit 2023. Zur Begründung verwies die Fed auf die weiterhin erhöhte Inflation und stellte eine konsequente Rückkehr zum Inflationsziel von zwei Prozent in Aussicht.

Zudem signalisierten die Währungshüter, dass im laufenden Jahr ein weiterer Zinsschritt folgen könnte. Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen stieg daraufhin auf rund 4,71 Prozent, während zehnjährige Papiere knapp unter der Marke von fünf Prozent rentierten. Gleichzeitig erreichte der Dollar gegenüber wichtigen Währungen den höchsten Stand seit sieben Wochen.

Für den Goldpreis ist diese Konstellation grundsätzlich belastend. Das Edelmetall wirft keine laufenden Zinsen ab und verliert deshalb gegenüber höher verzinsten Anleihen an relativer Attraktivität. Ein stärkerer Dollar verteuert Gold außerdem für Käufer außerhalb des US-Währungsraums.

Geopolitische Risiken stützen das Edelmetall

Dass sich der Goldpreis aktuell dennoch oberhalb von 4.300 Dollar stabilisieren kann, zeigt die fortbestehende Nachfrage nach sicheren Anlagen. Die Spannungen im Nahen Osten, hohe Energiepreise und Unsicherheiten über die weitere Inflationsentwicklung begrenzen den Verkaufsdruck.

Allerdings profitiert derzeit auch der US-Dollar von seiner Rolle als sicherer Hafen. Die geopolitischen Risiken wirken daher nicht ausschließlich zugunsten von Gold. Gleichzeitig haben Berichte über zusätzliche saudische Öllieferungen über Oman einige Sorgen vor Versorgungsengpässen gedämpft.

Goldpreis-Prognose: Goldkurs bleibt von Dollar und Renditen abhängig

Kurzfristig dürften vor allem die Entwicklung des US-Dollars, die Anleiherenditen und neue Hinweise auf den nächsten Zinsschritt der Fed über die Richtung entscheiden. Ein anhaltend restriktiver Zinsausblick könnte den Goldpreis weiter bremsen. Nachlassender Inflationsdruck oder eine Verschärfung geopolitischer Krisen würden das Edelmetall dagegen stützen.

Für Anleger bleibt die Lage damit zweigeteilt: Die langfristige Absicherungsfunktion von Gold besteht fort, während das hohe US-Zinsniveau kurzfristig erhebliche Kursschwankungen erwarten lässt.

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Markus Gentner

Markus Gentner ist seit 1. Januar 2024 Chefredakteur bei den Deutschen Wirtschaftsnachrichten. Zuvor war er zwölf Jahre lang für Deutschlands größtes Börsenportal finanzen.net tätig, unter anderem als Redaktionsleiter des Ratgeber-Bereichs sowie als Online-Redakteur in der News-Redaktion. Er arbeitete außerdem für das Deutsche Anlegerfernsehen (DAF), für die Tageszeitung Rheinpfalz und für die Burda-Tochter Stegenwaller, bei der er auch volontierte. Markus Gentner ist studierter Journalist und besitzt einen Master-Abschluss in Germanistik.

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