Finanzen

Dax-Ausblick für den Dezember: Volle Konzenzatrion auf Lagardes milliardenschweres Pandemie-Paket

Eine weitere Erholung von der Pandemie oder doch wieder massive Rückgänge? Das ist die Frage an den deutschen Börsen im letzten Monat des Jahres. Viel wird von der EZB-Chefin Christine Lagarde abhängen, wenn sie am 10. Dezember ihre Entscheidung über die weiteren Pandemie-Hilfen verkündet.
30.11.2020 16:19
Lesezeit: 3 min
Dax-Ausblick für den Dezember: Volle Konzenzatrion auf Lagardes milliardenschweres Pandemie-Paket
Die Aktienmärkten könnten sich auch im Dezember weiter erholen. (Foto: dpa)

Die mögliche Zulassung von Corona-Impfstoffen, die EZB-Entscheidung über das Pandemieprogramm und die Bilanzen von US-Weltkonzernen und deutschen Mittelständlern: Das dürften die wichtigsten Ereignisse im Monat Dezember sein. Davon wird wohl abhängen, ob die deutschen Börsen weiter Zuwächse verbuchen können.

Und diese Gewinne waren im November durchaus ordentlich: So hat das deutsche Leitbarometer ein Plus von fast 16 Prozent auf Niveaus über 13.400 Zähler verzeichnet – also im zweistelligen Prozentbereich. Besonders wichtig ist, dass sich der Index oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 13.000 stabilisiert hat.

Die Märkte haben die Entscheidung von Bund und Ländern in der letzten Novemberwoche, den Lockdown im Dezember zu verlängern, durchaus positiv aufgenommen. Denn der Index legte in den vergangenen sieben Tagen Werte im einstelligen Prozentbereich zu.

Die Entdeckung von Impfstoffen- beispielsweise durch das deutsche Unternehmen Biontech und den US-Konzern Pfizer – dürfte dem Markt keine entscheidenden Impulse mehr geben. Denn die Anleger haben dieses sehr wichtige Ereignis bereits umfassend wahrgenommen, so dass es in den Kursen schon berücksichtigt ist.

Jetzt geht es um die erste Zulassung eines Stoffes, der Prognosen zufolge vielleicht schon im letzten Monat des laufenden Jahres über die Bühne gehen könnte. Dies wäre der nächste wichtige Impulsgeber für die Börsen.

Erhöhung des Pandemiekaufprogramms durch EZB um 500 Milliarden Euro?

Ein Datum müssen sich die Anleger in jedem Fall in ihre Notizbücher schreiben: Am 10. Dezember wird die Europäische Zentralbank (EZB) über die weitere Vergabe des Pandemie-Hilfspakets entscheiden. Der Großteil des Marktes rechnet damit, dass das Institut das Pandemiekaufprogramm PEPP um rund 500 Milliarden Euro erhöhen und bis 2021 verlängern wird. Die Bedingungen für TLTRO-Langfristtender sollen zudem noch interessanter gestaltet werden.

Das lässt sich aus den Aussagen des EZB-Chefvolkswirten Philip Lane herauslesen. So hatte der Ökonom zu diesem Thema Ende November im Gespräch mit der französischen Finanz-Zeitung „Les Echos“ gesagt: „Die TLTRO haben viele Dimensionen: Das Volumen der Kredite, das nötig ist, um sich für die Teilnahme an dem Programm zu qualifizieren. Dazu kommen die Laufzeit und der Zins. Ich denke, dass man alle diese Punkte berücksichtigen muss."

Besonders wichtig ist, dass das Maßnahmenpaket langfristig angelegt ist. Es dürfte auch noch nach dem Ablaufen der Krise gelten. Einige Börsianer trauen sich schon vom Ende der Pandemie zu sprechen, weil bereits Impfstoffe gefunden worden sind. Dies hatte es vor einigen Monaten noch nicht gegeben.

Zu Anfang des Monats gibt es zahlreiche wichtige Konjunkturdaten – und zwar aus Russland, der EU und Deutschland. Sie dürften zwar für keine grundsätzliche Veränderung der Entwicklung sorgen, doch geben sie trotzdem wichtige Hinweise über die Stimmung an den Märkten:

So präsentiert Russland um 8 Uhr MEZ den Markit-PMI-Konjunktur-Index für Industrie. Die Prognosen betragen 42,6 Punkten, während im Vormonat der Wert noch bei 46,9 Zählern gelegen hat.

In Deutschland warten die Anleger auf die Arbeitslosenzahlen für den November. Die Volkswirte rechnen mit 6,3 Prozent. Im Vormonat lag die Quote bei 6,2 Prozent.

Ebenso präsentiert Brüssel die Inflationsrate für den elften Monat. Die Volkswirte rechnen mit einem Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,2 Prozent. Im Vormonat hat es ein Minus von 0,3 Prozent gegeben.

Darüber hinaus warten die Anleger auf wichtige Unternehmensmeldungen von internationalen Weltkonzernen und deutschen Firmen. Im Dezember ist die Zahl der Präsentationen zwar begrenzt, doch befinden sich darunter einige wichtige Unternehmen, die den Märkten durchaus Impulse geben können:

Hewlett Packard präsentiert am 1. Dezember seine Ergebnisse für das vierte Quartal 2020. Die Erwartungen für den Gewinn pro Aktie liegen bei 0,43 Dollar.

Einen Tag später, dem 2. Dezember, müssen sich die Anleger eine weitere Veranstaltung eines Weltkonzerns ins Terminbuch schreiben: Microsoft organisiert seine Hauptversammlung. Das Unternehmen hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020/ 2021 eine Dividende von 0,56 Dollar ausgezahlt.

Am 9. Dezember veröffentlicht Adobe seine Zahlen für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2020. Die Schätzungen für den Gewinn je Aktie liegen bei fast 2,67 Dollar.

Der 10. Dezember: Ein Tag mit sehr vielen Unternehmenspräsentationen

Einen Tag später – dem 10. Dezember – gibt es zahlreiche Termine im Unternehmenskalender: So warten die Anleger auf den deutschen Autozulieferer Bertrandt. Das Unternehmen präsentiert seine Ergebnisse für das vierte Quartal des Geschäftsjahr 2019/ 2020, das am 30. September zu Ende gegangen ist. Die Prognosen betragen 0,63 Euro je Aktie. Das Papier hat in den vergangenen zwölf Monate rund 27 Prozent auf Werte um 38 Euro eingebüßt.

Darüber hinaus gewährt die MVV Energie AG Einblicke in ihre Bilanz. Es geht ebenso um die Zahlen für das vierte Quartal 2020. Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monate fast acht Prozent auf Niveaus um 25 Euro verloren. Zusätzlich veröffentlicht der Ferienkonzern TUI sein Zahlenwerk für das vierte Quartal 2020. Die Erwartungen für den Gewinn je Aktie liegen bei 0,22 Euro.

Ebenso tritt an diesem Tag das US-Schwergewicht Cisco in Erscheinung. Der Weltkonzern veranstaltet seine Hauptversammlung. Im vergangenen Quartal, den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2021, hat das Unternehmen 0,76 Dollar je Aktie an Dividende ausgezahlt. Darüber hinaus zeigt Oracle seine Bilanz für das zweite Quartal 2021. Die Schätzungen liegen bei 0,99 Dollar je Papier.

Am 11. Dezember veröffentlicht Carl Zeiss Meditec seine Ergebnisse für das vierte Quartal 2020. Die Erwartungen betragen 0,33 Euro je Aktie. Die Metro, die im MDax gelistet ist, präsentiert am 14. Dezember ihre Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2020, das am 30. September abgelaufen ist. Die Analysten rechnen mit einem Erlös von 25,6 Milliarden Euro. Dies wäre ein Rückgang von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

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