Politik

China wirft Westen im Kampf gegen Corona-Virus „Inkompetenz“ vor

Das mediale Sprachorgan der Kommunistischen Partei Chinas erhebt schwere Vorwürfe gegen die USA und Europa.
19.01.2021 11:46
Lesezeit: 1 min
China wirft Westen im Kampf gegen Corona-Virus „Inkompetenz“ vor
Xi Jinping (M), Präsident von China, nimmt an einer Videokonferenz mit Angela Merkel (oben, l), Bundeskanzlerin von Deutschland, Emmanuel Macron (oben, r), Präsident von Frankreich, Charles Michel (unten, l), Präsident des Europäischen Rates, und Ursula von der Leyen (unten, r), Präsidentin der Europäischen Kommission, teil. (Foto: dpa) Foto: Ding Lin

„Die USA und die westlichen Länder wiesen eine auffällige Rhetorik auf. Sie kaperten die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit, um eine gute Entschuldigung für ihre eigene Inkompetenz zu finden. In keinem früheren Krieg haben die USA an einem Tag mehr als 4.400 Menschen verloren. Die Misserfolge der USA im Kampf gegen das Corona-Virus sind völlig unverzeihlich. Es kann argumentiert werden, dass die nationale Regierungsführung der USA angesichts dieses Virus zusammengebrochen ist. Dieser Winter wird die Führungen verschiedener Regierungen und die Fähigkeit ihrer Völker, sich als Ganzes zu vereinen, wirklich auf die Probe stellen (…) Im Vergleich zu den USA und anderen westlichen Ländern ist Chinas Leistung im COVID-19-Kampf möglicherweise viel zu gut. Es ist für China bedeutungslos geworden, sich mit den USA zu vergleichen“, so das mediale Organ der Kommunistischen Partei Chinas, „Global Times“.

Nach dem größten Ausbruch des Coronavirus in China seit Monaten haben die Behörden die Ausgangssperren für Millionen von Menschen vor den Toren Pekings ausgeweitet. Nach den 18 Millionen Einwohnern der Metropolen Shijiazhuang und Xingtai sollen auch die fünf Millionen Bewohner des Verwaltungsbezirks von Langfang südlich der chinesischen Hauptstadt für sieben Tage nicht vor die Tür, wie die Stadtregierung am Montag verkündete. Nachdem China das Virus seit dem Sommer nach offiziellen Angaben weitgehend im Griff und das Leben sich längst normalisiert hatte, sind die Behörden höchst alarmiert. Bisher wurden rund 500 Infektionen in der Provinz Hebei nachgewiesen, die Peking umschließt. Die Gesundheitskommission berichtete dort am Dienstag von 40 neuen Fällen. Am Vortag waren es 82 Infektionen in Hebei gewesen und 103 landesweit - die höchste Tageszahl in China seit Juli. Auch wenn die Zahlen im Vergleich zu anderen Ländern gering sind, reagieren die Behörden sofort mit strikten Maßnahmen, die sich als wirksam erwiesen haben: Ausgangssperren, Massentests, Unterbrechung der Transportverbindungen, Quarantäne und Kontaktverfolgung. Auch gelten durchgehend strenge Einreisebeschränkungen. Wegen des Ausbruchs wurde auch die Jahrestagung des Provinzparlaments von Hebei verschoben, die am 25. Januar stattfinden sollte.

Die genaue Ursache der neuen Infektionen ist noch unbekannt. Erste Fälle wurden laut Staatsmedien in Dörfern entdeckt, deren Bewohner am internationalen Flughafen der Provinzhauptstadt Shijiazhuang arbeiteten. Die Infektionen verbreiteten sich vor allem im ländlichen Raum - unter anderem auf Hochzeiten und Beerdigungen. Vor mehr als einem Jahr waren in der Metropole Wuhan in Zentralchina die ersten Infektionen mit dem neuen Sars-CoV-2-Virus entdeckt worden, das sich seither zu einer globalen Pandemie ausgewachsen und Dutzende Millionen Menschen angesteckt hat. Nach offiziellen Statistiken sind weltweit schon mehr als 1,9 Millionen Menschen gestorben.

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