Deutschland

Was haben Jens Spahn und Alice Weidel mit Stephen Bannon besprochen

Die Deutschen Wirtschaftsnachrichten setzen sich für ein starkes und weltoffenes Deutschland ein, das keine Hetze gegen Minderheiten und einheimische Kritiker betreibt. Deshalb sollte geklärt werden, was Jens Spahn im Jahr 2018 mit den Extremisten Stephen Bannon und John Bolton in Washington und die AfD-Chefin Alice Weidel mit Bannon im Jahr 2019 in Zürich besprochen und geplant haben.
21.10.2021 23:09
Aktualisiert: 21.10.2021 23:09
Lesezeit: 2 min
Was haben Jens Spahn und Alice Weidel mit Stephen Bannon besprochen
Die Eisschicht auf der Statue des Hermannsdenkmal schmilzt am 18.01.2016 in Detmold (Nordrhein-Westfalen) in der Sonne. (Foto: dpa) Foto: Bernd Thissen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte sich im Jahr 2017 in seiner Funktion als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium mit dem ehemaligen Berater des US-Präsidenten Donald Trump, Stephen Bannon getroffen. Trump hat Bannon mittlerweile gefeuert. Bannon gilt als anti-europäischer und anti-deutscher Nationanalist.

Der Spiegel berichtete am 2. Oktober 2018: „Fest steht: Die Karriere von Merkel-Kritiker Jens Spahn, der mit Amerikas neuem Botschafter in Berlin, Richard Grenell, befreundet ist, wird von der Trump-Regierung mit einigem Wohlwollen verfolgt. Nachdem Spahn zu Beginn von Trumps Amtszeit bei einer Visite in Washington bereits vom damaligen Chefstrategen Stephen Bannon empfangen wurde, bekam er nun bei einem Kurzbesuch in den USA auch bei Trumps Sicherheitsberater John Bolton einen Termin. Offiziell ging es um Epidemien und den Kampf gegen Terrorismus mit biologischen Waffen. Gleichwohl ist der Besuch eines deutschen Gesundheitsministers im Weißen Haus ungewöhnlich und kann deshalb getrost als Indiz dafür gewertet werden, dass sie Spahn in Washington den weiteren Aufstieg zutrauen. Oder kann sich jemand daran erinnern, dass die Gesundheitsminister Ulla Schmidt und Hermann Gröhe beim Sicherheitsberater des US-Präsidenten zu Gast waren?“

Auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Renate Künast, ob sich Spahn wirklich mit Bannon getroffen habe, antwortete der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Gebhardt: „Der Bundesminister Jens Spahn traf sich mit Stephen Bannon am 21. April 2017. Das Gespräch wurde nicht durch Richard Grenell vermittelt.“

Später sagte Bannon nach Angaben des Tagesspiegels: „Ich möchte mich nicht in innenpolitische Dinge einmischen, aber ich denke, es gibt einige Leute im Umfeld von Merkel, Herrn Spahn und andere, die sehr beeindruckend sind.“

Über die Gesprächsinhalte haben bisher weder Spahn noch andere Regierungsmitglieder detaillierte Auskünfte geliefert.

Ein Jahr später traf sich Bannon mit der Co-Vorsitzenden der AfD-Fraktion im Bundestag, Alice Weidel. Die FAZ berichtet: „Die Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Alice Weidel, hat sich zu einem Gedankenaustausch mit dem früheren Chefstrategen von Amerikas Präsidenten Donald Trump, Steve Bannon, getroffen. Aus Weidels Büro hieß es, für sie seien besonders Bannons Erfahrungen mit politischer Kommunikation und alternativen Medien interessant gewesen. Das Treffen fand nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in einem Züricher Hotel statt.“

Kurz vor den Europawahlen im Jahr 2019 traf sich Bannon auch mit AfD-Chef Jörg Meuthen. Der Tagesspiegel berichtete am 17. Mai 2020: „Jetzt hat es Steve Bannon kurz vor der Europawahl auf Schlagzeilen in Deutschland angelegt. In Weimar traf er AfD-Spitzenkandidaten Jörg Meuthen. Im noblen Berliner Hotel Adlon empfing er Journalisten. Bannon, der sich als Berater für die europäischen Populisten sieht, träumt von einem politischen ,Erdbeben‘ nach der Europawahl. Der 65-Jährige droht in der ,Neuen Zürcher Zeitung‘: ,Nach der Wahl wird jeder Tag in Brüssel Stalingrad sein‘.“

+++Dieser Artikel wurde erstmals im Oktober 2020 veröffentlicht+++

Nachtrag:

Die Deutschen Wirtschaftsnachrichten setzen sich dafür ein, dass alle Menschen in Deutschland sicher und gut leben. Dabei ist es egal, welcher Ethnie oder Religion sich die Menschen zugehörig fühlen.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Die XRP-Preise stiegen, und XRP-Inhaber verdienten über 10.000 US-Dollar pro Tag durch FORT Miner Hashrate-Verträge.

Mit der jüngsten Erholung der XRP-Preise hat sich die Risikobereitschaft am Markt entsprechend verbessert. Kapital fließt wieder in...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt und Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Technologie
Technologie AWS EU-Cloud startet: Milliarden-Investition in Brandenburg
15.01.2026

AWS eröffnet eine unabhängige Cloud für Europa und investiert dafür Milliarden in Brandenburg. Das neue Angebot richtet sich vor allem...

DWN
Politik
Politik Trumps Ölpolitik: Widerstand in der US-Ölindustrie wächst
15.01.2026

Die US-Regierung treibt einen energiepolitischen Kurs voran, der in der heimischen Ölindustrie auf wachsenden Widerstand stößt. Doch...

DWN
Technologie
Technologie Reparaturpflicht für Smartphones und Waschmaschinen: Verbraucher profitieren
15.01.2026

Ab diesem Sommer gilt ein Recht auf Reparatur für Smartphones, Waschmaschinen und andere Geräte. Hersteller müssen Reparaturen während...

DWN
Finanzen
Finanzen Ray Dalio warnt: 38 Billionen US-Dollar Schulden und "wirtschaftlicher Herzinfarkt" der USA
15.01.2026

38 Billionen US-Dollar Staatsschulden belasten die USA wie ein Damoklesschwert. Ray Dalio, Gründer des Hedgefonds Bridgewater, warnt vor...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kupferpreis-Rekordhoch: US-Importe und Zollpolitik treiben Preise für Industriemetalle
15.01.2026

Die globalen Rohstoffmärkte geraten zunehmend unter den Einfluss geopolitischer Entscheidungen und strategischer Lagerpolitik. Der...

DWN
Immobilien
Immobilien Studie: In Deutschland fehlen 1,4 Millionen Wohnungen
15.01.2026

Die Wohnungssuche hat sich in vielen Regionen zum Albtraum entwickelt, Besserung ist nicht in Sicht. Nach einer Studie des Pestel-Instituts...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Geschäftsbericht: Weshalb Glaubwürdigkeit über den Geschäftserfolg entscheidet
15.01.2026

Geschäftsberichte gelten oft als lästige Pflicht. Doch hinter Tabellen und Kennzahlen entscheidet sich, ob Unternehmen glaubwürdig...

DWN
Technologie
Technologie Schranken für anzügliche KI-Bilder bei Musk-Chatbot Grok
15.01.2026

Elon Musks Chatbot Grok sorgte für internationale Empörung, weil Nutzer Frauen und Minderjährige in durchsichtigen Bikinis darstellen...