Finanzen

„Es gibt viele Finanzblasen, es gibt übermäßige Schuldenstände, die Ungleichheit steigt“

Einem Analysten zufolge wird das aktuelle Fiat-Geldsystem bald zerstört werden, um ein neues Finanzsystem zu schaffen. Dabei soll der Goldstandard eine wichtige Rolle spielen.
10.02.2022 13:28
Lesezeit: 1 min
„Es gibt viele Finanzblasen, es gibt übermäßige Schuldenstände, die Ungleichheit steigt“
Die Skyline der Stadt Frankfurt am Main mit den Hochhäusern der Banken unter grau bewölktem Himmel, aufgenommen am 30.07.2011. (Foto: dpa) Foto: Fredrik Von Erichsen

Übermäßige monetäre Anreize, ein Nebenprodukt eines „undisziplinierten“ Fiat-Geldsystems, werden Probleme für unsere Wirtschaft sowie finanzielle Verzerrungen verursachen, und die langfristige Lösung ist ein monetärer „Reset“, bei dem sich die Volkswirtschaften von diesem System entfernen und die Wiedereinführung eines Goldstandards in Gang bringen, so der Goldanalyst Jan Nieuwenhuijs von „The Gold Observer“.

„Es gibt viele Finanzblasen, es gibt übermäßige Schuldenstände, die Ungleichheit steigt (…) all diese Nebenwirkungen eines Fiat-Geldstandards sind nicht wirklich das, was wir wollen, und schließlich bekommen wir viel Geld-Instabilität. Ich denke, dass wir dann zu einem Goldstandard zurückkehren müssen“, sagte Nieuwenhuijs gegenüber „Kitco News“.

Der Übergang vom derzeitigen Fiat-Währungssystem zu einem Goldstandard muss zunächst den Schuldenüberhang in unserer Wirtschaft beseitigen, so Nieuwenhuijs.

Der Gold-Analyst wörtlich: „Das Hauptproblem, das wir derzeit in der Wirtschaft haben, ist der massive Schuldenüberhang, vor allem in den Industrienationen. Die Staatsverschuldung, aber auch die Unternehmensverschuldung und die Privatverschuldung sind einfach sehr hoch und liegen auf Rekordniveau.“

Ein Goldstandard kann in verschiedenen Formen auftreten. „Es gibt verschiedene Optionen für einen Goldstandard. Man hat den klassischen Goldstandard, aber man hat auch ein Goldpreisziel, das von den Zentralbanken angestrebt wird. Wenn man ein Goldpreis-Targeting haben würde, würden die Zentralbanken nur den Goldpreis anstreben, und das wäre ihre Geldpolitik“, meint er.

Ein Mechanismus zur Ausrichtung des Goldpreises unterscheidet sich von einer klassischen Form des Goldstandards, die eine direkte Umwandlung von Fiat-Noten in Gold ermöglichen würde.

Derzeit sind Länder auf der ganzen Welt auf dem Weg, ihre Währungen abzuwerten, und Nieuwenhuijs sagt, dies sei ein Versuch, die Inflationsraten zu erhöhen und indirekt den Wert der noch in der Wirtschaft befindlichen Schulden zu senken.

„Eine Abwertung gegenüber anderen Nationen kann manchmal von Vorteil sein, aber was sie tatsächlich in den USA und in Europa, aber auch in Japan wollen, ist die Inflation der Verbraucherpreise und vorzugsweise mit Zinssätzen bei oder unter Null, um die Schuldenlast senken“, sagte er.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Die XRP-Preise stiegen, und XRP-Inhaber verdienten über 10.000 US-Dollar pro Tag durch FORT Miner Hashrate-Verträge.

Mit der jüngsten Erholung der XRP-Preise hat sich die Risikobereitschaft am Markt entsprechend verbessert. Kapital fließt wieder in...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt und Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Technologie
Technologie AWS EU-Cloud startet: Milliarden-Investition in Brandenburg
15.01.2026

AWS eröffnet eine unabhängige Cloud für Europa und investiert dafür Milliarden in Brandenburg. Das neue Angebot richtet sich vor allem...

DWN
Politik
Politik Trumps Ölpolitik: Widerstand in der US-Ölindustrie wächst
15.01.2026

Die US-Regierung treibt einen energiepolitischen Kurs voran, der in der heimischen Ölindustrie auf wachsenden Widerstand stößt. Doch...

DWN
Technologie
Technologie Reparaturpflicht für Smartphones und Waschmaschinen: Verbraucher profitieren
15.01.2026

Ab diesem Sommer gilt ein Recht auf Reparatur für Smartphones, Waschmaschinen und andere Geräte. Hersteller müssen Reparaturen während...

DWN
Finanzen
Finanzen Ray Dalio warnt: 38 Billionen US-Dollar Schulden und "wirtschaftlicher Herzinfarkt" der USA
15.01.2026

38 Billionen US-Dollar Staatsschulden belasten die USA wie ein Damoklesschwert. Ray Dalio, Gründer des Hedgefonds Bridgewater, warnt vor...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kupferpreis-Rekordhoch: US-Importe und Zollpolitik treiben Preise für Industriemetalle
15.01.2026

Die globalen Rohstoffmärkte geraten zunehmend unter den Einfluss geopolitischer Entscheidungen und strategischer Lagerpolitik. Der...

DWN
Immobilien
Immobilien Studie: In Deutschland fehlen 1,4 Millionen Wohnungen
15.01.2026

Die Wohnungssuche hat sich in vielen Regionen zum Albtraum entwickelt, Besserung ist nicht in Sicht. Nach einer Studie des Pestel-Instituts...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Geschäftsbericht: Weshalb Glaubwürdigkeit über den Geschäftserfolg entscheidet
15.01.2026

Geschäftsberichte gelten oft als lästige Pflicht. Doch hinter Tabellen und Kennzahlen entscheidet sich, ob Unternehmen glaubwürdig...

DWN
Technologie
Technologie Schranken für anzügliche KI-Bilder bei Musk-Chatbot Grok
15.01.2026

Elon Musks Chatbot Grok sorgte für internationale Empörung, weil Nutzer Frauen und Minderjährige in durchsichtigen Bikinis darstellen...