Politik

Nord-Stream-Anschlag: Bundespolizei und Marine starten Aufklärungsmission

Nach den Explosionen der Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee vor zwei Wochen haben Bundespolizei und Marine eine Ermittlungsmission gestartet.
09.10.2022 18:44
Aktualisiert: 09.10.2022 18:44
Lesezeit: 1 min

Die Ermittlungsmission von Bundespolizei und Marine ist gestartet: Beamte seien „mit Unterstützung der Marine und dem Bundespolizeischiff ,BP 81-Potsdam‘ in die Ostsee auf Höhe der Insel Bornholm entsandt worden“, bestätigte die Behörde der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage am Sonntag. Ein mit Soldaten besetztes Minenjagdboot aus Kiel und ein zivil besetztes Mehrzweckboot aus Eckernförde seien an der Mission beteiligt. Zunächst hatte tagesschau.de darüber berichtetet und berief sich auf ein Schreiben, das NDR und WDR vorlag.

Demnach sollen Taucher der Bundespolizei Aufnahmen der Beschädigungen an den Pipelines nahe der dänischen Insel Bornholm machen. Dem Bericht zufolge hatte Dieter Romann, der Präsident der Bundespolizei, vergangene Woche ein Amtshilfeersuchen an die Bundeswehr „zur Unterstützung bei der Gewinnung eines Lagebildes zu den Beschädigungen an den Ostseepipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2“ gestellt.

Gegenseitige Beschuldigungen

Nach „Feststellung hierfür vorhandener Kapazitäten bei der Marine und rechtlicher Prüfung durch das Bundesministerium der Verteidigung“ sei das Ersuchen gebilligt worden, hieß es demnach. Die Bundespolizei bestätigte der dpa, das Amtshilfeersuchen gestellt zu haben, dem sei entsprochen worden.

Ende September waren nach Angaben von Behörden insgesamt vier Unterwasser-Lecks an den beiden Pipelines festgestellt worden, aus denen tagelang enorme Mengen an Gas austraten. Die Lecks befinden sich in der Nähe der Ostsee-Insel Bornholm teils in dänischen, teils in schwedischen Gewässern. Mindestens zwei Explosionen hätten sich demnach unter Wasser ereignet. Die EU und die Nato gehen dabei von Sabotage aus. Der Kreml hatte Spekulationen über eine russische Beteiligung als „dumm und absurd“ zurückgewiesen. Aus den USA mehren sich Stimmen, dass die Vereinigten Staaten den Anschlag durchgeführt hätten.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Erholung bei Chip-Aktien stützt Nasdaq – Anleger warten auf Midterm-Ergebnisse
03.11.2026

Blick auf die Wall Street: Welche Dynamiken jetzt bei Tech-Riesen und Leitindizes die Richtung vorgeben.

DWN
Finanzen
Finanzen 21 Millionen Rentner: Gesetzliche Rente steigt 2027 um mehr als vier Prozent?
03.11.2026

Eine Erhöhung von mehr als vier Prozent steht voraussichtlich für Deutschlands Rentner an. Von 2028 an müssen sich Arbeitnehmer und...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Schaeffler-Aktie rutscht ab: Werke und Jobs werden Opfer der Sparmaßnahmen
03.11.2026

Die Krise in der deutschen Industrie setzt sich fort: Der fränkische Autozulieferer Schaeffler will vier deutsche Standorte schließen und...

DWN
Politik
Politik Analyse: Trumps Korruption und Kleptokratie haben ihn eingeholt
03.11.2026

Kurz vor den Zwischenwahlen rückt ein Thema überraschend an die Spitze der Sorgen amerikanischer Wähler: Korruption. Donald Trumps...

DWN
Finanzen
Finanzen Nationale Reserven: Goldkäufe der Notenbanken steigen deutlich
03.11.2026

Notenbanken haben ihre Goldkäufe im dritten Quartal deutlich ausgeweitet, während Anleger weniger Barren und Münzen kauften. Welche...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Lebensmittelhersteller Völpel insolvent: Hohe Energiekosten belasten Familienunternehmen
03.11.2026

Die Völpel GmbH aus Königsmoos in Bayern ist auf die Herstellung von Trockenkräutern, Tees, Trockengemüse und Kräutersalz...

DWN
Politik
Politik Ehemaliger US-Diplomat: Trumps Regierung wird von persönlichen Interessen angetrieben
03.11.2026

Der frühere US-Diplomat George Kent erwartet auch nach den Zwischenwahlen keinen Kurswechsel von Donald Trump. Er wirft der Regierung vor,...

DWN
Technologie
Technologie Energiefresser Rechenzentren: KI-Boom lässt Strombedarf drastisch steigen
03.11.2026

Schon 2026 verbrauchen deutsche Rechenzentren so viel Strom wie rund 6,5 Millionen Haushalte. Bis 2035 könnte der Bedarf nochmals stark...