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VW-Aktie vorm Dauerabsturz? Autokonzern existenzgefährdet - VW-Bosse schlagen Alarm

Hiobsbotschaft vor der Hauptversammlung: Bei Volkswagen bewertet das Top-Management die Lage des Autokonzerns als schlecht – und zwar derart, dass es die Existenz des Konzerns bedrohen könnte. Bis 2030 will VW 28.000 Arbeitsplätze streichen. Derweil kritisieren die Verbände die VW-Dividende als zu hoch.
17.06.2026 21:43
Lesezeit: 2 min
VW-Aktie vorm Dauerabsturz? Autokonzern existenzgefährdet - VW-Bosse schlagen Alarm
VW-Aktie vorm Dauerabsturz: Im ersten Quartal ist der Gewinn bei Europas größtem Autobauer um mehr als ein Viertel eingebrochen. (Foto: dpa) Foto: Hauke-Christian Dittrich

VW-Aktie vorm Dauerabsturz? VW-Bosse schlagen in interner Umfrage Alarm – Autokonzern existenzgefährdet

Eine interne Umfrage offenbart die desaströse Lage beim Autobauer Volkswagen: Sechs von neun Vorständen des Konzerns halten ihr Unternehmen für existenzgefährdet. Das berichtet das „Manager Magazin“ unter Berufung auf die Erhebung, die im April dem Aufsichtsrat präsentiert wurde. Drei weitere wählten die Option „angespannt“.

Die Umfrage wurde laut dem Magazin anonym von einer Unternehmensberatung durchgeführt. Wohl auch deshalb urteilten die VW-Bosse schonungsloser als in Gesprächen mit der Belegschaft oder vor der Öffentlichkeit. Neun von neun Vorständen sind der Überzeugung, dass Volkswagen kein tragfähiges Geschäftsmodell mehr hat. Auch die China- und die Nordamerika-Strategie bewerteten die Manager unisono als nicht nachhaltig.

Laut „Manager Magazin“ sei es auch Ziel der Umfrage gewesen, die Notwendigkeit eines Konzernumbaus und eines Sparprogramms zu unterstreichen. Doch wie die Erhebung auch offenlegen soll, seien sich die Vorstandsmitglieder nicht über die künftige Ausrichtung des Konzerns mit Marken wie VW, Audi, Seat, Cupra und Škoda einig. Vier Manager gaben demnach zu, man sei sich im Vorstand uneinig, vier weitere erklärten, man sei sich im Wesentlichen einig. Vollkommen einig habe niemand gewählt.

Volkswagen steht vor schwieriger Hauptversammlung

Am Donnerstag steht die Hauptversammlung von Volkswagen an, auf der Anteilseigner den Druck auf die Konzernführung erhöhen wollen. Im ersten Quartal ist der Gewinn bei Europas größtem Autobauer um mehr als ein Viertel eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahr sei das Konzernergebnis nach Steuern in den Monaten Januar bis März um 28,4 Prozent von 2,186 Milliarden Euro auf 1,564 Milliarden Euro gesunken.

VW streicht 28.000 Arbeitsplätze

Konzernchef Oliver Blume will nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters auf erste Erfolge seines Sparprogramms verweisen. So seien die Fabrikkosten an den deutschen Standorten um mehr als ein Fünftel reduziert worden. Bis Jahresende sollen in Deutschland 19.000 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, bis 2030 mehr als 28.000 Mitarbeiter. Volkswagen hat sich Ende 2024 mit der IG Metall auf ein Sparprogramm und den Wegfall von 35.000 Arbeitsplätzen in Deutschland geeinigt. Mit Emden, Zwickau, Hannover sowie dem Audi-Werk Neckarsulm stehen darüber hinaus noch Werksschließungen zur Debatte.

VW-Aktie: Verbände kritisieren VW-Dividende als zu hoch

Vor der VW -Hauptversammlung am morgigen Donnerstag üben Verbände scharfe Kritik an der vorgeschlagenen Dividende. Angesichts des laufenden Personalabbaus bei VW falle die geplante Ausschüttung zu hoch aus, kritisieren die Umweltorganisation BUND und der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre.

"Volkswagen muss verstärkt in die Produktion kleiner, sparsamer E-Fahrzeuge "Made in Europe" investieren", sagte Jens Hilgenberg, Leiter Verkehrspolitik beim BUND und zugleich Vorstandsmitglied des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre. "Dafür müssen Finanzmittel im Unternehmen gehalten werden, statt sie durch vergleichsweise hohe Dividenden abfließen zu lassen."

Europas größter Autobauer schlägt auf der Hauptversammlung am Donnerstag eine Dividende von 5,20 Euro je Stamm- und 5,26 Euro je Vorzugsaktie vor. Das wären jeweils 1,10 Euro weniger als im Jahr zuvor. Der Rückgang der Dividende falle dabei aber deutlich geringer aus als beim Konzerngewinn, so die beiden Verbände. Das Konzernergebnis nach Steuern war 2025 um 44 Prozent eingebrochen - von 12,4 Milliarden Euro auf 6,9 Milliarden Euro.

In Summe würden davon rund 2,6 Milliarden Euro an die Anteilseigner ausgeschüttet, kritisieren die beiden Verbände. Die Aktionäre müssen auf der virtuellen Hauptversammlung noch darüber abstimmen.

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