Politik

Pistorius in den USA: Deutschland bereit für seine Aufgaben

Verteidigungsminister Boris Pistorius betont in Washington eine stärkere Rolle Deutschlands im transatlantischen Bündnis. Er sieht den Westen an einem entscheidenden Wendepunkt.
10.05.2024 09:51
Lesezeit: 1 min

Der Verteidigungsminister unterstreicht in Washington, dass Deutschland sich zu einer führenden Rolle in der europäischen Sicherheitspolitik verpflichtet und die notwendigen militärischen Ressourcen bereitstellen wird. "Gemeinsam mit den USA ist Deutschland bereit, die Zukunft zu gestalten und sich für Freiheit, Frieden und eine auf Regeln basierende internationale Ordnung einzusetzen", so der SPD-Politiker in einer Grundsatzrede an der renommierten Johns-Hopkins-Universität.

Pistorius beabsichtigt, seine Reise nach Washington mit einem Besuch in Kanada fortzusetzen. Dort plant er, seinen Amtskollegen Bill Blair zu treffen, nachdem er bereits Gespräche mit US-Verteidigungsminister Lloyd Austin im Pentagon geführt hat.

In Washington erläutert Pistorius die neue Richtung Deutschlands als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Deutschland befindet sich in einem Prozess der militärischen Stärkung und hat seine frühere Zurückhaltung aufgegeben, insbesondere im Hinblick auf Waffenlieferungen in Konfliktregionen, wie der Minister betont. Die Abschaffung der Wehrpflicht sei aus seiner Sicht ein Fehler gewesen, den es zu korrigieren gelte, da die Sicherstellung militärischer Standhaftigkeit von entscheidender Bedeutung sei.

Trotz der globalen Krisen betont Pistorius seine Entschlossenheit und sieht die transatlantische Partnerschaft als entscheidend für die Sicherung des Westens gegenüber russischer Expansion und dem Machtstreben anderer Akteure. Er ruft dazu auf, die historische Gelegenheit der transatlantischen Zusammenarbeit zu nutzen.

Nach Gesprächen mit Austin gibt Pistorius bekannt, dass Deutschland die Kosten für drei weitere Raketenartilleriesysteme aus den USA übernehmen wird, die an die Ukraine geliefert werden sollen. Diese Systeme, bekannt als Himars ("High Mobility Artillery Rocket System"), werden aus Beständen der US-Streitkräfte stammen und einen beträchtlichen Betrag kosten.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Jetzt juckt es mich beim Anthropics-IPO in den Fingern
01.11.2026

Als ich vor einem Monat darüber schrieb, warum ich derzeit nicht in Anthropic investieren möchte, waren meine wichtigsten Argumente der...

DWN
Politik
Politik Robert Habeck warnt vor Putins nächster Falle: „Wir dürfen nicht wieder wegsehen“
01.11.2026

Europa hat die Gefahr durch Putin lange unterschätzt. Der frühere Wirtschaftsminister Robert Habeck fürchtet, dass sich dieser Fehler in...

DWN
Unternehmen
Unternehmen US-Logistikkonzern C.H. Robinson verblüfft mit KI-gestütztem Gewinnsprung: So ist das gelungen!
01.11.2026

28 Prozent weniger Mitarbeiter, über 60 Prozent mehr Produktivität und Frachtangebote in nur 31 Sekunden: Der US-Logistikkonzern C.H....

DWN
Technologie
Technologie Millionen Hackerangriffe wegen PHP-Sicherheitslücke: Wie sicher sind Websites noch und was ist zu tun?
01.11.2026

Millionen Hackerangriffe innerhalb weniger Stunden, abgeschaltete Regierungswebsites und eine PHP-Sicherheitslücke, die seit mehr als...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Quantum-Systems-Chef in Litauen: Drohnen kann man nicht im Lager anhäufen, Bedrohungen verändern sich
01.11.2026

Quantum Systems baut seine Präsenz in Litauen aus und wird dort die Bundeswehr-Brigade unterstützen. Produktionspläne hängen jedoch von...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kupferpreise auf Rekordhoch: Warum das Kupfermetall knapp wird
01.11.2026

Das Industriemetall ist nicht nur bei Diebesbanden gefragt. Kaum eine Zukunftsbranche kommt ohne den Leiter zurecht. Nach Bewertung der IEA...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Server statt Spielzeug: Playmobil-Werk wird Rechenzentrum
01.11.2026

Die Mutter der bekannten Spielwarenmarke hat die Produktion ins Ausland verlagert. 350 Mitarbeitende verloren dabei ihren Arbeitsplatz....

DWN
Immobilien
Immobilien Preisschock am Bau: Neue KI soll explodierende Materialkosten und Baustopps verhindern
01.11.2026

Kriege, Krisen und explodierende Rohstoffpreise bringen die Baubranche zunehmend unter Druck. Bauprojekte werden teurer, Kalkulationen...