Finanzen

Tesla-Aktienkurs stürzt ab: Ein riskantes Spiel – warum Anleger jetzt besonders vorsichtig sein sollten

Die Tesla-Aktie steht derzeit im Fokus der Börsenwelt, aber nicht aus den besten Gründen. Der Aktienkurs des Elektroautobauers hat in den vergangenen Monaten einen dramatischen Rückgang erfahren, der durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst wurde. Zum Auftakt in die aktuelle Börsenwoche rutschte die Tesla-Aktie weiter ab, zeitweise annähernd 10 Prozent – Anleger müssen nun vorsichtig sein.
07.04.2025 12:32
Lesezeit: 4 min
Tesla-Aktienkurs stürzt ab: Ein riskantes Spiel – warum Anleger jetzt besonders vorsichtig sein sollten
Das Logo des Automobilherstellers Tesla: Wegen der Trump-Zölle rutscht die Tesla-Aktie immer weiter ab (Foto: dpa). Foto: Andreas Arnold

Rückgang der Tesla-Aktie: Was ist passiert?

Die Tesla-Aktie hat in den vergangenen Monaten erheblich an Wert verloren. Während die Aktie Ende 2024 noch bei etwa 466 Euro lag, rutschte sie inzwischen auf unter 200 Euro ab – ein Wertverlust von mehr als 55 Prozent. Wegen dieser negativen Kursentwicklung sehen einige Analysten bereits einen Abwärtstrend, der die Tesla-Aktie zu einer riskanten Investition macht. Der Aktienkurs von Tesla hat nicht nur unter den politischen Spannungen zwischen den USA und China gelitten, sondern auch unter der wachsenden Unzufriedenheit mit dem CEO Elon Musk und der Unternehmensführung.

Ein besonders starker Einfluss auf die Tesla-Aktie kam durch die handelspolitischen Spannungen zwischen den USA und China. Nach den US-Zöllen reagierte China mit Gegenzöllen, was die Tesla-Aktie erheblich unter Druck setzte.

Ein weiterer Grund für den Kurssturz sind die schwachen Produktionszahlen von Tesla. Im ersten Quartal 2025 verzeichnete der Elektroautobauer nur 336.681 Auslieferungen, was einem Rückgang von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dies wurde unter anderem durch Produktionsumstellungen und Wochen der Produktionsausfälle bei verschiedenen Modellen wie dem Model Y verursacht. In wichtigen Märkten wie China sind die Verkaufszahlen von Tesla um 20 Prozent gefallen. Das hat das Vertrauen vieler Anleger in die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens erschüttert.

Politische Spannungen und Imageverlust unter Musk

Elon Musk, der Gründer und CEO von Tesla, ist nicht nur eine der bekanntesten Persönlichkeiten im Silicon Valley, sondern auch eine sehr polarisierende Figur. In letzter Zeit hat Musk wiederholt Schlagzeilen gemacht – allerdings nicht im positiven Sinne. Seine Nähe zu politischen Kontroversen, insbesondere seine Unterstützung von Donald Trump und seine Rolle als Berater des ehemaligen US-Präsidenten, haben nicht nur das öffentliche Image von Tesla beschädigt, sondern auch das Vertrauen der Anleger in die Zukunft des Unternehmens erschüttert.

Zudem haben Aktivisten und Umweltgruppen den CEO wiederholt für seine politischen Einstellungen kritisiert. Diese negative öffentliche Wahrnehmung hat dazu geführt, dass immer mehr Tesla-Kunden von der Marke abwandern. Gebrauchtpreise für Teslas sind gefallen, teilweise um bis zu 10.000 US-Dollar im Vergleich zu konkurrierenden Marken. Gleichzeitig verstauben Tausende von Cybertrucks in den Lagerhallen des Unternehmens – ein weiteres Zeichen für die wachsende Skepsis gegenüber Tesla.

Analysten und Experten sind sich einig, dass Musks öffentliches Verhalten den größten Teil des Markenschadens von Tesla ausmacht. Der CEO scheint sich zunehmend mehr auf seine politischen Aktivitäten als auf die Führung seines Unternehmens zu konzentrieren, was den Aktienkurs negativ beeinflusst. Solange Musk seine politische Agenda verfolgt und Tesla nicht aus der Krise führt, bleibt die Tesla-Aktie ein gefährliches Pflaster für Investoren.

Tesla-Aktie unter Druck: Wie geht es weiter?

Der Blick auf die aktuellen Zahlen und die Entwicklung des Tesla-Aktienkurses zeigt, dass die Probleme für das Unternehmen noch lange nicht vorbei sind. Für die Anleger stellt sich nun die Frage, wie sie auf den aktuellen Kursrückgang reagieren sollten.

Fundamental: Fehlendes Wachstum und keine Innovation

Ein großer Grund zur Sorge für Anleger ist das stagnierende Wachstum bei Tesla. Das Unternehmen hat in den letzten Quartalen keine neuen Produkte oder Innovationen präsentiert, die das Unternehmen wieder auf Kurs bringen könnten. Stattdessen konzentriert sich Tesla zunehmend auf die Weiterentwicklung des Autopilot-Systems und der Robotaxi-Plattform, die noch weit entfernt von einer breiten Marktreife sind. Das Fehlen eines klaren Wachstumsplans und das Fehlen neuer Produkte machen die Tesla-Aktie zu einer riskanten Investition.

Technische Analyse: Der Abwärtstrend bleibt intakt

Die technische Analyse der Tesla-Aktie bestätigt die schwache Kursentwicklung. Der Relative-Stärke-Index (RSI) ist unter die 50-Marke gefallen, was auf einen klaren Abwärtstrend hinweist. Der Kurs ist deutlich unter den gleitenden Durchschnitten (50-Tage-Linie, 200-Tage-Linie) gefallen, was die Panik unter den Investoren weiter verstärkt hat. Es könnte durchaus möglich sein, dass die Tesla-Aktie noch weiter auf 150 Euro oder sogar 100 Euro fällt, wenn der Abwärtstrend nicht gestoppt wird.

Wie sollten Anleger reagieren? Tesla-Aktie verkaufen?

Die Frage, ob Anleger jetzt kaufen oder verkaufen sollten, ist schwer zu beantworten. Angesichts der aktuellen Schwäche der Tesla-Aktie und des fortgesetzten Abwärtstrends scheint es ratsam, von einem Kauf abzusehen. Wer bereits in Tesla investiert ist, sollte die Entwicklungen weiterhin genau beobachten und überlegen, ob der langfristige Wert des Unternehmens die Risiken überwiegt.

Für diejenigen, die weiter an den Elektroautobauer glauben und in Tesla investieren möchten, könnte es sinnvoller sein, auf eine Stabilisierung des Marktes zu warten, bevor sie in die Tesla-Aktie einsteigen. Solange der Abwärtstrend anhält und Elon Musk weiterhin in politische Skandale verwickelt ist, bleibt die Tesla-Aktie eine risikobehaftete Investition. Bereits nach der Vorlage der Auslieferungszahlen haben mehrere Banken ihre Einschätzungen zum Unternehmen angepasst:

  • JPMorgan belässt die Einstufung auf "Underweight" und setzt das Kursziel auf 120 US-Dollar. Analyst Ryan Brinkman betont, dass die Auslieferungen im ersten Quartal auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren gefallen sind, was seine negativen Erwartungen bestärkt und einen beispiellosen Markenschaden bekräftigt.

  • UBS bleibt ebenfalls bei "Sell" und reduziert das Kursziel auf 225 US-Dollar. Analyst Joseph Spak weist darauf hin, dass die Absatzzahlen im ersten Quartal die Erwartungen verfehlt haben und im Vergleich zum zweiten Quartal 2022 gesunken sind. Die Prognosen für 2025 müssen nun angepasst werden. Spak erwartet, dass Tesla bei den Quartalszahlen Ende April verstärkt Themen wie Künstliche Intelligenz und neue Modelle ansprechen wird.

  • Deutsche Bank Research hält die Einstufung auf "Buy" mit einem Kursziel von 345 US-Dollar. Trotz der schwachen Auslieferungszahlen im ersten Quartal, die deutlich unter den Marktprognosen lagen, bleibt Analyst Edison Yu optimistisch. Er erwartet, dass Tesla weiterhin wichtige Innovationen, wie den Start von Robotaxis und humanoiden Robotern, vorantreiben wird.

  • RBC stuft die Tesla-Aktie mit "Outperform" und einem Kursziel von 320 US-Dollar ein. Analyst Tom Narayan verweist darauf, dass der schwache Absatz im ersten Quartal aufgrund der aktuellen Herausforderungen für Tesla nicht überraschend sei.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Einschätzungen der Banken für die Tesla-Aktie stark variieren. Während JPMorgan und UBS negative Erwartungen haben, bleiben Deutsche Bank und RBC grundsätzlich optimistisch und sehen weiteres Potenzial für das Unternehmen - ob das nach dem neuerlichen Kurssturz so bleibt, ist allerdings nicht sicher. Nun müssen die Aktienexperten erst auf diese Situation reagieren und aktuelle Analysen zur Tesla-Aktie formulieren.

Tesla-Aktie bleibt ein Hochrisiko-Investment

Die Tesla-Aktie hat in den vergangenen Monaten massiv an Wert verloren. Politische Spannungen, schwache Produktionszahlen und ein beschädigtes Image unter der Führung von Elon Musk haben das Vertrauen in das Unternehmen erschüttert. Für Anleger bleibt die Tesla-Aktie ein riskantes Investment, das derzeit nicht zu empfehlen ist. Wer bereits investiert ist, sollte die Entwicklungen genau beobachten und gegebenenfalls den Verkauf in Betracht ziehen, während potenzielle Käufer besser auf eine Stabilisierung des Marktes warten sollten. Der Aktienkurs von Tesla könnte noch weiter fallen, bevor sich die Lage entspannt.

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Markus Gentner

Markus Gentner ist seit 1. Januar 2024 Chefredakteur bei den Deutschen Wirtschaftsnachrichten. Zuvor war er zwölf Jahre lang für Deutschlands größtes Börsenportal finanzen.net tätig, unter anderem als Redaktionsleiter des Ratgeber-Bereichs sowie als Online-Redakteur in der News-Redaktion. Er arbeitete außerdem für das Deutsche Anlegerfernsehen (DAF), für die Tageszeitung Rheinpfalz und für die Burda-Tochter Stegenwaller, bei der er auch volontierte. Markus Gentner ist studierter Journalist und besitzt einen Master-Abschluss in Germanistik.

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