Panorama

Flugzeugabsturz in Indien: Was passierte bei Flug AI171?

Mehr als 240 Menschen starben bei einem verheerenden Flugzeugabsturz in Indien. Premierminister Narendra Modi besuchte den einzigen Überlebenden des Unglücks im Krankenhaus.
13.06.2025 15:21
Lesezeit: 2 min

Tragischer Flugzeugabsturz in Indien: Ein Überlebender - er saß auf Platz 11A

Nach dem tragischen Flugzeugabsturz in Indien mit über 240 Todesopfern untersuchen die Behörden weiterhin die Ursache der Katastrophe. Premierminister Narendra Modi reiste an die Unglücksstelle im Nordwesten Indiens und sprach nach Medienangaben mit dem einzigen Überlebenden des Absturzes im Krankenhaus.

Die Maschine der Fluglinie Air India stürzte am Donnerstag kurz nach dem Abheben in ein Wohngebiet nahe dem Flughafen der Großstadt Ahmedabad. Der Flug AI171 war mit einer Boeing 787-8 auf dem Weg nach London. Laut Angaben der Fluggesellschaft verloren 241 der 242 Personen an Bord ihr Leben. Wie viele Bewohner in dem Wohnviertel ebenfalls betroffen waren, bleibt unklar. "Der Ort der Zerstörung macht sprachlos", erklärte Modi auf der Plattform X. Er sprach von einer "unvorstellbaren Tragödie".

Welche Ursache hatte der Flugzeugabsturz in Indien?

Warum der Flug AI171 verunglückte, ist bislang ungewiss. Die Rettungskräfte durchsuchten weiterhin das Gebiet nach Wrackteilen, die möglicherweise Hinweise liefern könnten. Nach ersten nicht bestätigten Angaben sei ein "Mayday"-Ruf aus dem Cockpit gesendet worden.

Laut der Zeitung "Hindustan Times" wurde einer der Flugdatenschreiber möglicherweise entdeckt – eine offizielle Bestätigung steht jedoch aus. Die britische Untersuchungsbehörde AAIB kündigte an, Ermittler nach Indien zu entsenden. Auch Boeing erklärte sich bereit, bei der Aufklärung des Flugzeugunglücks mitzuwirken.

Einziger Überlebender des Flugzeugabsturzes in Indien

Air India teilte am Donnerstagabend mit, dass ein Passagier den Flugzeugabsturz in Indien überlebt habe und nun medizinisch versorgt werde. Medien zufolge saß der Mann auf Sitzplatz 11A nahe einem Notausgang.

An Bord des Fluges AI171 befanden sich nach Angaben der Airline 169 indische Staatsbürger, 53 Briten, sieben Portugiesen sowie ein Kanadier. Der Überlebende soll ein Brite mit indischen Wurzeln sein.

Flugzeugkatastrophe trifft Wohnheim für Medizinstudenten

Beim Flugzeugabsturz in Indien traf das Flugzeug ein Wohnheim für angehende Ärzte. Videoaufnahmen zeigen, wie Trümmerteile des Flugzeugs das Gebäude durchschlagen. Der Sender NDTV meldete, mindestens fünf Medizinstudenten kamen ums Leben, als Teile des Wracks auf das Gebäude fielen. Die Gesamtzahl der Toten ist noch nicht abschließend geklärt. Nach Informationen der indischen Nachrichtenagentur PTI, die sich auf die stellvertretende Polizeichefin Kanan Desai beruft, starben mindestens 265 Menschen. Laut Polizei gab es zahlreiche Verletzte.

Am Schauplatz der Flugzeugkatastrophe bot sich ein erschütterndes Bild. "Ich war zuhause, als ich einen lauten Knall hörte. Draußen war alles voller Rauch. Überall lagen Leichen und Trümmer", berichtete ein Augenzeuge in einem PTI-Video. Helfer bargen viele der Opfer mit Leichentüchern bedeckt. Der verunglückte Flug AI171, eine Boeing 787 Dreamliner, sollte von Ahmedabad in Gujarat nach London-Gatwick fliegen. Sekunden nach dem Start stürzte die Maschine ab.

Experte sieht Blackbox als Schlüssel zur Aufklärung

Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt hält die Auswertung der Blackbox für entscheidend zur Aufklärung des Flugzeugabsturzes in Indien. Eine konkrete Analyse sei derzeit noch nicht möglich. "Ein Grund könnten etwa falsch gestellte Startklappen sein", sagte Großbongardt in der "Tagesschau". Air India bescheinigte er zuletzt verbesserte Standards. "Früher hatte Air India einen schlechten Ruf, solange sie staatlich war." Der neue Eigentümer, die Tata Group, habe jedoch erheblich investiert. Die Airline gehöre nun zur Star Alliance mit renommierten Partnern wie Lufthansa und United.

Warum einer den Absturz überlebte, könne er sich nicht erklären. "Dieser Mann hatte unfassbares Glück", sagte Großbongardt der dpa. Trotz des Flugzeugunglücks hält er Fliegen für sicher. "Fliegen war und bleibt sicher", so Großbongardt. Hersteller investieren kontinuierlich in neue Sicherheitstechnologien.

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