Unternehmen

Schwarz-Gruppe wächst: 300 neue Standorte für Lidl und Kaufland

Die Schwarz-Gruppe treibt ihr Wachstum weiter voran. Im Geschäftsjahr 2025/26 vergrößerten Lidl und Kaufland ihr Filialnetz weltweit um 300 Standorte, wie das Unternehmen in Neckarsulm bekannt gab. Damit setzt der Handelsriese seinen kontinuierlichen Expansionskurs der vergangenen Jahre fort.
11.06.2026 15:37
Lesezeit: 2 min

Umsatzplus durch Expansion – Online-Geschäft stagniert

Das Filialnetz von Lidl und Kaufland wächst unaufhaltsam weiter. Durch die 300 Neueröffnungen im Geschäftsjahr 2025/26 betreiben die beiden zur Schwarz-Gruppe gehörenden Handelsketten mittlerweile weltweit circa 14.500 Märkte, die sich auf insgesamt 33 Staaten verteilen.

Die Erlöse des vom Gründer Dieter Schwarz aufgebauten Konzerns kletterten um 5,8 Prozent auf eine Summe von 185,6 Milliarden Euro. Der Discounter Lidl steuerte dazu den Löwenanteil von gut 140 Milliarden Euro bei, was einem Zuwachs von 6,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Getrieben wurde dieses Wachstum primär durch die neuen Standort-Eröffnungen sowie steigende Kundenzahlen auf dem deutschen Markt und im europäischen Ausland.

Die Großflächentochter Kaufland generierte einen Umsatz von 36,7 Milliarden Euro (ein Plus von 4,3 Prozent). Keine Bewegung gibt es derweil beim digitalen Vertrieb: Im E-Commerce verharrten die gemeinsamen Erlöse beider Ketten wie im Vorjahr unverändert bei 1,7 Milliarden Euro. Angaben zum Gewinn machte die Schwarz-Gruppe traditionsgemäß nicht. Das Geschäftsjahr des Konzerns läuft jeweils vom 1. März bis zum Ende des darauffolgenden Februars.

Alle Sparten mit Umsatzplus

Über die beiden Handelsketten hinaus trug auch das zur Gruppe gehörende Entsorgungs- und Recyclingunternehmen PreZero mit 4,1 Milliarden Euro (plus 5,1 Prozent) zum Umsatz bei. Die IT- und Digitalsparte Schwarz Digits kam auf einen Erlös von 2,2 Milliarden Euro. Das Wachstum von fast 16 Prozent geht den Angaben nach wesentlich auf die wachsende Nachfrage nach Cloud-Lösungen zurück. Schwarz ist bereits länger auch als IT-Dienstleister unterwegs und will sich als europäische Alternative zu Anbietern wie Amazon Web Services und Microsoft Azure aufstellen. Dazu baut das Unternehmen unter anderem ein milliardenschweres Rechenzentrum in Brandenburg.

Intern verrechnet werden hingegen die rund 5,7 Milliarden Euro, die bei den für Lidl und Kaufland produzierenden hauseigenen Firmen in der Kasse landeten. Die Gruppe besitzt unter anderem eine Großbäckerei, einen Nussröster und einen Getränkehersteller. Das deutliche Plus von 23,9 Prozent ergab sich unter anderem auch durch den Kauf des Konfitüren- und Honigherstellers Göbber.

5.000 neue Jobs in Deutschland

Die Investitionen der Unternehmensgruppe stiegen auf rund 9 Milliarden Euro - mehr als im vergangenen Geschäftsjahr, allerdings weniger als erwartet. In allen Bereichen wurden den Angaben nach 9.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, davon 5.000 in Deutschland. Weltweit stieg die Zahl der Beschäftigten damit auf rund 604.000.

Im laufenden Geschäftsjahr sollen die Investitionen auf mehr als 10 Milliarden Euro wachsen, davon rund 5 Milliarden Euro in Deutschland. Fließen soll das Geld unter anderem in den Ausbau von Marktanteilen im Kerngeschäft sowie die Digital-Aktivitäten der Gruppe. Damit stärke man die Zukunftsfähigkeit des eigenen Ökosystems, teilte Schwarz-Chef Gerd Chrzanowski mit. "Wir übernehmen Verantwortung am Wirtschaftsstandort Deutschland und leisten unseren Beitrag für ein starkes, souveränes Europa".

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