Technologie

Lieferroboter im Test: Helsinki zeigt, wie die Zukunft der Essenszustellung aussieht

In Helsinki liefern Roboter bereits Bestellungen für Wolt, in Slowenien testet McDonald’s Service-Roboter. Tempo-Limits und rechtliche Fragen bestimmen den Einsatz im Alltag. Warum Lieferroboter auch in Deutschland bald Realität werden könnten.
10.09.2025 16:03
Aktualisiert: 10.09.2025 16:08
Lesezeit: 2 min
Lieferroboter im Test: Helsinki zeigt, wie die Zukunft der Essenszustellung aussieht
Von McDonald’s bis Wolt: Lieferroboter erobern Europas Straßen. (Foto: Screenshot Youtube/Casnik Finance/Nataša Koražija)

Pilotprojekt von Wolt und Coco Robotics für neue Lieferroboter

Auf den Straßen Helsinkis liefern derzeit zahlreiche Lieferroboter Bestellungen aus Restaurants und Geschäften aus. Hinter dem Projekt steht die US-amerikanische Logistikfirma Coco Robotics, deren Roboter für die finnische Multinationalgesellschaft Wolt und deren Online-Supermarkt Wolt Market unterwegs sind.

Wolt startete die erste Pilotphase für die Robotik-Lieferung bereits 2021 in Helsinki. Im Herbst 2024 folgte ein größerer Pilotversuch, im März dieses Jahres wurde die Zusammenarbeit mit Restaurants im Stadtteil Kamppi im Zentrum Helsinkis erweitert. Coco Robotics verfügt über eine Flotte von mehr als tausend Lieferrobotern. Die meisten sind auf den Straßen Helsinkis im Einsatz, weitere liefern in Los Angeles, Chicago und Miami. Dennoch befindet sich die robotergestützte Lieferung nach wie vor in der Pilotphase.

Tempo-Limit für Lieferroboter

Wie in einem Video dokumentiert, reagieren die Roboter souverän auf plötzliche Hindernisse oder Menschen. Als ein Kind den Weg eines Roboters blockierte, hielt dieser sofort an und setzte seine Fahrt erst fort, als die Bahn wieder frei war.

Die Coco-Roboter müssen sich auf Gehwegen und in Fußgängerzonen mit der Geschwindigkeit von Fußgängern bewegen. In Helsinki ist die Geschwindigkeit auf Gehwegen auf sechs Kilometer pro Stunde beschränkt. Auf Radwegen oder in verkehrsberuhigten Straßen dürfen die Roboter hingegen bis zu 24 Kilometer pro Stunde schnell fahren. Die Transportkapazität der Roboter beträgt 90 Liter oder maximal 25 Kilogramm. Zur besseren Vorstellung: Unter der Haube finden sechs extra große Pizzen oder Bestellungen ähnlicher Größe Platz.

Erste Tests in Slowenien mit McDonald’s

In Slowenien ist die Lieferung von Speisen per Roboter bislang noch nicht verfügbar – abgesehen von Tests bei McDonald’s. Bereits 2021 begann die Fast-Food-Kette in mehreren Restaurants in Slowenien mit dem Einsatz von Bellabot-Robotern des Herstellers Pudu Robotics. Deren Hauptaufgabe bestand darin, das Personal beim Servieren der Bestellungen an die Tische zu unterstützen. Die Ziele des Projekts waren vor allem eine höhere Effizienz und die Verringerung direkter menschlicher Kontakte in der Zeit nach der Pandemie.

Perspektiven für deutsche Städte

Auch in Deutschland laufen erste Pilotprojekte mit Lieferrobotern, etwa bei der Deutschen Post oder im Einzelhandel. Angesichts des boomenden Liefermarktes und des Fachkräftemangels könnten Lieferroboter auch hier eine Lösung sein. Zugleich stellen rechtliche Fragen wie Geschwindigkeit auf Gehwegen, Haftung bei Unfällen oder Datenschutz beim Einsatz von Kameras zentrale Herausforderungen dar. Städte wie Berlin oder Hamburg prüfen, ob Lieferroboter künftig im Alltag eingesetzt werden können.

Lieferroboter sind keine ferne Zukunftsvision, sondern längst Realität in Helsinki, den USA und in ersten Pilotversuchen in Slowenien. Während sie im Schritttempo über Gehwege rollen und mit modernster Technik Hindernisse erkennen, testen Konzerne wie McDonald’s ihr Potenzial im Servicebereich. Für Deutschland bleibt die Frage, ob Lieferroboter schon bald Teil des städtischen Alltags werden – oder ob rechtliche und gesellschaftliche Hürden den Einsatz noch bremsen.

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