Politik

Von der Leyen wirft Russland hybriden Krieg gegen EU vor

Plant Russland einen Angriff auf die EU? Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sieht schon jetzt Zeichen für einen Krieg – und macht einen Vorschlag für eine Reaktion.
08.10.2025 15:28
Lesezeit: 2 min

Von der Leyen wirft Russland hybriden Krieg gegen EU vor

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat Russland vorgeworfen, Krieg gegen die Europäische Union zu führen. „Es ist an der Zeit, es beim Namen zu nennen: Das ist hybride Kriegsführung, und wir müssen sie sehr ernst nehmen“, sagte sie bei einer Debatte über Luftraumverletzungen durch Russland im Europäischen Parlament in Straßburg.

Um ihren Vorwurf zu untermauern, nannte sie als weitere Beispiele für Angriffe durchtrennte Seekabel, Cyberattacken auf Flughäfen und Logistikzentren und böswillige Einflusskampagnen auf Wahlen.

„Diese Vorfälle sind so kalkuliert, dass sie in einer Grauzone bleiben und gegebenenfalls eine Beteiligung oder ein Vorsatz geleugnet werden kann“, sagte von der Leyen. Das sei eine eskalierende Kampagne, um Bürgerinnen und Bürger der EU zu verunsichern, die Entschlossenheit der EU auf die Probe zu stellen, die Gemeinschaft zu spalten und die Unterstützung für die Ukraine zu schwächen.

Mit ihren Ausführungen beschrieb von der Leyen, was unter hybrider Kriegsführung verstanden wird: eine Kombination verschiedener Methoden, von Desinformation bis zu Cyberangriffen oder militärischen Aktionen, um einen Gegner zu schwächen und dabei als Urheber möglichst unerkannt zu bleiben.

Von der Leyen kündigt Fahrplan für Aufrüstung an

In Reaktion auf die Lage muss die EU aus Sicht von der Leyens extrem aufrüsten. „Die Gründungsidee der Europäischen Union ist die Erhaltung des Friedens. Und heute bedeutet das, die Fähigkeit zu haben, von Aggression und Provokation abzuschrecken“, sagte sie. Europa brauche dringend eine strategische Reaktionsfähigkeit.

Die Deutsche kündigte an, in Kürze einen Fahrplan vorzustellen, wie Fähigkeiten in insgesamt neun Schlüsselbereichen wie Luftverteidigung, Artillerie und elektronischer Kampfführung bis 2030 deutlich verbessert werden können.

Zudem ist geplant, eine Art Schutzschild für die Ostflanke aufzubauen, zu dem auch der sogenannte Drohnenwall gehört. „Der Drohnenwall ist unsere Antwort auf die Realitäten der modernen Kriegsführung. Denken wir nur daran, was neulich in Polen geschah. Wir mussten sehr teure Systeme – Kampfflugzeuge der neuesten Generation – einsetzen, um relativ billige Massenwaffen abzuschießen. Das ist nicht nachhaltig“, sagte von der Leyen. Man brauche ein System, das bezahlbar und zweckmäßig sei und eine schnelle Erkennung und bei Bedarf eine schnelle Neutralisierung von Drohnen ermögliche. Dabei könne man auch viel von der Ukraine lernen.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt und Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU-Spitze weist Trump auf dem WEF in Davos zurecht: „Ein Abkommen ist ein Abkommen“
21.01.2026

Die Zoll-Drohungen der USA nach der Grönland-Krise seien ein Fehler – und die Antwort der EU werde „unerschütterlich, geschlossen und...

DWN
Politik
Politik Deutschlands Aufrüstung: Frankreich bewertet Machtverhältnisse in Europa neu
21.01.2026

Deutschlands sicherheitspolitischer Kurs verändert die strategische Ordnung Europas. Welche Folgen hat diese Entwicklung für das...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Netflix übertrifft Erwartungen, doch Aktie fällt
21.01.2026

Netflix gab am Dienstag nach Börsenschluss die Ergebnisse für das vierte Quartal bekannt, die besser ausfielen als erwartet. Die Aktie...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Angst vor Handelskrieg löst Verkaufswelle an der Wall Street aus title
21.01.2026

Die US-Aktienmärkte gaben am Dienstag nach, da die Drohungen von US-Präsident Donald Trump bezüglich Grönland die Handelsspannungen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Weltwirtschaftsforum Davos: Grönland-Krise im Fokus vor angespanntem Gipfeltreffen
20.01.2026

Mitten in einem eskalierenden Zollkonflikt mit der EU rund um die US-Ambitionen, Grönland unter amerikanische Kontrolle zu bringen, reist...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Nach Deichmann-Urteil: Schuhhändler muss Schuhkarton-Müllkosten tragen
20.01.2026

Ein rechtskräftiges Deichmann-Urteil sorgt für Wirbel im Verpackungsrecht: Der Schuhhändler soll künftig für seine Schuhkartons...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis-Rekordhoch: Gelbes Edelmetall erstmals über 4.700 US-Dollar – Silberpreis ebenfalls mit Allzeithoch
20.01.2026

Ein neues Goldpreis-Rekordhoch: Das gelbe Edelmetall durchbricht eine historische Marke nach der anderen, der Silberpreis zieht mit....

DWN
Finanzen
Finanzen DAX-Kurs unter Druck: Zollsorgen beschleunigen die Korrektur – was jetzt wichtig wird
20.01.2026

Der DAX-Kurs gerät nach der jüngsten Rekordjagd weiter unter die Räder: Zollsorgen aus den USA drücken auf die Stimmung, während...