Finanzen

Aktien Frankfurt: DAX-Kurs aktuell mit Verlusten – Börse heute von drohendem US-Shutdown belastet

Der DAX-Kurs steht im Börsenhandel am Dienstag erneut unter Druck: Nach dem kurzen Zwischenhoch zum Wochenstart folgt die Ernüchterung an der Börse Frankfurt. US-Zinspolitik, China-Streit und schwache Unternehmenszahlen belasten die Stimmung. Doch wie gefährlich ist die Lage wirklich – und droht dem Aktienmarkt eine Trendwende?
04.11.2025 12:35
Aktualisiert: 04.11.2025 12:35
Lesezeit: 4 min
Aktien Frankfurt: DAX-Kurs aktuell mit Verlusten – Börse heute von drohendem US-Shutdown belastet
Börsenhändler schauen angespannt auf die Entwicklung beim DAX-Kurs (Foto: dpa).

DAX aktuell im Minus: Heftiger Rückschlag für die Frankfurter Börse heute

Nach dem freundlichen Wochenstart folgt die Ernüchterung: Der DAX-Kurs gerät am Dienstag deutlich unter Druck und entfernt sich weiter von der psychologisch wichtigen Marke von 24.000 Punkten. Im frühen Handel verliert der deutsche Leitindex zeitweise 1,6 Prozent und rutscht zeitweise auf unter 23.675 Punkte ab. Am Vortag hatte der DAX noch 0,7 Prozent höher bei 24.132 Punkten geschlossen und damit kurzzeitig die 24.000er-Marke zurückerobert. Doch die Erholung entpuppt sich spätestens jetzt als Strohfeuer – der DAX-Kurs steht erneut im Minus.

Marktbeobachter der HSBC sehen das Börsengeschehen weiterhin in einer Extremsituation. Das Aktienbarometer verfahre nach dem Motto "ein Schritt vor, ein Schritt zurück". Die Helaba verweist auf eine charttechnische Unterstützung bei 23.684 Punkten. Auch an der Börse Frankfurt dominiert die Vorsicht. Anleger fragen sich zunehmend, wie es mit der Börse aktuell weitergeht und ob der DAX-Kurs nach unten durchgereicht werden könnte.

US-Geldpolitik und drohender Shutdown belasten DAX-Kurs und andere Aktienmärkte

Die Zinspolitik in den USA bleibt ein entscheidender Einflussfaktor für die Börse heute. Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinssenkung im Dezember wird laut Daten des Börsenbetreibers CME nur noch auf 65 Prozent geschätzt – nach 94 Prozent in der Vorwoche. Zwar hatte die Federal Reserve zuletzt die Zinsen gesenkt, doch Fed-Chef Jerome Powell ließ durchblicken, dass dies die letzte Senkung für dieses Jahr gewesen sein dürfte.

Zusätzlich wächst die Sorge über den drohenden US-Shutdown. Längere Zeit hatten Investoren dieses Risiko ausgeblendet, doch die fehlenden Konjunkturdaten aus den USA erschweren derzeit die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage. "Je länger der Behördenstillstand dauert, desto größer wird die Verunsicherung über den tatsächlichen Zustand der Volkswirtschaft", warnt die Helaba. Das Risiko von Fehlallokationen an den Finanzmärkten steige.

Warnung von Index-Radar: Uneinheitliche Signale von der Wall Street

Auch an der Wall Street blieb die Richtung unklar. Der Dow Jones schloss im Montagshandel 0,5 Prozent tiefer bei 47.344 Punkten, während der S&P 500 um 0,2 Prozent auf 6.851 Zähler stieg. Der Nasdaq 100 gewann 0,4 Prozent auf 25.972 Punkte und näherte sich damit seinem Rekordhoch bei 26.182 Zählern. Damit bleibt die Börse aktuell in den USA von hoher Volatilität geprägt.

Die Analysten von Index-Radar warnen, dass die Aufwärtsbewegung des S&P 500 zunehmend von wenigen Schwergewichten wie Apple, Amazon und Nvidia getragen werde. IG-Marktanalyst Christian Henke hebt hervor, dass die Hoffnung auf eine Leitzinssenkung im Dezember schwindet.

KI bleibt Kurstreiber – doch Risiken nehmen zu

Angetrieben wird der Markt weiterhin von der Begeisterung um Künstliche Intelligenz (KI). "Man wird den Eindruck nicht los, dass sich hier eine gesamte Branche inklusive der Aktienkurse ihrer Unternehmen künstlich nach oben pusht", warnt Christine Romar von CMC Markets. Solange Investoren bereit seien, diese Bewertungen zu bezahlen, sei die Welt in Ordnung. "Gefährlich wird es erst, sollte sich eines Tages herausstellen, dass viele dieser Nachrichten nur heiße Luft erzeugten", ergänzt sie.

Auch Ulrich Stephan, Chefanlagestratege der Deutschen Bank, teilt die Sorge: "Trotz steigender Gewinne und teils positiver Börsenreaktionen wächst die Skepsis über eine mögliche Überhitzung." Kritiker warnten vor einer Investitionsblase und zweifelten die realen Erträge an. Ein niedriger Zins bleibe entscheidend, um große Investitionen zu finanzieren – und genau hier droht durch die US-Geldpolitik Gegenwind.

Schwache Vorgaben aus Asien drücken den DAX-Kurs

Von den asiatischen Märkten kamen ebenfalls keine Impulse. In Tokio brach der Nikkei nach einem neuen Rekordhoch von 52.636 Punkten um 1,7 Prozent auf 51.497 Punkte ein. Auch in China und Hongkong gaben die Kurse nach: Der CSI-300-Index verlor 0,8 Prozent auf 4.618 Punkte, der Hang-Seng-Index fiel um 0,8 Prozent auf 25.955 Punkte.

Neue Spannungen zwischen China und den Niederlanden belasteten zusätzlich das Umfeld. Im Streit um den Chip-Hersteller Nexperia kritisierte Peking die Regierung in Den Haag scharf und forderte, "ihre Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Unternehmens einzustellen". Hintergrund ist die Entscheidung der Niederlande, Nexperia unter staatliche Kontrolle zu stellen. China reagierte mit Exportbeschränkungen, die auch europäische Autohersteller treffen. "An Asiens Börsen ist die Nervosität förmlich greifbar", kommentiert Thomas Altmann von QC Partners. Diese Unsicherheit überträgt sich nun auf die Börse Frankfurt und drückt auf den DAX-Kurs.

Unternehmensnachrichten verstärken die Abwärtsbewegung beim DAX aktuell

Zahlreiche deutsche Unternehmen legten am Dienstag ihre Quartalszahlen vor – mit gemischten Ergebnissen. Schlusslicht im DAX war Fresenius Medical Care (FMC) mit einem Minus von 6 Prozent. Trotz besserer Zahlen als erwartet sah Analyst David Adlington von JPMorgan kaum Raum für Kursgewinne, da weitere Anteilsplatzierungen von Fresenius drohten.

Dagegen glänzte der Halbleiterkonzern Elmos mit einem Plus von 9,4 Prozent und einem angehobenen Ziel für den freien Barmittelzufluss. Im SDAX zählten Norma mit einem Minus von 5,3 Prozent und Schaeffler mit 4,7 Prozent zu den größten Verlierern. SAF-Holland büßte nach einer weiteren Umsatzwarnung 4,2 Prozent ein. Beim Modekonzern Hugo Boss stand nach anfänglichen Gewinnen ein Minus von 3,7 Prozent zu Buche.

Ausblick Aktien Frankfurt: Anleger hoffen auf Stabilisierung beim DAX-Kurs

Für Anleger bleibt die Lage angespannt. Die Kombination aus geopolitischen Risiken, Bewertungsfragen und Unsicherheit über die US-Zinspolitik sorgt dafür, dass der DAX-Kurs weiter schwankt. Auch wenn die Börse Frankfurt und die Aktien Frankfurt kurzfristig auf Stabilisierung hoffen, bleibt der Druck hoch. Die Marke von 24.000 Punkten bleibt vorerst außer Reichweite – und der Blick auf die Börse heute zeigt: Die Nervosität dominiert weiterhin das Geschehen.

Dieses Gefühl wird durch den Blick auf die vorbörslichen Kurse an der Wall Street in New York verstärkt: Der Dow Jones 30 Industrial steckt drei Stunden vor Handelsstart an den US-Börsen rund 1,2 Prozent im Minus. Ist diese negative Anlegerstimmung lediglich auf die Angst vor einem Shutdown in den USA zurückzuführen? Oder sind diese Kursverluste bereits Vorboten eines drohenden KI-Crashs? Klar ist: Investoren müssen nun die Märkte mehr als sonst im Blick behalten.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Tarifjahr 2026: Lohnrunden unter wachsendem Druck
21.02.2026

Rund zehn Millionen Beschäftigte verhandeln 2026 neue Tarifverträge, denn in zahlreichen Schlüsselbranchen laufen Entgelttarifverträge...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gehaltsverhandlungen: Welche Faktoren entscheiden über den Erfolg?
21.02.2026

Der Spielraum für Gehaltsverhandlungen schrumpft in einem sich beruhigenden Arbeitsmarkt, während die Erwartungen an Vergütung und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Leapmotor C10 im Praxistest: Günstiger Elektro-SUV im Tesla-Vergleich
21.02.2026

Der elektrische Leapmotor C10 ist rund sechstausend Euro günstiger als ein Tesla Model Y, die Hybridvariante C10 REEV liegt preislich...

DWN
Politik
Politik Cum-Ex-Skandal: Kronzeuge Steck im DWN-Interview – wie Banken deutsche Gesetze mitschrieben
21.02.2026

Cum-Ex gilt als größter Steuerskandal der deutschen Geschichte. Doch wie konnte es passieren, dass ausgerechnet Banken beim Schreiben der...

DWN
Politik
Politik Cum-Ex-Skandal: Kronzeuge Steck im DWN-Interview – der Betrug, den Politik und Banken gemeinsam möglich machten
21.02.2026

Zehn Milliarden Euro Schaden, tausende Beschuldigte – und bis heute keine politische Verantwortung. Der Cum-Ex-Kronzeuge und Autor Dr....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europa reformiert Lkw-Maut 2026: Höhere Tarife und neue CO2-Regeln
21.02.2026

Europas Lkw-Maut wird 2026 umfassend reformiert, viele Staaten erhöhen Tarife und stellen auf CO2-basierte Kilometerabrechnung um. Welche...

DWN
Finanzen
Finanzen Abkehr vom Dollar: Trumps Politik treibt Kapital nach Europa
21.02.2026

Jahrelang galt der Dollar als sicherer Hafen und US-Aktien als alternativlos. Doch geopolitische Spannungen, Trumps Handelspolitik und ein...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA beflügelt die Wall Street
20.02.2026

Die Wall Street beendete den Handelstag am Freitag mit Gewinnen, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA die von Präsident Donald Trump...