Wirtschaft

Ostdeutschland setzt auf Wasserstoff – Länder planen gemeinsames Versorgungsnetz

Die ostdeutschen Bundesländer wollen gemeinsam ein Wasserstoff-Verteilnetz aufbauen, um Kommunen, Industrie und Gewerbe besser mit sauberem Wasserstoff zu versorgen. Eine Studie soll als Grundlage für die Planung dienen. Thüringen, das derzeit den Vorsitz der Initiative für Wasserstoff in Ostdeutschland (IWO) innehat, koordiniert das Vorhaben.
01.12.2025 07:32
Lesezeit: 1 min
Ostdeutschland setzt auf Wasserstoff – Länder planen gemeinsames Versorgungsnetz
Eine neue Versuchsanlage, die aus grünem Wasserstoff und Kohlendioxid aus der Luft Methan herstellen kann, im Zentrum für BrennstoffzellenTechnik (ZBT) zu sehen. Die Anlage wird unter dem Markennamen «Liquid Solar» vermarktet (Foto: dpa). Foto: Christoph Reichwein

Demnach solle die Studie einerseits Erzeugungspotentiale in den ostdeutschen Ländern identifizieren, aber auch darstellen, wie die Region am besten von dem geplanten überregionalen Wasserstoff-Kernnetz profitieren kann, das bis 2032 entstehen soll. Im Oktober 2024 hatte die Bundesnetzagentur ein solches bundesweites Netz als Grundlage für den überregionalen Wasserstofftransport genehmigt.

In Erfurt fertigt die österreichische Andritz AG Elektrolyseure für die Produktion von grünem Wasserstoff - etwa für eine 100-Megawatt-Wasserstoffanlage der Salzgitter AG zur CO2-armen Stahlproduktion. Ostdeutschland als Ganzes habe viel Potenzial beim Thema Wasserstoff, glaubt Thüringens Energieminister Tilo Kummer. "Wir brauchen allerdings passende politische Rahmenbedingungen, damit es hier vorwärtsgeht", so der BSW-Politiker. Dafür müsse etwa der Netzanschluss von Elektrolyseuren vereinfacht werden, um Planungs- und Investitionssicherheit für Unternehmen zu verbessern.

Dafür wollen die Mitgliedsländer der IWO ihre Lobbyarbeit intensivieren: In Leipzig soll demnach im kommenden Jahr eine Kongressreihe zum Thema Wasserstoff mit Fokus auf den Osten Deutschlands initiiert werden. Anfang des kommenden Jahres sei zudem eine Veranstaltung in Brüssel geplant.



Die IWO wurde im März 2024 von den sechs ostdeutschen Ländern gegründet. Nach einem Jahr unter der Führung Thüringens geht der Vorsitz turnusmäßig ab Dezember nach Berlin.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik Deutsche im Iran: Pistorius bereit für Bundeswehreinsatz bei Waffenruhe
26.03.2026

Der Iran-Krieg alarmiert die Bundesregierung, weil die wirtschaftlichen Folgen weltweit spürbar werden. Verteidigungsminister Pistorius...

DWN
Politik
Politik USA verschärfen Ton gegenüber Teheran: Diplomatie unter maximalem Druck
26.03.2026

Washington droht dem Iran mit einer massiven Ausweitung der Militärschläge, falls die Führung in Teheran nicht einlenkt....

DWN
Politik
Politik EU und Ungarn: Spionageverdacht erschüttert Vertrauen in Europa
26.03.2026

Misstrauen breitet sich in der Europäischen Union aus und trifft einen ihrer eigenen Mitgliedstaaten. Der Verdacht, dass Ungarn...

DWN
Finanzen
Finanzen Aktienmarkt in Gefahr: Investoren warnen vor Eskalation im Iran-Konflikt
25.03.2026

Die Märkte geraten ins Wanken, während geopolitische Spannungen eskalieren. Investoren befürchten nach den Drohungen eines eskalierenden...

DWN
Politik
Politik Russlands Ölexport unter Beschuss: Energiekrieg erreicht neue Stufe
25.03.2026

Explosionen in russischen Ostseehäfen lassen den Ölfluss abrupt versiegen. Die Angriffe treffen Moskaus Energieinfrastruktur empfindlich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Tarif-Durchbruch in der Chemie: Mehr Geld und Jobgarantie für 585.000 Beschäftigte
25.03.2026

Lohnplus trotz Krise: Die rund 585.000 Beschäftigten der deutschen Chemie- und Pharmabranche erhalten künftig deutlich mehr Geld. Nach...

DWN
Politik
Politik Turbo für die Verteidigung: EU plant Millionen-Spritze für Militär-Innovationen
25.03.2026

Die EU-Kommission will die militärische Schlagkraft Europas durch schnellere Innovationszyklen sichern. Ein neues Förderinstrument namens...

DWN
Politik
Politik Digitale Gewalt: Was die Regierung jetzt plant
25.03.2026

Deepfakes, Überwachung, intime Bilder – digitale Gewalt nimmt zu, und der politische Druck wächst. Die Bundesregierung arbeitet an...