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Lebensmittelpreise steigen: Warum sich immer mehr Deutsche Sorgen machen

Die Preise im Supermarkt ziehen weiter an, und viele Haushalte kommen kaum hinterher. Eine neue Forsa-Umfrage zeigt, wie stark steigende Lebensmittelpreise die Menschen belasten – und warum der Frust wächst. Besonders für einkommensschwächere Haushalte wird der Alltag zur Rechenaufgabe, während Politik und Wirtschaft um Verantwortung ringen.
07.01.2026 07:23
Lesezeit: 2 min
Lebensmittelpreise steigen: Warum sich immer mehr Deutsche Sorgen machen
Eine Helferin mit einer Schürze mit Logo der Tafel sortiert bei der Tafel Bremerhaven Obst vor der Ausgabe an die Kunden. (Foto: dpa) Foto: Focke Strangmann

Höhere Lebensmittelpreise sind für viele ein Sorgenthema

Eine Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland fühlt sich durch Preissteigerungen persönlich belastet, vor allem bei Lebensmitteln. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Demnach machen sich 58 Prozent der Menschen Sorgen mit Blick auf die steigenden Lebenshaltungskosten und die finanzielle Situation ihres Haushalts. 42 Prozent der rund 1.000 Menschen, die dazu im vergangenen November befragt wurden, gaben an, sich eher wenig oder gar keine Sorgen zu machen.

Fokus auf Lebensmittel und Energie

Für mehr als zwei Drittel der Bevölkerung (68 Prozent) sind Lebensmittel der Bereich, in dem sie Preisanstiege am deutlichsten spüren. 16 Prozent der Befragten nannten den Bereich Energie. Für elf Prozent sind die Gesundheitskosten – etwa Krankenkassenbeiträge oder Pflege – am stärksten gestiegen. Mobilität, beispielsweise Fahrkarten oder Tanken, ist für vier Prozent der Menschen in Deutschland der Bereich, in dem sie Preissteigerungen am meisten wahrnehmen. Zwei Prozent der Befragten trauten sich hier kein Urteil zu oder machten keine Angaben.

Um verdeckte Preissteigerungen durch Mogelpackungen und reduzierte Qualität – etwa durch eine Reduzierung des Fruchtanteils im Saft – sichtbar zu machen, sollte es aus Sicht des Verbandes eine Kennzeichnungsverpflichtung im Geschäft geben. Die Vorständin des Verbandes, Ramona Pop, sagt, die Frage der Lebenshaltungskosten habe "politische Sprengkraft".

Beschwerden über Preise und Mogelpackungen

Die Lebensmittelpreise in Deutschland sind seit 2020 um rund ein Drittel gestiegen. Pop sagt: "Wir sehen auch die Beschwerden in den Verbraucherzentralen, dass sich die Menschen über die Preissteigerungen beschweren, über die Mogelpackungen, die im Supermarkt stehen – und wir nehmen auch wahr, dass daraus natürlich Frust entsteht." Vor allem Menschen mit geringem Einkommen, bei denen Lebensmittel und Energie einen relevanten Anteil ihrer Ausgaben ausmachten, merkten deutlich, "dass ihnen zum Leben sehr wenig übrig bleibt".

Die Bundesregierung sollte ihrer Ansicht nach nicht nur für mehr Transparenz im Supermarktregal sorgen, sondern auch eine Preisbeobachtungsstelle einführen. Hier habe man etwa in Frankreich gute Erfahrungen gemacht. Den Verbraucherzentralen gehe es auch darum, "überhaupt mal rauszufinden, wo die Preise und wie die Preise entstehen". Denn in Deutschland sei völlig undurchsichtig, wo die Preissteigerungen im Lebensmittelbereich eigentlich herkommen.

Hersteller oder Handel?

Die Frage, ob die Verantwortung eher beim Handel oder bei den Herstellern zu suchen sei, könne die vzbv nicht beantworten, erklärt die Vorständin des Bundesverbands. "Selbst die Kartellbehörden, alle legen sich die Karten und sagen, man hat da keine richtige Einsicht." Manche sagten, es sei die Konzentration und die Marktmacht des Einzelhandels. Andere sähen die Verantwortung vor allem bei der lebensmittelverarbeitenden Industrie, die in den vergangenen Jahren die Gewinne eingestrichen habe.

Verbraucher oder Unternehmen entlasten?

Mit ihrer Umfrage wollte der Dachverband auch ermitteln, in welche Richtung die Bundesregierung aus Sicht der Konsumentinnen und Konsumenten gehen sollte, um hier direkt Abhilfe zu schaffen. Die Antwort fällt eindeutig aus. Auf die Frage, ob Verbraucher oder die Wirtschaft, die beide durch steigende Preise belastet würden, durch eine Reduzierung von Steuern und Abgaben entlastet werden sollten, antworteten 63 Prozent der Teilnehmer der Umfrage, die Bundesregierung sollte eher Verbraucherinnen und Verbraucher entlasten. Knapp ein Drittel (32 Prozent) sprach sich eher für eine Entlastung der Wirtschaft aus. Insgesamt fünf Prozent äußerten sich unschlüssig oder machten keine Angabe.

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