Finanzen

US-Börsen: Wall Street von zyklischen Aktien gestützt, Technologie gibt nach

Die Wall Street bewegte sich am Donnerstag uneinheitlich. Technologieaktien standen unter Druck, während die Märkte auf die Arbeitsmarktdaten am Freitag warteten.
09.01.2026 00:21
Lesezeit: 3 min
US-Börsen: Wall Street von zyklischen Aktien gestützt, Technologie gibt nach
An den US-Börsen spiegeln sich wirtschaftliche Erwartungen und geopolitische Trends. (Foto: stockinasia/iStock) Foto: stockinasia/iStock

Der Nasdaq Composite fiel um 0,4 Prozent. Angeführt wurde der Rückgang von Großunternehmen, darunter Nvidia (–2,15 Prozent), Broadcom (–3,24 Prozent), Apple (–0,5 Prozent) und Meta (–0,41 Prozent). Der S&P 500 bewegte sich bis zum Tagesende leicht ins Plus. Der Dow Jones Industrial Average stieg um 0,55 Prozent. Der Kleinunternehmensindex Russell 2000 legte um 1,11 Prozent zu und erreichte zum ersten Mal seit dem 11. Dezember ein neues Rekordhoch.

Der Dow Jones wurde vor allem von Aktien außerhalb des Technologiesektors gestützt. Zu den Gewinnern gehörten Home Depot (+3,01 Prozent), American Express (+1,26 Prozent) und Caterpillar (+1,95 Prozent), berichtete das Wall Street Journal.

Die Stamm- und Vorzugsaktien von Alphabet stiegen um rund 1,1 Prozent. Die Aktie ist auf dem Weg zu ihrem ersten Rekordschlusskurs seit Ende November letzten Jahres.

Rüstungsaktien erholten sich, nachdem US-Präsident Donald Trump den Wunsch geäußert hatte, die militärischen Ausgaben des Landes um 50 Prozent auf 1,5 Billionen Dollar jährlich zu erhöhen. Am Vortag standen die Aktien des Sektors stark unter Druck, da das Staatsoberhaupt damit gedroht hatte, Aktienrückkäufe und Dividendenzahlungen von Rüstungsunternehmen zu begrenzen. Die Aktien von Northrop Grumman und Lockheed Martin verteuerten sich um 2,44 Prozent beziehungsweise 4,34 Prozent. Die Aktie von General Dynamics stieg um 1,68 Prozent und RTX legte um 0,78 Prozent zu.

Auch die Ölpreise stiegen. Die Futures für die Rohölsorte Brent verteuerten sich um 4,25 Prozent und die Futures für West Texas Intermediate (WTI) um 4,29 Prozent. Trump sagte der New York Times, die USA könnten die Kontrolle über Venezuela übernehmen und die Verkaufserlöse in die USA leiten. Auch Energieminister Chris Wright merkte am Mittwoch an, dass die Regierung plane, den Verkauf von venezolanischem Öl und die daraus resultierenden Einnahmen zu kontrollieren.

Nach Einschätzung von Trump würde ein solcher Schritt dazu beitragen, den Ölpreis auf 50 Dollar pro Barrel zu senken. Angesichts der Tatsache, dass der Preis für die US-Referenzsorte WTI derzeit bei rund 58,4 Dollar pro Barrel liegt, würde dies bedeuten, dass in den USA produziertes Öl nicht zu einem Preis verkauft würde, der die Produktionskosten übersteigt, schrieb Yahoo Finance.

Am Anleihemarkt stiegen die Renditen von Staatsanleihen, nachdem die Zahl der neuen Anträge auf Arbeitslosenhilfe etwas niedriger als erwartet ausgefallen war. Zudem wurde bekannt, dass das Handelsbilanzdefizit im Oktober überraschend stark auf 29,4 Milliarden Dollar zurückgegangen ist. Dies ist der niedrigste Stand seit 2009. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe beendete den Tag bei 4,182 Prozent.

Gleichzeitig ging aus dem Bericht von Challenger, Gray & Christmas hervor, dass die Ankündigungen geplanter Entlassungen im Dezember auf den tiefsten Stand des gesamten Jahres 2025 gefallen sind. Die Wall Street hat in dieser Woche auch Lohndaten aus dem Privatsektor sowie einen Regierungsbericht bewertet, der auf eine Verlangsamung der Einstellungsaktivitäten hindeutete. Diese Kennzahlen bilden den Hintergrund für den am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht. Der Vorsitzende der Federal Reserve, Jerome Powell, hat betont, dass man bei Zinsentscheidungen vorsichtig vorgehen werde, bis die Lage am Arbeitsmarkt klarer sei.

Darüber hinaus richtet sich die Aufmerksamkeit auf eine mögliche Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA zur Rechtmäßigkeit der von Trump verhängten Zölle. Der Freitag ist als Tag für die Veröffentlichung von Stellungnahmen angesetzt.

Firma für Lebensmittelsicherheit erholte sich um fast ein Drittel

Die Aktie von Neogen sprang um 31,57 Prozent nach oben, nachdem das Unternehmen für Lebensmittelsicherheit stärkere Quartalsergebnisse als erwartet gemeldet und die Prognose für das gesamte Geschäftsjahr angehoben hatte. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres erzielte Neogen einen bereinigten Gewinn von 10 Cent pro Aktie und übertraf damit laut FactSet die Erwartungen der Analysten von 6 Cent. Der Umsatz belief sich auf 224,7 Millionen Dollar und lag damit deutlich über der Wall-Street-Prognose von 207,7 Millionen Dollar.

Die Aktie des Ölraffinierers PBF Energy verteuerte sich um 13,85 Prozent und profitierte dabei vom kräftigen Anstieg der Ölpreise.

Die Aktie von Bloom Energy, einem Unternehmen aus dem Bereich erneuerbare Energien und Stromerzeugung, stieg um 12,81 Prozent, nachdem das Rechenzentrumsprojekt des Unternehmens in Wyoming genehmigt worden war. Als Teil des Projekts ist die Errichtung von brennstoffzellenbasierten Stromgeneratoren mit einer Gesamtkapazität von 900 Megawatt geplant. Nach Einschätzung von Analysten wird das Projekt das Umsatzwachstum des Unternehmens in den kommenden Jahren erheblich unterstützen.

Ebenfalls deutlich zulegen konnten die Aktien des Drohnenherstellers Ondas Holdings (+15,02 Prozent) und des Technologieunternehmens Kratos Defense & Security Solutions (+13,78 Prozent).

Mehrtägige Rallye führte zu großem Verlust

Die Aktie des Biowissenschaftsunternehmens Regencell Bioscience gab nach einer dreitägigen Rallye nach, fiel um 21,67 Prozent und war damit der größte Verlierer des Tages. Erst am Mittwoch war die Aktie um 60,1 Prozent gestiegen.

Die Teleflex-Aktie fiel um 13,06 Prozent nach der Nachricht, dass Stuart Randle, Vorstandsmitglied des Medizintechnikunternehmens, zum Interimspräsidenten und CEO ernannt wurde. Randle übernimmt den Posten von Liam Kelly, der von seinen Ämtern als Vorstandsvorsitzender, Präsident und CEO zurücktritt.

Die Aktie des Anbieters für intelligente Beleuchtungslösungen, Acuity Brands, fiel um 12,85 Prozent, trotz besser als erwartet ausgefallener Geschäftsergebnisse für das vierte Quartal. Acuity Brands erzielte einen bereinigten Gewinn von 4,69 Dollar pro Aktie und übertraf damit die Analystenprognose von 4,59 Dollar. Der Umsatz belief sich auf 1,14 Milliarden Dollar, was den Erwartungen der Wall Street entsprach.

Deutlich verbilligten sich auch die Aktien des Technologieunternehmens Applied Optoelectronics (–13,26 Prozent) und des Softwareunternehmens Ciena (–13,14 Prozent).

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