Finanzen

Gold steigt auf Rekordhoch: Krisen und Zweifel treiben Anleger in sichere Häfen

Internationale Spannungen und politische Unsicherheiten in den USA sorgen derzeit für spürbare Nervosität an den Finanzmärkten. Besonders ein traditioneller Schutzwert rückt dabei verstärkt in den Fokus der Investoren – und erreicht neue Dimensionen.
12.01.2026 10:21
Aktualisiert: 12.01.2026 10:21
Lesezeit: 2 min
Gold steigt auf Rekordhoch: Krisen und Zweifel treiben Anleger in sichere Häfen
Der Goldpreis steigt um 6 Prozent, während politische Spannungen und Unsicherheiten in den USA die Finanzmärkte beeinflussen. Erfahren Sie, warum Edelmetalle jetzt gefragt sind (Foto: dpa). Foto: Ravitaliy

Gold: Kursplus auf sechs Prozent

Sollte der Goldpreis das Plus bis zum Tagesende halten, wäre es am siebten Handelstag des Jahres der sechste im Plus. Mit dem Anstieg vom Montag baute Gold sein Kursplus in diesem Jahr auf sechs Prozent aus. Gold war im vergangenen Jahr eine der gefragtesten Anlageklassen. Der Preis war um 65 Prozent gestiegen und damit so stark wie seit 1979 nicht mehr.

Jahresplus Silber

Bei Silber war das Jahresplus mit fast 150 Prozent noch deutlich höher. Am Montag verteuerte sich der Preis für eine Unze Silber um viereinhalb Prozent auf 83,45 Dollar und lag damit nur noch rund einen halben Dollar unterhalb des Rekordhochs von Ende 2025.

Händler führten die Gewinne bei den Edelmetallen am Montagmorgen primär auf die Situation im Iran zurück. Zudem nannten einige Experten mit Blick auf die Gewinne beim Gold auch die zunehmenden Sorgen über die Unabhängigkeit der US-Notenbank als Argument.

Strafrechtliche Ermittlungen gegen Trump

Der Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Chef der US-Notenbank spitzt sich weiter zu: Jerome Powell hat strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn und eine drohende Anklage als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Federal Reserve (Fed) zurückgewiesen. Powell zufolge stellte das US-Justizministerium der Fed am Freitag Vorladungen zu und drohte mit einer Anklage.

Er soll im Zusammenhang mit der mehrjährigen Sanierung von Gebäuden der Zentralbank in Washington vor dem Senat Falschaussagen gemacht haben, so der Vorwurf. Der Fed-Chef sieht darin allerdings nur einen Vorwand: "Es geht darum, ob die Fed die Zinssätze weiterhin auf Grundlage von Fakten und wirtschaftlichen Gegebenheiten festlegen kann - oder ob die Geldpolitik stattdessen von politischem Druck oder Einschüchterung bestimmt wird", erklärte er weiter.

Unterdessen erhöhte US-Präsident Donald Trump angesichts der Massenproteste im Iran gegen die autoritäre Staatsführung den Druck auf die Islamische Republik. "Der Iran will verhandeln", sagte er an Bord des Regierungsflugzeugs Air Force One vor Journalisten. Man werde sich vielleicht mit Vertretern des Irans treffen, ein Treffen werde vorbereitet.

Proteste im Iran

Angesichts dessen, was im Iran passiere, müssten die USA allerdings vielleicht auch vorher handeln, warnte Trump mit Blick auf die andauernden Proteste. Worüber der Iran mit den USA Gespräche führen möchte, führte er nicht aus. Er erwägt, die Demonstranten im Iran mit Satelliteninternet zu unterstützen. Trump wollte noch am Sonntag (Ortszeit) mit Tech-Milliardär Elon Musk telefonieren, dessen Firma SpaceX den Dienst Starlink betreibt.

Irans Staatsführung hat den Internetzugang für die Menschen fast vollständig gesperrt, auch Telefonverbindungen schienen teils nicht mehr zu funktionieren. Damit will sie die Kommunikation zwischen den Demonstranten erschweren. Zudem soll die Veröffentlichung von Berichten, Fotos und Videos über die Massenproteste so unterdrückt werden.

Sicherheit in stürmischen Zeiten

Edelmetalle - allen voran Gold - gelten bei vielen Investoren als sichere Häfen, in die die Anleger Geld bei politischen Unsicherheiten schieben. Silber ist zudem ein wichtiges Industriemetall, das für zahlreiche Anwendungen rund um KI, Robotik und Energie benötigt wird.

Das Vorgehen gegen Powell dürfte Wasser auf die Mühlen derer sein, die von der US-Notenbank Fed mehr Tempo bei Zinssenkungen fordern. Damit würde bei Investoren die Attraktivität von US-Staatsanleihen sinken, die ebenfalls als sicherer Hafen gelten. Edelmetalle werden im Gegenzug für Investoren attraktiver.

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