Wirtschaft

„Ein Albtraum für den Handel“: EU kontert Trumps Strafzoll-Drohungen

Donald Trump will mit Strafzöllen Druck auf Europa ausüben – doch kann er sich dabei überhaupt einzelne EU-Staaten herauspicken? Brüssel verweist auf die Regeln des Binnenmarkts und der Zollunion und warnt Washington vor einem kaum umsetzbaren bürokratischen Kraftakt.
19.01.2026 16:47
Lesezeit: 1 min

Die von US-Präsident Donald Trump im Grönland-Konflikt angekündigten Strafzoll-Pläne gegen Deutschland und ausgewählte andere Staaten werden nach Einschätzung der EU nur sehr schwer umzusetzen sein. Weil die EU als Binnenmarkt funktioniere, müsse für dort hergestellte Waren nach EU-Vorschriften in der Regel nur die EU als Ursprung angegeben werden, sagte ein Sprecher in Brüssel. Dies hindere einen Drittstaat zwar nicht daran, zusätzliche Informationen zum Herkunftsstaat zu verlangen. Viele Waren stammten aber faktisch aus verschiedenen Teilen der EU, weil sie über integrierte, grenzüberschreitende Lieferketten hergestellt würden, an denen mehrere Mitgliedstaaten beteiligt sind.

EU-Kommission befürchtet Störungen im Warenhandel

"Das bedeutet, dass es aus Zollperspektive und aus operativer Sicht praktisch sehr schwierig ist, Waren eindeutig ausschließlich einem einzelnen Mitgliedstaat zuzuordnen". Technisch sei dies möglich, es sei jedoch «enorm bürokratisch und verfahrensmäßig komplex, und es würde zusätzliche Ebenen von Komplexität schaffen». Diese potenziellen zusätzlichen Komplexitätsebenen würden den reibungslosen transatlantischen Warenhandel behindern – insbesondere für US-Importeure.

Trumps Zollpläne sehen vor, ab dem 1. Februar Strafzölle in Höhe von zehn Prozent auf Importe aus Deutschland und sieben anderen europäischen Staaten zu verhängen. Der US-Präsident will damit den Widerstand gegen einen Verkauf der zu Dänemark gehörenden Insel Grönland an die Vereinigten Staaten brechen. Die Regierung in Kopenhagen schließt ein solches Geschäft bislang aus und wird dabei aktiv von mehreren europäischen Staaten unterstützt. Die Zölle sollen nun diejenigen treffen, die jüngst symbolisch Soldaten nach Grönland entsendet hatten. Neben Dänemark und Deutschland waren das unter anderem Frankreich, Großbritannien und die Niederlande.

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