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Volkswagen streicht zehn Vorstandsposten bei VW, Škoda und Seat

Volkswagen greift tief in die Konzernstruktur ein und streicht zahlreiche Führungspositionen. Die Reorganisation soll Milliarden sparen und schneller machen. Für die Volkswagen-Aktie ist das ein strategischer Einschnitt mit Signalwirkung.
27.01.2026 07:30
Lesezeit: 5 min
Volkswagen streicht zehn Vorstandsposten bei VW, Škoda und Seat
Volkswagen zieht auch bei Manager-Gehältern die Zügel an. (Foto: dpa) Foto: Julian Stratenschulte

Neue Führungsstruktur für die Core Brand Group

Die Volkswagen-Gruppe hat eine umfassende Neuordnung bei ihren wichtigsten Marken angekündigt. Betroffen sind Volkswagen, Škoda, Seat und Cupra sowie Volkswagen Nutzfahrzeuge. Diese Marken werden konzernintern als Core Brand Group zusammengefasst. Die Reorganisation soll das Management vereinfachen, die Zahl der Vorstandsposten deutlich reduzieren und strategische Entscheidungen stärker auf Konzernebene bündeln.

Künftig wird der Markenchef von Volkswagen, Thomas Schäfer, die neue Konzernleitung der Core Brand Group führen. Dieses Gremium soll für sämtliche markenübergreifenden strategischen Entscheidungen verantwortlich sein. Schäfer erklärte, dass die neue Struktur schnellere Entscheidungen ermögliche und die Abstimmung zwischen den Marken verbessere. Dadurch sollen die Ergebnisse im gesamten Konzern optimiert werden.

Deutlicher Abbau von Vorstandsposten und Zentralisierung

Im Zuge der Reorganisation sinkt die Zahl der Vorstandsposten von bislang 29 auf künftig 19. Jede einzelne Marke wird künftig nur noch von vier Vorstandsressorts geführt. Diese umfassen den Vorstandsvorsitzenden sowie die Bereiche Finanzen, Vertrieb und Personal.

Weitere zentrale Funktionen wie Entwicklung, Produktion und Einkauf werden in Wolfsburg gebündelt. Für diese Bereiche übernehmen Mitglieder des Volkswagen-Vorstands die Verantwortung. Kai Grünitz wird den Bereich Entwicklung leiten, Karsten Schnake ist für den Einkauf zuständig und Christian Vollmer verantwortet die Produktion. Gemeinsam mit Finanzvorstand David Powels und den vier Markenchefs bilden sie die neue Leitung der Core Brand Group. Dieses Gremium entscheidet künftig über alle Themen, die mehrere Marken gleichzeitig betreffen.

Nach Angaben von Autonews soll die Reorganisation an der Konzernspitze ein klares Signal setzen. Der geplante Stellenabbau auf unteren Ebenen soll auch durch eine Konsolidierung der Führungsfunktionen gestützt werden. Neun bisherige Vorstandsposten in den Bereichen Produktion, Einkauf und Entwicklung werden unterhalb der Vorstandsebene angesiedelt. Die entsprechenden Verantwortlichkeiten werden auf nachgeordnete Managementebenen verteilt.

Sparprogramm von oben nach unten

Thomas Schäfer rechnet damit, dass die Reorganisation im Produktionsbereich bis zum Jahr 2030 kumulierte Einsparungen von rund einer Milliarde Euro ermöglicht. Davon entfallen etwa 600 Millionen Euro auf Personalkosten und rund 400 Millionen Euro auf Einsparungen in der Produktion, etwa durch eine stärkere Nutzung gemeinsamer Fahrzeugplattformen. Die neue Führungsstruktur ist im Produktionsbereich bereits eingeführt. Der gesamte Reorganisationsprozess soll bis zum 1. Juli 2026 abgeschlossen sein.

Parallel dazu plant Volkswagen, bis zum Jahr 2030 rund 35.000 Arbeitsplätze in Deutschland abzubauen. Hintergrund sind rückläufige Verkaufszahlen, der zunehmende Wettbewerbsdruck durch chinesische Hersteller sowie höhere Zölle. Für den Standort Deutschland bedeutet die Reform eine weitere Machtverlagerung nach Wolfsburg und eine stärkere Zentralisierung strategischer Entscheidungen. Für Politik und Gewerkschaften verschärft sich damit der Druck, den industriellen Kern des Konzerns zu stabilisieren.

Für Anleger ist die Entwicklung insbesondere im Hinblick auf die Volkswagen-Aktie relevant. Die Maßnahmen signalisieren einen klaren Fokus auf Kostendisziplin, Effizienz und schnellere Entscheidungsprozesse. Gleichzeitig verdeutlichen sie den strukturellen Anpassungsdruck, unter dem der Konzern steht. Weniger Vorstandsposten, mehr Zentralisierung und milliardenschwere Einsparziele sollen den Konzern widerstandsfähiger machen. Ob diese Strategie langfristig Vertrauen in die Volkswagen-Aktie stärkt, hängt davon ab, ob Effizienzgewinne ohne nachhaltige Schäden für Innovationskraft und Beschäftigung umgesetzt werden können.

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