Finanzen

Krypto-News: Kryptowährungen brechen ein – Bitcoin-Kurs auf tiefstem Stand seit Trumps Wahlsieg

Am Donnerstag ist der Krypto-Crash weiter gegangen, Star-Investor Michael Burry warnt bereits vor einer "Todesspirale". Der Bitcoin-Kurs gerät massiv unter Druck, der Markt verliert Vertrauen und Milliarden lösen sich in Luft auf. Steht der Kryptomarkt vor einer bloßen Korrektur – oder vor einer gefährlichen Abwärtsspirale? Haben Kryptowährungen ein strukturelles Problem?
05.02.2026 23:51
Aktualisiert: 05.02.2026 23:51
Lesezeit: 3 min
Krypto-News: Kryptowährungen brechen ein – Bitcoin-Kurs auf tiefstem Stand seit Trumps Wahlsieg
Der Bitcoin-Kurs steht mächtig unter Druck: Gibt es ein strukturelles Problem bei Kryptowährungen? (Foto: iStockphoto.com/KanawatTH) Foto: KanawatTH

Bitcoin-News: Bitcoin-Kurs fällt auf tiefsten Stand seit Trumps Wahlsieg

Der Bitcoin-Kurs ist in dieser Woche massiv unter Druck geraten. Am Donnerstagmorgen verbuchte der BTC-Kurs zeitweise einen Verlust von über 8 Prozent und fiel parallel zum Handel an der Wall Street unter die Marke von 70.000 US-Dollar. Sein Tagestief im nachbörslichen Handel markierte der Bitcoin bei unter 62.500 Dollar – gegenüber dem Schlusskurs des Vortages ein Minus von mehr als 14 Prozent. Damit erreichte der Bitcoin-Preis den niedrigsten Stand seit dem Sieg von Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen im November 2024.

Am Morgen sah es noch aus, als könnte sich der Bitcoin-Kurs von seinem vorbörslichen Absturz etwas erholen. Eine Stunde vor Handelsstart an der Frankfurter Börse notierte der Bitcoin bei etwa 70.800 Dollar, gegenüber dem Vortagesschluss war das allerdings dennoch ein kräftiges Minus von mehr als drei Prozent. Die Nervosität am Kryptomarkt bleibt jedenfalls hoch. Die jüngste Bitcoin-Kursentwicklung verdeutlicht, wie empfindlich Investoren derzeit auf politische und geldpolitische Signale reagieren.

Anlegern stehe die Unsicherheit ins Gesicht geschrieben, schrieb Timo Emden von Emden Research. Investoren befänden sich im Klammergriff makroökonomischer Unsicherheiten. Der Rückgang zeige, dass der Bitcoin-Kurs zunehmend von globalen Liquiditätsströmen und geldpolitischen Erwartungen beeinflusst werde. Ein Unterschreiten der 70.000-Dollar-Marke könnte laut Emden einen Panikmodus auslösen. Das sind keine schönen Bitcoin-News!

Der erneute Rückgang verschärft die Debatte über die Stabilität des Bitcoin-Kurses und wirft die Frage auf, ob es sich lediglich um eine heftige Korrektur oder um den Beginn einer tiefergehenden strukturellen Krise handelt.

Klare Absage an staatliche Interventionen durch Scott Bessent

Zusätzlichen Druck erhielt der BTC-Kurs durch Aussagen von US-Finanzminister Scott Bessent. Vor dem House Financial Services Committee erteilte er Hoffnungen auf staatliche Stützungsmaßnahmen für den Kryptosektor eine klare Absage. "Ich habe nicht die Befugnis dazu, und als Vorsitzender des FSOC besitze ich diese Autorität ebenfalls nicht", erklärte Bessent laut Yahoo Finance. Damit wurden Erwartungen enttäuscht, die auf eine institutionelle Absicherung von Bitcoin unter der neuen US-Regierung gesetzt hatten. Der Bitcoin-Kurs reagierte prompt mit weiteren Abschlägen.

Michael Burry warnt vor "Todesspirale": Droht bei Kryptowährungen eine fundamentale Wertvernichtung?

Für zusätzliche Verunsicherung sorgte Star-Investor Michael Burry. In einem Beitrag auf der Plattform Substack, aus dem Yahoo Finance zitiert, warnte Burry vor einer möglichen "Todesspirale". Ein anhaltender Preisverfall könne eine Kettenreaktion auslösen, die zu massiver Zerstörung von Marktkapitalisierung führe. "Bitcoin wurde als rein spekulatives Asset entlarvt und ist weit davon entfernt, eine Absicherung gegen Währungsabwertung zu sein, wie es Gold und andere Edelmetalle sind", schrieb Burry. Diese Einschätzung stellt den Bitcoin-Preis und dessen Rolle als Inflationsschutz grundsätzlich infrage.

Bitcoin-Kurs aktuell: Geldpolitische Straffung belastet Risiko-Assets

Ein zentraler Belastungsfaktor für die Bitcoin-Kursentwicklung ist die geldpolitische Unsicherheit in den USA. Präsident Trump nominierte Kevin Warsh als Nachfolger von Fed-Chef Jerome Powell. Warsh gilt als geldpolitischer Falke, von dem weniger Zinssenkungen und höhere Realzinsen erwartet werden. Diese Aussicht stärkte zuletzt den US-Dollar und minderte die Attraktivität von Risikoanlagen. Für den Bitcoin-Kurs bedeutet das zusätzlichen Gegenwind, da weniger Liquidität an den Märkten als Gift für Kryptowährungen gilt.

Am Donnerstag nähert sich der Bitcoin-Kurs aktuell erneut der kritischen Marke von 70.000 Dollar. Seit Anfang Januar hat der Bitcoin rund 15 Prozent an Wert verloren, seit dem Bitcoin-Rekordhoch im Oktober beträgt das Minus etwa 40 Prozent. Innerhalb einer Woche wurden nahezu 500 Milliarden Dollar an Marktwert im Kryptosektor vernichtet. Auch Ethereum, Ripple und andere digitale Assets gerieten stark unter Druck. Ethereum fiel zeitweise auf 1.830 US-Dollar zurück, ein Minus von 14 Prozent. Der Ripple-Kurs (XRP-Kurs) verlor annähernd 21 Prozent und wurde zeitweise unter 1,20 US-Dollar gehandelt. Der CMC Crypto Fear and Greed Index lag laut CoinMarketCap bei 11 und damit im Bereich "Extreme Fear".

Die Aussicht auf weniger Zinssenkungen und geringere Liquidität stärkte zuletzt den US-Dollar und schwächte gleichzeitig hochvolatile Risikoanlagen. Marktbeobachter werten die Personalentscheidung als Signal für ein mögliches Ende der Ära des billigen Geldes – ein Umfeld, das der Bitcoin-Kurs historisch schlecht verkraftet.

Bitcoin-Prognose: Strukturelle Krise belastet Bitcoin-Kurs langfristig

Der Abwärtstrend begann lange vor der Ernennung von Kevin Warsh und verweist auf tiefere strukturelle Probleme. Zwar brachten Bitcoin-ETFs und eine kryptofreundliche Politik Bitcoin näher an den Finanzmainstream, doch die Erkenntnis bleibt: Kryptowährungen sind spekulative Anlagen und haben als Absicherung gegen Wertverluste weitgehend versagt. Historisch betrachtet dauerte es bei den vergangenen beiden großen Korrekturen jeweils über zwei Jahre, bis das Ausgangsniveau wieder erreicht wurde. Zudem unterscheidet sich der Markt heute deutlich von 2017 oder 2021.

Neu ist vor allem die Rolle großer Bitcoin-Halter. Unternehmen wie Strategy halten massive Bestände. Strategy besitzt mehr als 700.000 Bitcoin bei einem durchschnittlichen Kaufpreis von 76.000 Dollar. Beim aktuellen Bitcoinkurs lag das Unternehmen zuletzt rund 700 Millionen Dollar im Minus. Solche Verluste können eine Zeit lang ausgehalten werden. Sollten die Preise jedoch weiter fallen, drohen Notverkäufe – genau jene "Todesspirale", vor der Michael Burry warnt.

BTC-Kurs zwischen Unsicherheit und Strukturproblemen

Der aktuelle Rückgang des Bitcoin-Kurses ist mehr als eine kurzfristige Marktreaktion. Politische Entscheidungen, eine restriktivere Geldpolitik und prominente Warnungen treffen auf einen Markt, der strukturell verwundbarer geworden ist. Die stärkere Verflechtung mit klassischen Finanzmärkten erhöht die Anfälligkeit für externe Schocks. Gleichzeitig zeigt die Entwicklung, dass Bitcoin seine Rolle als Krisen- oder Inflationsschutz bislang nicht überzeugend erfüllt hat. Historische Vergleiche mahnen zur Geduld, denn frühere Erholungen dauerten Jahre. Ob der Bitcoin-Preis stabilisiert werden kann oder weitere Rückschläge drohen, hängt entscheidend vom geldpolitischen Umfeld und dem Vertrauen der Investoren ab.

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