Wirtschaft

Deutsche Wirtschaft: Krisen kosten Deutschland fast 1.000 Milliarden Euro

Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg, Zoll-Streit: Seit 2020 reiht sich eine Krise an die andere. Das kommt die deutsche Wirtschaft teuer zu stehen. Die Einbußen stellen frühere Krisen in den Schatten.
11.02.2026 14:54
Lesezeit: 1 min
Deutsche Wirtschaft: Krisen kosten Deutschland fast 1.000 Milliarden Euro
Die ökonomischen Kosten der Dauerkrisen der vergangenen Jahre für Deutschland summieren sich nach IW-Schätzungen inzwischen auf fast eine Billion Euro. (Foto: dpa) Foto: Soeren Stache

Krisen kosten Deutschland fast 1.000 Milliarden Euro

Die ökonomischen Kosten der Dauerkrisen der vergangenen Jahre für Deutschland summieren sich nach IW-Schätzungen inzwischen auf fast eine Billion Euro. Für die sechs Jahre seit 2020 ergebe sich ein Ausfall an preisbereinigtem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von insgesamt 940 Milliarden Euro, rechnet das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) vor.

Je Erwerbstätigen entspreche dies einem Wertschöpfungsverlust von deutlich mehr als 20.000 Euro infolge von Corona-Pandemie, den Auswirkungen des russischen Krieges gegen die Ukraine und der konfrontativen Politik der USA.

Ein Viertel der gewaltigen Gesamtsumme entfällt den Berechnungen zufolge auf das von Zollkonflikten mit der Regierung von US-Präsident Donald Trump geprägte vergangene Jahr. Amtlichen Zahlen zufolge schrammte die deutsche Wirtschaft 2025 knapp am dritten Jahr ohne Wirtschaftswachstum in Folge vorbei, die Wirtschaftsleistung legte real um 0,2 Prozent zu.

Wirtschaft stärker belastet als in früheren Krisen

"Die laufende Dekade ist bislang von außergewöhnlichen Schocks und gewaltigen ökonomischen Anpassungslasten geprägt, die mittlerweile das Belastungsniveau früherer Krisen deutlich übertreffen", ordnet IW-Forscher Michael Grömling ein.

Die ökonomischen Kosten der Stagnationsperiode der Jahre 2001 bis 2004 lagen den Berechnungen zufolge preisbereinigt (real) bei rund 360 Milliarden Euro, für die Finanzmarktkrise 2008/2009 ergaben sich demnach Wertschöpfungsausfälle in Höhe von rund 525 Milliarden Euro.

Schere öffnet sich immer weiter

Um das Ausmaß der Wirtschaftseinbußen zu berechnen, hat IW-Forscher Grömling den tatsächlichen Konjunkturverlauf einem hypothetischen Szenario ohne die genannten Krisen gegenübergestellt. Basierend auf der Annahme, dass sich ohne diese Krisen das Wirtschaftsleben mit dem Durchschnittstempo der letzten drei Dekaden weiterentwickelt hätte, ergaben sich "erhebliche und ansteigende Wirtschaftsausfälle", heißt es in der Analyse.

"Nach der Erholung vom Pandemieschock kamen die wirtschaftlichen Aktivitäten in Deutschland nunmehr seit drei Jahren nicht mehr über das Niveau des Jahres 2019 hinaus", schreibt Grömling. "Aufgrund dieser faktischen Stagnation und eines unterstellten kontrafaktisch weiter ansteigenden Verlaufs öffnete sich bislang die Schere immer weiter und die wirtschaftlichen Verluste nahmen in den letzten Jahren durchgehend und deutlich zu."

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