Wirtschaft

DIHK-Konjunkturprognose: Zaghafter Aufschwung für deutsche Wirtschaft bleibt fragil

Die deutsche Wirtschaft kommt nur langsam wieder in Bewegung. Zwar zeigen Umfragen erste Hoffnungsschimmer, doch viele Unternehmen bleiben vorsichtig. Die DIHK-Konjunkturprognose wurde leicht angehoben – aber reicht das wirklich für eine echte Trendwende?
17.02.2026 10:47
Lesezeit: 2 min

DIHK-Konjunkturprognose: Wirtschaft kommt nur in Trippelschritten voran

Die deutsche Wirtschaft verharrt in einer anhaltenden Schwächephase. Kommt nun die Trendwende, und wie präsentiert sich die Lage ein Jahr nach der Bundestagswahl?

Die deutsche Wirtschaft findet nur mühsam aus der Krise. Die Stimmung bessere sich leicht, bleibe jedoch gedrückt, erklärte Helena Melnikov, Hauptgeschäftsführerin der Deutschen Industrie- und Handelskammer, in Berlin. Laut DIHK-Konjunkturprognose geht es lediglich in kleinen Schritten aufwärts. Eine breite Mehrheit der Unternehmen sieht sich mit hohen Standortkosten, einer schwachen Inlandsnachfrage und geopolitischen Risiken wie der US-Zollpolitik konfrontiert.

Zu Beginn des Jahres ist lediglich eine minimale Verbesserung der Geschäftslage erkennbar, wie eine DIHK-Umfrage unter rund 26.000 Unternehmen zeigt. Etwas Zuversicht bringen die Exporterwartungen. 22 Prozent der Unternehmen erwarten in den kommenden zwölf Monaten steigende Ausfuhren, das sind drei Prozentpunkte mehr als im Herbst. Damit sendet die DIHK-Konjunkturprognose erste vorsichtige Signale für die deutsche Wirtschaft.

DIHK-Konjunkturprognose leicht angehoben

Die DIHK hat ihre DIHK-Konjunkturprognose moderat nach oben korrigiert und erwartet nun für 2026 ebenso wie die Bundesregierung ein Wachstum von einem Prozent. Dieses Plus sei jedoch zu einem erheblichen Teil auf Statistik- und Kalendereffekte zurückzuführen. In diesem Jahr gibt es mehr Arbeitstage, da Feiertage auf Wochenenden fallen. International bleibt Deutschland beim Wachstum zurück. Noch im November war die DIHK-Konjunkturprognose für 2026 von 0,7 Prozent ausgegangen. Positive Impulse kommen von staatlichen Milliardenausgaben für Infrastruktur und Verteidigung.

Unternehmen investieren kaum

Laut DIHK-Umfrage zeigen sich die Unternehmen bei ihren Investitionsplänen im Inland weiterhin ausgesprochen vorsichtig. Die Betriebe investieren vor allem in Ersatzbedarf, etwa in den Austausch von Maschinen, sagte Melnikov. Bei Investitionen in Innovationen werde hingegen ein Tiefstand verzeichnet.

Die anhaltend schwache Stimmung hat nach Einschätzung der DIHK längst den Arbeitsmarkt erreicht. 12 Prozent der Unternehmen planen laut DIHK-Umfrage, ihre Belegschaft aufzustocken, während 23 Prozent mit einem Stellenabbau rechnen.

DIHK-Konjunkturprognose zeigt nur vorsichtige Signale

Die DIHK-Konjunkturprognose deutet zwar auf eine minimale Verbesserung der Lage hin, doch die deutsche Wirtschaft bleibt weiterhin in einer schwierigen Phase. Hohe Standortkosten, geopolitische Risiken und eine schwache Inlandsnachfrage belasten viele Unternehmen. Zwar sorgen Exporterwartungen und staatliche Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung für etwas Rückenwind, doch Investitionen in Innovationen bleiben auf einem Tiefstand. Auch am Arbeitsmarkt ist die Unsicherheit spürbar. Insgesamt zeigt sich: Ein Aufschwung ist möglich, aber noch längst nicht gesichert.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Datenschutz in Casino-Apps und was deutsche Nutzer wirklich erwarten

Spieler schreiben an ihr Online-Casino und verlangen Auskunft darüber, welche Daten über sie gespeichert wurden. Das Casino antwortet...

DWN
Finanzen
Finanzen Börsenboom treibt Reichtum der Eliten: Ist eine Vermögenssteuer überfällig?
27.05.2026

Wer mehr als 100 Millionen Dollar besitzt, gilt als superreich. In Deutschland gehören Tausende Menschen dazu - Tendenz steigend, wie eine...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinesische Direktinvestitionen. Europas neue Angst vor China-Geld
27.05.2026

China investiert so viel wie nie in Europas Schlüsselindustrien. Ausgerechnet jetzt verschärft die EU ihre Regeln für ausländische...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Agrartechnik wird elektrisch: Ex-VW-Chef Diess will E-Traktor auf den Markt bringen
27.05.2026

Früher VW-Boss, jetzt Landmaschinen-Pionier? Herbert Diess plant einen E-Traktor mit Wechsel-Akkus für Landwirte. Diese sollen schon bald...

DWN
Politik
Politik China-Politik: Zwischen Vorsicht und Fairness - Reiches Spagat
27.05.2026

Bundeswirtschaftsministerin Reiche sucht in Peking den Dialog mit China. Doch seltene Erden, fairer Wettbewerb und die Debatte über...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Mini-Wachstum: Wirtschaftsweise senken erneut Prognose - Abschwung setzt sich fort
27.05.2026

Einen Aufschwung der deutschen Wirtschaft gibt es langfristig nicht: Der Sachverständigenrat erwartet nur noch ein Mini-Wachstum von 0,5...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Tech-Börsengänge mit Rekordwerten lassen Experten zweifeln
27.05.2026

SpaceX, OpenAI und Anthropic könnten mit ihren Tech-Börsengängen neue Rekordbewertungen erreichen. Experten warnen jedoch vor Hype,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen KI-Einführung: Erfolg entscheidet sich im Mindset, nicht im Code
27.05.2026

Bei der Implementierung von KI denken viele zunächst an die technischen und datenschutzrechtlichen Komponenten. Doch der eigentliche...

DWN
Politik
Politik Antragsloses Kindergeld aber weniger Elterngeld? Wie die Regierung für mehr Kinder sorgen will
27.05.2026

Die Geburtenrate befindet sich parallel zur Wirtschaftskrise auf einem historischen Tiefstand. Kinder rücken plötzlich in den Fokus der...