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Windparks in der Nordsee: Vattenfall hat sich gegen deutsche Flächen entschieden

Deutsche Windkraftflächen auf See galten lange als lukrativ. Doch der Wind hat sich gedreht - die letzte Auktion stieß auf Desinteresse. Wie bewertet der Energiekonzern Vattenfall die Lage?
18.02.2026 09:38
Lesezeit: 2 min

Vattenfall-Chefin: Windpark-Flächen in Nordsee begrenzt

In Teilen der deutschen Nordsee gibt es nach Einschätzung von Vattenfall-Chefin Anna Borg ein Platzproblem für Windparks. «In der deutschen Nordsee sind die Flächen für Offshore begrenzt», sagte die Vorstandschefin des staatlichen schwedischen Energiekonzerns. Das erschwere die Planung von Windparkflächen und führe dazu, dass sich manche Anlagen störten. «Ein Windpark schattet einen anderen ab», sagte sie der DPA. In der Fachsprache nennt sich das Wake-Effekt.

In Deutschland gibt es eine Debatte darüber, ob Windkraftflächen in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone attraktiv genug sind, um Käufer zu finden. Im August 2025 konnte die Bundesnetzagentur zwei Flächen in der Nordsee nicht versteigern. Im Januar war bekanntgeworden, dass die Bundesregierung eine für dieses Jahr geplante Ausschreibung verschieben will.

Vattenfall hat sich gegen Flächen entschieden

Vattenfall habe die im vergangenen Jahr ausgeschriebenen Flächen geprüft - sich aber letztlich aus Gründen der Wirtschaftlichkeit gegen ein Gebot entschieden, sagte Borg: «Für uns erschien es nicht attraktiv. Hätte die Bundesregierung Preisrisiken abgesichert, wäre die Bewertung womöglich anders ausgefallen.»

Vattenfall, das Deutschland zu einem seiner Kernmärkte zählt, will an anderen Stellen in der deutschen Nordsee die Windparks Nordlicht 1 und 2 errichten. Die finale Investitionsentscheidung fiel erst im Januar. Der Bau von Nordlicht 1 soll dieses Jahr beginnen, der von Nordlicht 2 voraussichtlich 2027. «Wir bauen die Windparks ohne staatliche Förderung.»

Industrieunternehmen werden den Strom abnehmen, wie Borg ankündigte. Bereits bekannt ist, dass bislang BASF, Salzgitter und das niederländisch-amerikanische Unternehmen LyondellBasell zu den Kunden zählen. BASF und LyondellBasell sind Chemiekonzerne, Salzgitter ist ein Stahlproduzent.

Deutsche Windparks im Ausland? Borg ist zurückhaltend

Eine Analyse des Fraunhofer-Institut Iwes hatte ergeben, dass der Bau von deutschen Windparks in europäischen Nachbarländern die Energiewende vergünstigen kann. Nach Einschätzung des Bundesverbands Windenergie Offshore könnten Kosten in Milliardenhöhe eingespart werden.

Eine Lösung des Platzproblems, indem Windparks allein für den deutschen Markt in dänischen und schwedischen Meereszonen errichtet werden, wäre zu prüfen, sagte Borg. «Gleichzeitig haben wir bereits ein integriertes europäisches Energiesystem, in dem Strom zwischen Deutschland und anderen Märkten transportiert werde.» Das werde auch in Zukunft so sein.

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