Panorama

Allensbach-Studie: Weniger Rückhalt der Deutschen für Energiewende

Fossile Energieträger wie Kohle und Gas sollen in Deutschland schrittweise durch erneuerbare Energien ersetzt werden - für mehr Klimaschutz. Doch in der Bevölkerung geht die Unterstützung für die Energiewende zurück.
11.02.2026 14:19
Lesezeit: 2 min
Allensbach-Studie: Weniger Rückhalt der Deutschen für Energiewende
Zwei Drittel der Befragten erwarten, dass sich infolge der Energiewende das Landschaftsbild in Deutschland durch Windräder und neue Stromleitungen gravierend verändern wird. (Foto: dpa) Foto: Jan Woitas

Studie: Weniger Rückhalt für die Energiewende

In Deutschland gibt es laut einer Umfrage in der Bevölkerung weniger Rückhalt für die Energiewende und den Klimaschutz. Der Anteil derer, die sich große Sorgen über die Folgen des Klimawandels machen, ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, wie aus einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der BMW Foundation Herbert Quandt hervorgeht.

Während demnach dieser Anteil zwischen 2010 und 2019 von 29 auf 51 Prozent gestiegen ist und bis 2022 auf ähnlich hohem Niveau verharrte, verringerte er sich seither auf zunächst 36 Prozent und aktuell auf 33 Prozent.

Thema Klimaschutz verliert an Bedeutung

Die Gründe liegen dem Institut zufolge vor allem im Zusammenspiel multipler Krisen - von der Wirtschaftskrise über den Krieg in der Ukraine bis hin zu den als zunehmend unsicher eingeschätzten allgemeinen Perspektiven.

«In der politischen Agenda der Bevölkerung haben die Themen äußere und innere Sicherheit, die wirtschaftliche Entwicklung sowie auch Fragen der Energieversorgung zurzeit einen wesentlich höheren Stellenwert als das Thema Klimaschutz.»

Eine Mehrheit von 43 Prozent halte die Entscheidung, aus der Kernenergie auszusteigen und vor allem den Ausbau erneuerbarer Energien zu forcieren, für den richtigen Weg - 37 Prozent halten den eingeschlagenen Weg dagegen für falsch. Besonders in Ostdeutschland, in den unteren Sozialschichten sowie unter den Anhängern von AfD und FDP gebe es weit verbreitete Kritik am eingeschlagenen Weg, so die Umfrage.

Mehr Zweifel

Innerhalb eines Jahres habe sich unter den Befürwortern der Energiewende der Anteil derer, die den Eindruck haben, dass Deutschland bei der Umsetzung der Energiewende die richtigen Maßnahmen ergreift, von 52 auf 33 Prozent verringert. Umgekehrt habe sich der Kreis derjenigen, die Zweifel an den ergriffenen Maßnahmen äußern, auf 26 Prozent erhöht.

Dabei verbinde die Bevölkerung die Energiewende tendenziell eher mit Risiken als mit Chancen: Für 37 Prozent der Befragten sei die Energiewende überwiegend mit Risiken verbunden, für 28 Prozent eher mit Chancen, für jeden Vierten glichen sich Chancen und Risiken aus.

Ein Ergebnis der Umfrage ist aber auch: Zwei Drittel der Befragten erwarten, dass sich infolge der Energiewende das Landschaftsbild in Deutschland durch Windräder und neue Stromleitungen gravierend verändern wird.

Die aktuelle Untersuchung stützt sich laut BMW Foundation auf insgesamt 1.029 Interviews mit einem repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung ab 16 Jahre. Die Interviews wurden zwischen dem 22. November und 4. Dezember 2025 mündlich-persönlich durchgeführt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kappa Rus: Wie Putin einen Unternehmer um sein Lebenswerk bringt
20.10.2026

Jahrelang baute ein schwedischer Unternehmer in Russland ein millionenschweres Geschäft auf. Nun nimmt ihm Wladimir Putin per Dekret die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Leere Lager, stockende Bänder: Die deutsche Industrie im Würgegriff neuer Materialengpässe
20.10.2026

Elektronikkomponenten und chemische Rohstoffe werden zur Mangelware. Die neuesten ifo-Daten zeigen, wie fragil der Standort Deutschland im...

DWN
Finanzen
Finanzen Altersvorsorgedepot: Sozialverband warnt vor staatlich geförderter Kostenfalle
20.10.2026

Maximal ein Prozent Gebühren pro Jahr darf das neue Altersvorsorgedepot ab dem 1. Januar 2027 kosten. Dennoch warnt der Sozialverband vor...

DWN
Finanzen
Finanzen SpaceX-Aktie: Musk verspricht jedem US-Kind eine Aktie seiner Weltraumfirma
20.10.2026

Jedes Kind in den USA soll von Elon Musk eine Aktie seiner Weltraumfirma SpaceX bekommen. Wie genau das passieren soll, ist noch unklar....

DWN
Finanzen
Finanzen Staatsverschuldung: Wie teuer Deutschlands Schulden jetzt werden
20.10.2026

Deutschlands Staatsschulden wachsen, während die Zinsen an den Anleihemärkten steigen. Der Bund muss immer mehr Geld aufnehmen und...

DWN
Politik
Politik Sonntagsumfrage: AfD bleibt stärkste Kraft
20.10.2026

Die AfD liegt in der YouGov-Umfrage weiter vorn, während sich bei mehreren Parteien kaum etwas bewegt. Welche Verschiebungen es im...

DWN
Finanzen
Finanzen Vier Jahre Kursentwicklung an der Wall Street: Jetzt wird der Aufschwung auf die Probe gestellt
20.10.2026

Der US-Aktienmarkt hat sich in vier Jahren mehr als verdoppelt. Doch hohe Zinsen und Finanzierungssorgen für den KI-Boom haben nun für...

DWN
Finanzen
Finanzen Buffer-ETFs: Warum der Airbag fürs Depot vor allem Rendite kostet
20.10.2026

Buffer-ETFs versprechen Aktienrenditen ohne die schlaflosen Nächte. In den USA ist daraus ein 78-Milliarden-Dollar-Business geworden, in...