Politik

Verteidigungsminister Pistorius wirft Trump gefährliche Nähe zu Putin vor

Vier Jahre nach Beginn des Ukraine-Krieges verschärft sich der Ton zwischen Berlin und Washington. Verteidigungsminister Boris Pistorius erhebt schwere Vorwürfe gegen Donald Trump und warnt vor strategischen Fehlern. Steht die westliche Unterstützung der Ukraine vor einer entscheidenden Bewährungsprobe?
24.02.2026 09:38
Aktualisiert: 24.02.2026 09:38
Lesezeit: 1 min

Pistorius kritisiert Trumps Nähe zu Putin

Am vierten Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine hat Verteidigungsminister Boris Pistorius dem US-Präsidenten Donald Trump eine zu große Nähe zu Kremlchef Wladimir Putin vorgeworfen. Trump habe den russischen Präsidenten beim Gipfeltreffen in Alaska "wie einen Kumpel" auf dem roten Teppich empfangen und sich zugleich vollständig aus der militärischen Unterstützung der Ukraine zurückgezogen, sagte der SPD-Politiker im Deutschlandfunk.

Zudem habe der amerikanische Präsident aus Sicht von Pistorius viel zu früh und unnötig eine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine vom Verhandlungstisch genommen - "ohne Not", so Pistorius. "Das wäre ja ein Pfund gewesen, mit dem man auch hätte verhandeln können, über andere Dinge."

Terror bei minus 20 Grad: Scharfe Kritik an Moskaus Angriffen

Deutliche Worte fand Pistorius für die anhaltenden russischen Luftangriffe mit Raketen und Drohnen auf ukrainische Städte. "Was dort jede Nacht passiert, hat ja mit der Eroberung eines Landes nichts zu tun. Hier wird die Zivilbevölkerung terrorisiert - bei minus 20 Grad. Und kein Quadratmeter Boden wird damit gewonnen, sondern die Moral der Ukrainer soll gebrochen und das Land zerstört werden."

Gleichzeitig gebe es auch nach vier Jahren weiterhin einen bemerkenswerten Durchhaltewillen sowie große Courage, Stärke und Moral in der Bevölkerung. Umfragen belegten zudem, dass diese Haltung sogar weiter zunehme.

Keine Entscheidung auf dem Gefechtsfeld

Pistorius betonte, Deutschland sei inzwischen der größte Unterstützer der Ukraine und stelle in diesem Jahr mehr als elf Milliarden Euro bereit. Mit Blick auf ein mögliches Ende des Krieges erklärte er, auf dem Gefechtsfeld werde es in absehbarer Zeit vermutlich keine Entscheidung geben. Für erfolgreiche Verhandlungen sei es entscheidend, die Unterstützung aufrechtzuerhalten, da sich die wirtschaftliche Lage in Russland "zunehmend sichtbar schlechter" entwickle. Für den Kreml müsse ein Punkt kommen, an dem der Krieg schrittweise zur schlechteren Option im Vergleich zu einem Frieden werde. "Das kann man aber nicht durch Schwäche erreichen, sondern nur durch Stärke."

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Ist es sicher, auf Top-Up-Websites wie Refilled mit Kreditkarte zu bezahlen?

Jeden Tag gibt es mehr und mehr digitale Shops, die nach deinen Kredit- oder Debitkartendaten fragen. Mit Kreditkarte auf einer...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Wall Street schließt nach Waffenstillstand zwischen Israel und dem Libanon im Plus
16.04.2026

Internationale Entwicklungen bringen frischen Wind an die Börse – worauf Anleger jetzt achten müssen.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Pilotengehalt bei Lufthansa: So viel verdienen Piloten 2026 wirklich
16.04.2026

Die anhaltenden Streiks bei der Lufthansa rücken die Vergütungsstrukturen der Piloten erneut in den Mittelpunkt. Wie hoch sind die...

DWN
Panorama
Panorama Geld zurück aus illegalem Online-Glücksspiel?
16.04.2026

Der Europäische Gerichtshof bringt Bewegung in Millionenklagen rund um Online-Glücksspiel ohne deutsche Lizenz. Spieler hoffen plötzlich...

DWN
Politik
Politik Ungarn vor Kehrtwende: Debatte um EU-Kredit für die Ukraine nimmt Fahrt auf
16.04.2026

Nach dem politischen Umbruch in Ungarn rücken die EU-Finanzhilfen für die Ukraine wieder in den Fokus. Wird Budapest seine Blockade...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Industriestrompreis: EU gibt Milliarden frei
16.04.2026

Die EU-Kommission öffnet den Weg für einen subventionierten Industriestrompreis in Deutschland. Milliardenhilfen sollen die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bosch kämpft mit Kostenexplosion: Gewinne brechen dramatisch ein
16.04.2026

Bosch steckt in der Krise – und schreibt erstmals seit Jahren rote Zahlen. Vor allem die enormen Kosten für den Stellenabbau belasten...

DWN
Panorama
Panorama Arag-Analyse: Konflikte bei Arbeit und Wohnen nehmen zu
16.04.2026

Steigende Kosten treiben immer mehr Menschen vor Gericht – selbst bei kleinen Beträgen. Eine neue Analyse zeigt, wie stark Konflikte um...

DWN
Technologie
Technologie AEO: Wie KI-Suchmaschinen Google den Rang ablaufen
16.04.2026

Die klassische Google-Suche verliert an Macht, während KI-Systeme Antworten direkt liefern. Unternehmen kämpfen nicht mehr um Rankings,...