Wirtschaft

Energiekonzern VNG: EU-Methanregeln setzen Gasimporteure unter Druck

Die EU-Methanregeln verschärfen den Druck auf Europas Energiemarkt. Während Brüssel strengere Vorgaben für Methanemissionen durchsetzt, schlagen Gasimporteure Alarm. VNG warnt vor Folgen für langfristige Lieferverträge und die Versorgungssicherheit. Droht eine neue Belastungsprobe für den deutschen Gasmarkt?
27.02.2026 10:35
Lesezeit: 1 min
Energiekonzern VNG: EU-Methanregeln setzen Gasimporteure unter Druck
Strengere Methan-Vorgaben der EU bringen Gasimporteure in Bedrängnis. (Foto: pixabay.com/flyerwerk)

VNG warnt vor Risiken für Gasverträge durch EU-Methanregeln

Der ostdeutsche Energiekonzern VNG sieht durch die neuen EU-Methanregeln zur Senkung von Methanemissionen erhebliche Risiken für langfristige Importverträge und damit für die Versorgungssicherheit in Deutschland. Hintergrund sind verschärfte Methan-Vorgaben der Europäischen Union für den Energiesektor. "Wenn hier keine praxistauglichen Lösungen kommen, gefährdet das genau die Verträge, die wir für unsere Versorgungssicherheit dringend brauchen", sagte Vorstandschef Ulf Heitmüller der Deutschen Presse-Agentur.

Nachweispflichten ab 2027

Auslöser sind strengere EU-Methanregeln für den Energiesektor, die ab 2027 auch für Importe von Öl, Gas und Kohle greifen sollen. Künftig müssen Importeure belegen, dass Produzenten außerhalb der EU die europäischen Methan-Vorgaben einhalten und ihre Methanemissionen entsprechend reduzieren. "Heute ist völlig unklar, wie das praktisch funktionieren soll", sagte Heitmüller.

Das Europaparlament hatte den EU-Methanregeln bereits 2024 zugestimmt. Sie schreiben unter anderem strengere Kontrollen von Öl- und Gasanlagen sowie umfassende Melde- und Überwachungspflichten auch für Energieimporte vor. Methan gilt nach Kohlendioxid als zweitwichtigstes Treibhausgas und ist deutlich klimaschädlicher.

Langfristige Verträge zentral für Versorgung

Nach Einschätzung von VNG hat sich die Versorgungslage im Vergleich zur Energiekrise 2022 zwar stabilisiert - unter anderem durch Flüssigerdgas (LNG), das per Schiff an Terminals geliefert und dort wieder in Gas umgewandelt wird, sowie durch breiter diversifizierte Bezugsquellen. Die Gasspeicher in Deutschland seien mit rund 20,7 Prozent (Stand 22. Februar) jedoch deutlich geringer gefüllt als in den Vorjahren. "Mit Blick auf den nächsten Winter sehen wir die Befüllung der Speicher als Herausforderung", sagte Heitmüller.

Gerade deshalb seien langfristige und verlässliche Lieferverträge entscheidend für die Versorgungssicherheit - und könnten durch die EU-Methanregeln und nicht praktikable Vorgaben unter Druck geraten. Das betreffe vor allem Bezugsquellen außerhalb der EU. Seit 2024 bezieht VNG nach eigenen Angaben als einziger deutscher Importeur Erdgas direkt per Pipeline aus Algerien.

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