Schaeffler-Aktie: Vorsichtiger Start ins neue Jahr
Der Zulieferer Schaeffler geht nach einem schwierigen Jahr 2025 mit Zurückhaltung in 2026. Beim Umsatz erwartet der Vorstand keine großen Sprünge, und auch bei der Profitabilität zeigte sich CEO Klaus Rosenfeld am Dienstag zurückhaltend. Besonders herausfordernd bleibt das Geschäft mit herkömmlichen Auto-Antrieben. Von der E-Mobilität und der Ersatzteilsparte hingegen versprechen sich die Franken neuen Schub. Rosenfeld treibt zudem die Zukunftsfelder humanoide Roboter und Rüstung aktiv voran. Unter dem Strich blieb das vergangene Jahr jedoch noch in den roten Zahlen, und die bisher gut gelaufene Aktie büßte deutlich ein.
Aktie verliert deutlich
Der Kurs fiel um 15 Prozent und vernichtete damit einen Großteil der Gewinne aus dem bisherigen Jahr. Zuvor hatte das Papier vor allem dank der Fantasie rund um das Geschäft mit humanoiden Robotern kräftig zugelegt. Auf Sicht von zwölf Monaten hatte sich der Kurs sogar etwa verdoppelt.
Analyse: Operatives Ergebnis enttäuscht
JPMorgan-Experte Jose Asumendi führte in seiner Analyse das überraschend niedrige operative Ergebnis im vierten Quartal auf die Sparte mit Rand- und Zukunftsgeschäften sowie die Antriebssparte zurück. Alles in allem bezeichnete er die Resultate jedoch als solide.
Prognose 2026: Marge unter Beobachtung
Rosenfeld peilt für 2026 einen Umsatz von 22,5 bis 24,5 Milliarden Euro und eine bereinigte operative Marge vor Zinsen und Steuern (bereinigte Ebit-Marge) von 3,5 bis 5,5 Prozent an, teilte das SDax -Unternehmen aus Herzogenaurach mit. Analysten hatten bisher Werte in der oberen Hälfte der Spanne erwartet.
Rückblick 2025: Umsatz leicht rückläufig
Im vergangenen Jahr sank der Umsatz auf vergleichbarer Basis um 3,4 Prozent auf 23,5 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis konnte Schaeffler dank des Sparkurses dagegen um 11,1 Prozent auf 936 Millionen Euro steigern, die Marge stieg um einen halben Prozentpunkt auf 4,0 Prozent. Im vierten Quartal blieb Schaeffler damit jedoch hinter den Erwartungen der Fachleute zurück.
Konzernverlust und Dividende
Unter dem Strich führten hohe Sonderbelastungen aus dem Konzernumbau mit Stellenstreichungen sowie die Umstellung von Softwaresystemen erneut zu roten Zahlen: Der Konzernverlust belief sich auf 424 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte Schaeffler wegen der Übernahme von Vitesco noch einen höheren Verlust von 632 Millionen Euro ausgewiesen. Die Dividende soll trotz des Nettoverlusts dank eines verbesserten Finanzmittelzuflusses um fünf Cent auf 0,30 Euro steigen.
Free Cashflow steigt deutlich
Den sogenannten Free Cashflow vor Zahlungen für Zu- und Verkäufe von Unternehmensteilen steigerte Schaeffler deutlich. 2025 flossen dem Unternehmen 266 Millionen Euro zu, und damit noch etwas mehr als im zuletzt angehobenen Prognoseband vorgesehen. Ein Jahr zuvor hatte die Kassenbilanz einen Abfluss von 694 Millionen Euro gezeigt. Schaeffler bremste vor allem bei den Investitionen und gab rund eine halbe Milliarde Euro weniger aus. Eine wachsende Ertragskraft sowie ein strenger Blick auf das betriebsgebundene Kapital, etwa für Vorräte, stützten die Zahlen zusätzlich.


