Wirtschaft

Iran-Krieg treibt Kosten in die Höhe: Fluggesellschaften erhöhen Ticketpreise

Steigende Treibstoffkosten und ein spürbarer Rückgang im Tourismus infolge des Iran-Kriegs setzen die Flugbranche unter erheblichen Druck. Müssen sich Passagiere angesichts dieser Entwicklung nun auf dauerhaft höhere Ticketpreise einstellen?
20.03.2026 15:38
Aktualisiert: 20.03.2026 15:38
Lesezeit: 2 min
Iran-Krieg treibt Kosten in die Höhe: Fluggesellschaften erhöhen Ticketpreise
Steigende Treibstoffkosten infolge des Iran-Kriegs treiben die Preise für Flugtickets nach oben und verschärfen den wirtschaftlichen Druck auf die Airlines (Foto: dpa) Foto: Boarding1Now

Fluggesellschaften wälzen steigende Kosten auf Passagiere ab

Europäische Fluggesellschaften warnen, dass sie die steigenden Treibstoffkosten nicht selbst tragen werden, sondern an die Passagiere weitergeben. Hintergrund ist die Eskalation im Iran-Krieg, infolge derer Öltanker im Persischen Golf feststecken. Dies treibt die Rohölpreise nach oben und erhöht den Druck auf die gesamte Luftfahrtbranche, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet.

Zwar haben sich viele Airlines durch Hedging-Verträge gegen kurzfristige Preisschwankungen abgesichert, doch löst dies das Problem auf längere Sicht nicht. Ryanair-Chef Michael O’Leary betont, dass zusätzlicher Kostendruck früher oder später in den Ticketpreisen ankommen werde.

Geringe Gewinne lassen kaum Spielraum

Noch deutlicher formuliert es Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Er verweist darauf, dass der durchschnittliche Gewinn pro Passagier bei rund 10 Euro liegt. Bei einer derart niedrigen Marge fehlt den Airlines der Spielraum, steigende Betriebskosten auszugleichen, insbesondere bei einem so zentralen Faktor wie Treibstoff.

Der anhaltende Konflikt erhöht zudem das Risiko von Engpässen bei Flugbenzin. Einschränkungen beim Transport durch die Straße von Hormus treiben die Preise weiter nach oben. Der Preis für Brent-Öl hat bereits die Marke von 118 Dollar pro Barrel überschritten. In der Folge führen einige Airlines Treibstoffzuschläge ein oder reduzieren ihr Streckennetz.

Höhere Preise lösen kurzfristig zusätzliche Nachfrage aus

Paradoxerweise belebt die Entwicklung kurzfristig sogar die Nachfrage. Viele Passagiere buchen Flüge im Voraus, um sich noch günstigere Preise vor weiteren Erhöhungen zu sichern. US-Fluggesellschaften berichten bereits von einem deutlichen Anstieg der Buchungen, insbesondere bei wohlhabenderen Reisenden und Geschäftsreisenden.

Ähnliche Signale kommen aus Europa. Air France-KLM meldet eine starke Nachfrage nach neuen Verbindungen nach Asien und Afrika. Lufthansa hat nach der Einschränkung von Flügen in den Nahen Osten ihre Kapazitäten in Richtung Asien ausgeweitet. Zusätzliche 40 Flüge waren innerhalb weniger Tage ausgebucht.

Unsichere Entwicklung belastet den Ausblick

Für die kommenden Monate bleibt die Lage jedoch unsicher. Branchenvertreter warnen, dass steigende Treibstoff- und Ticketpreise die Nachfrage mittelfristig dämpfen könnten. Entscheidend wird sein, wie lange Passagiere bereit sind, höhere Preise für Flugreisen zu akzeptieren.

Auch für Deutschland sind die Auswirkungen erheblich. Höhere Ticketpreise könnten die Reiselust dämpfen und zugleich den Wirtschaftsstandort belasten, da Geschäftsreisen teurer werden und internationale Verbindungen an Flexibilität verlieren.

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