Ein sprunghafter Anstieg der Rohölpreise sorgte am Dienstag für einen volatilen Handel an der Wall Street, während der Countdown bis zum Ablauf der von US-Präsident Donald Trump gesetzten fünftägigen Frist für Gespräche mit dem Iran weiterlief.
Die drei wichtigsten Indizes schlossen im Minus, da die Anleger angesichts der verschiedenen potenziellen Szenarien, die sich in den kommenden Tagen abspielen könnten, unschlüssig waren.
NEW YORK
Während der Dow Jones im Verlauf des Handelstages zeitweise ins Plus drehen konnte, verzeichnete der Nasdaq einen Rückgang von fast 1 Prozent, der durch eine Reihe von Ankündigungen im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) ausgelöst wurde.
Der Iran blieb weiterhin im Fokus der Anleger, wobei Trumps Hoffnung, dass das Teilen der positiven Äußerungen des pakistanischen Premierministers hinsichtlich eines Dialogs zur Beendigung des Krieges Früchte tragen würde, sich nicht erfüllte.
Äußerungen von Trump im Oval Office zum Krieg, einschließlich der Behauptung, der Iran habe sich bereiterklärt, niemals über Atomwaffen zu verfügen, hatten kaum Auswirkungen auf die großen Indizes oder die Ölpreise.
Der Ölpreis stieg am Mittwoch weiter an, da das Ende von Trumps fünftägiger Frist vor möglichen Angriffen auf Energieziele im Iran näher rückte.
Der Nasdaq Composite schloss mit einem Minus von 0,84 Prozent bei 21.761,89 Punkten, während der Dow Jones Industrial Average den Handel mit einem Abschlag von 0,18 Prozent bei 46.123,75 Punkten beendete.
Unterdessen lag der S&P 500 zum Börsenschluss mit 0,37 Prozent im Minus bei 6.556,34 Punkten, nachdem er im früheren Handelsverlauf um fast 1 Prozent nachgegeben hatte.
Ein Barrel Rohöl verzeichnete um 20:00 Uhr irischer Zeit ein Plus von 3,6 Prozent und notierte bei über 103 US-Dollar.
Tech-Aktien mussten herbe Verluste hinnehmen: Salesforce brach um 6,29 Prozent ein, während Microsoft um 2,68 Prozent nachgab. Ein iShares-ETF, der eine Reihe großer Tech-Giganten abbildet, verlor 4,23 Prozent.
Hintergrund waren verschiedene Meldungen über Fortschritte im Bereich der KI. So präsentierte Anthropic neue Upgrades für seinen Chatbot Claude, während Berichten zufolge Amazon Web Services neue KI-Tools entwickelt. Diese könnten bestimmte Funktionen in den Bereichen Vertrieb, Geschäftsentwicklung und anderen Abteilungen automatisieren – ausgerechnet jenen Bereichen, die von dem weitreichenden Stellenabbau des Tech-Giganten stark betroffen waren.
Die Amazon-Aktie lag bei Börsenschluss mit 1,38 Prozent im Minus.
„Es hat den Anschein, dass der Markt bei jeder derartigen Neuentwicklung sofort bereit ist, jene Unternehmen abzustrafen, bei denen er die Gefahr einer Disruption durch die wachsenden Fähigkeiten von KI sieht“, erklärte Dan Coatsworth von AJ Bell.
Die Google-Muttergesellschaft Alphabet gab im Tagesverlauf ebenfalls nach und schloss mit einem Minus von 3,85 Prozent.
Auch eine Reihe von Luftfahrtaktien verbuchte Kursverluste, angetrieben von der Sorge, dass die gestiegenen Kerosinpreise auf die Flugpreise für Passagiere abgewälzt werden könnten.
Die Aktie von United Airlines fiel zwischenzeitlich um bis zu 1,7 Prozent, konnte diese Verluste jedoch größtenteils wieder wettmachen und schloss lediglich 0,43 Prozent im Minus. Zuvor hatte der CEO des Unternehmens erklärt, dass die Flugpreise infolge der gestiegenen Kerosinkosten um 20 Prozent in die Höhe schnellen könnten.
American Airlines verlor am Ende mehr als 0,83 Prozent, nachdem die Aktie im früheren Tagesverlauf sogar über 3 Prozent eingebrochen war. Southwest Airlines gab um 1,3 Prozent nach.
Erschwerend kam hinzu, dass ein Shutdown des US-Ministeriums für Innere Sicherheit zu langen Sicherheitswarteschlangen an den Flughäfen führte. In dem Versuch, der stetig wachsenden Menschenmassen Herr zu werden, veranlasste Trump den Einsatz von ICE-Beamten.

