Politik

Trump-Rede zum Iran-Krieg: Viele Worte, wenig Klarheit

US-Präsident Trump hat sich erneut optimistisch über den Verlauf des Iran-Kriegs geäußert. Wirkliche Neuigkeiten enthielt seine "Rede an die Nation" aber nicht. Spannend war, wozu er sich nicht äußerte.
02.04.2026 13:30
Aktualisiert: 02.04.2026 13:30
Lesezeit: 2 min
Trump-Rede zum Iran-Krieg: Viele Worte, wenig Klarheit
USA, Washington: US-Präsident Donald Trump spricht über den Iran-Krieg in der Cross Hall des Weißen Hauses in Washington. (Foto: dpa) Foto: Alex Brandon

Trump-Rede zum Iran-Krieg: Viele Worte, wenig Klarheit

US-Präsident Donald Trump hat den Amerikanern ein baldiges Ende des Iran-Kriegs in Aussicht gestellt. Die USA seien auf dem Weg, alle militärischen Ziele «sehr bald» zu erreichen, sagte Trump in einer Rede an die Nation. Bis dahin werde es im Iran noch heftige Angriffe geben: «Wir werden sie in den nächsten zwei bis drei Wochen extrem hart treffen. Wir werden sie zurück in die Steinzeit versetzen, wo sie hingehören.»

In der Zwischenzeit liefen Gespräche weiter, sagte Trump. Falls es nicht zu einer Einigung mit Teheran kommen sollte, würden die USA iranische Kraftwerke hart angreifen. Damit bekräftigte er eine bereits zuvor geäußerte Drohung. In seiner abendlichen Ansprache zur besten Sendezeit führte Trump im Weißen Haus nochmals seine Gründe für den Krieg gegen den Iran aus. Trump verbreitete auch Zuversicht und lobte die Erfolge des US-Militärs wie gewohnt überschwänglich - sagte in den fast 20 Minuten seiner Ansprache aber kaum Neues.

Trump rief Länder, die von aktuellen Öl-Engpässen betroffen sind, auf, Energie aus den USA zu beziehen. «Kauft Öl von den Vereinigten Staaten. Wir haben reichlich. Wir haben so viel», sagte Trump in Washington mit Blick auf Länder, die momentan von dem weitgehend blockierten Öl- und Gastransport durch die Straße von Hormus betroffen sind. Hier einige Auffälligkeiten seiner Rede:

Nato kommt gar nicht vor

Trump ließ zuletzt kaum einen Tag vergehen, an dem er nicht Nato-Verbündete dafür rügte, dass sie seinem Drängen, den USA bei der Sicherung der Straße von Hormus zu helfen, nicht nachkamen. Sogar einen Nato-Austritt zieht der US-Präsident deswegen offenbar in Erwägung. Er nannte Nato-Länder «Feiglinge» und drohte, dass er sich das merken werde. Doch in seiner Rede, die Millionen US-Amerikaner verfolgten, erwähnte er die Nato kein einziges Mal.

Straße von Hormus - wieder sanftere Töne

Trump ist auf einem Schlingerkurs unterwegs, was das Problem der blockierten Straße von Hormus angeht. Noch am Dienstag hatte der Präsident betont, dass man die Öffnung der vom Iran blockierten Meerenge anderen Ländern überlassen wolle. Die USA hätten mit dem Problem - eine Folge des amerikanisch-israelischen Kriegs gegen den Iran - «nichts zu tun». In seiner Rede an die Nation klang es nun wieder etwas milder. Zwar sieht er die Hauptverantwortung für die Sicherheit in der Meerenge bei den Ländern, die von den Öltransporten abhängen. Allerdings ergänzte Trump nun, dass die USA bei der Sicherung der Meerenge helfen würden.

Beruhigungspille für die Amerikaner - und die Märkte?

Trump zeichnete in seiner Rede das Bild eines bald zu Ende gehenden US-Einsatzes - und knüpfte damit an seine Aussage vom Dienstag an, wonach er mit einem Ende der Angriffe im Iran in wenigen Wochen rechnet.

Während der Krieg für die meisten Amerikaner weit weg ist, spüren doch alle die in dessen Folge rapide gestiegenen Benzinpreise. Trump betonte, der Krieg gegen den Iran sei nötig gewesen, die gestiegenen Preise würden nach dem Ende der Kampfhandlungen wieder fallen. Er verwies auch darauf, dass die USA so gut wie kein Öl aus den Staaten des Persischen Golfs bezögen, das durch die Straße von Hormus verschifft werden müsste.

Doch steigende Weltmarktpreise treffen alle. Benzin kostete in den USA am Mittwoch knapp über vier Dollar pro Gallone (3,785 Liter). Vor einem Monat hatte der Preis nach Angaben des amerikanischen Automobilverbands AAA noch bei knapp unter 3 Dollar gelegen. Die gestiegenen Preise setzen Trump und seine Republikaner vor allem angesichts der im November anstehenden wichtigen Zwischenwahlen zum US-Kongress unter Druck.

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