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Energie-Startup Enpal ändert Kundenservice

Das hoch bewertete Berliner Energie-Startup Enpal, Marktführer in Deutschland für Photovoltaik-Anlagen sowie Wärmepumpen, strukturiert seinen Kundenservice um. Was steckt hinter dem Umbau?
04.04.2026 20:53
Aktualisiert: 04.04.2026 20:53
Lesezeit: 2 min

Energie-Startup Enpal ändert Kundenservice

Am Berliner Standort von Enpal hat das Energie-Startup an einem Dienstag bei einem Townhall-Meeting der Belegschaft mitgeteilt, dass die die Kundenservice-Abteilung für Photovoltaik-Anlagen umstrukturiert wird. 97 Mitarbeiter sind von dem Umbau betroffen.

Auslöser ist ein seit rund einem Jahr vorbereiteter Umbau des Service-Modells, bei dem feste Kundenbegleiter die bisherigen Zuständigkeiten ersetzen sollen. Fragen zu ihren Photovoltaik-Anlagen, Wärmepumpen und anderen Angeboten des Unternehmens sollen Kundinnen und Kunden nicht mehr mit unterschiedlichen Fachabteilungen klären müssen. Stattdessen gibt es persönliche Bau- und Kundenbegleiter als Ansprechpartner für alle Themen.

Enpal bot nach eigenen Angaben Einzelgespräche, Freistellungen und Abfindungen an. Der Vorgang trifft das Unternehmen zudem in einer Phase, in der Enpal nach einer gescheiterten Betriebsratsgründung bereits unter Beobachtung stand (welt: 27.03.26).

Enpal ändert sein Kundenservice-Konzept

Viele Mitarbeiter hielten das Treffen zunächst für eine normale interne Veranstaltung. Die Geschäftsführung der Enpal Customer GmbH war vor Ort, außerdem die Personalabteilung. Deshalb standen die Betroffenen binnen weniger Minuten vor einer endgültigen Entscheidung.

Nach Angaben des Unternehmens wurden die Mitarbeiter ordentlich gekündigt und zugleich freigestellt. Enpal-Manager Wolfgang Gründinger erklärte: „Alle betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden in diesem Zuge ordentlich gekündigt und freigestellt“. Zusätzlich habe die Personalabteilung Einzelgespräche angeboten sowie „eine Abwicklungsvereinbarung einschließlich einer Abfindung in Höhe der doppelten Regelabfindung“.

Enpal baute neues Modell parallel bereits auf

Enpal-Manager Wolfgang Gründinger sagte, der Schritt sei „seit einem Jahr“ vorbereitet worden. Enpal ersetzt das bisherige Modell nach eigenen Angaben durch feste Ansprechpartner, die Kunden durch den gesamten Prozess begleiten sollen. Gründinger beschreibt das neue System so: „Statt wechselnder Ansprechpartner unterschiedlicher Fachabteilungen gibt es künftig persönliche Kundenbegleiter, die als individuelle, zentrale Ansprechpartner für alle Themen für ihre Kunden agieren“. Enpal spricht dabei von „Bau- und Kundenbegleitern“. Außerdem seien bereits mehr als 100 solcher Stellen besetzt worden, teils intern und teils extern. Das Unternehmen verweist deshalb auf eine bereits erprobte Struktur und eine deutlich verbesserte Kundenzufriedenheit.

Kritik an Enpal wächst auch wegen früherer Konflikte

Das neue Kundenservice-Konzept fällt in eine Phase, in der Enpal in der Kritik steht: Ende Februar geriet das Unternehmen wegen einer gescheiterten Betriebsratsgründung in die Schlagzeilen. Dabei kam es laut Bericht zu auffälligen Szenen. Einige Mitarbeiter sangen nach dem gescheiterten Versuch: „Ihr könnt nach Hause gehen, ihr könnt nach Hause gehen …“. Der Spott richtete sich gegen die Initiatoren und anwesende Gewerkschaftsvertreter, während ranghohe Mitarbeiter den Ausgang offen positiv bewerteten.

Gerade deshalb erhält die Umstrukturierung einer ganzen Service-Abteilung besonderes Gewicht. Sie betrifft nicht nur 97 Arbeitsplätze, sondern wirft erneut ein Licht auf den internen Umgang mit Umbauten und Personal. Zugleich ist Enpal kein Randakteur, sondern ein hoch bewertetes Energieunternehmen. In der letzten Finanzierungsrunde lag die Bewertung bei 2,3 Milliarden Euro. Bereits 2021 überschritt Enpal die Marke von einer Milliarde Euro und stieg damit zum Unicorn auf.

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