Finanzen

Milliardenloch im Staatshaushalt: Wenn Mehreinnahmen nicht mehr ausreichen

Trotz sprudelnder Steuereinnahmen klafft in den öffentlichen Kassen ein gewaltiges Loch von 127,3 Milliarden Euro. Der massive Anstieg des Defizits im Jahr 2025 verdeutlicht die enorme Belastungsprobe für den Staatshaushalt: Notwendige Investitionen in den Klimaschutz und eine veränderte sicherheitspolitische Lage treiben die Ausgaben schneller in die Höhe, als das Wirtschaftswachstum sie decken kann.
07.04.2026 09:48
Lesezeit: 1 min

Ein beziffertes Minus von 127,3 Milliarden Euro

Das Milliardenloch in den öffentlichen Kassen in Deutschland ist im vergangenen Jahr erneut größer geworden. In Summe ergab sich für die Kern- und Extrahaushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung ein Minus von 127,3 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt errechnet hat.

Damit war das Finanzierungsdefizit 22,9 Milliarden Euro größer als 2024 und erreichte nach Angaben der Wiesbadener Statistiker ziemlich genau das Niveau des Energiekrisen-Jahres 2022.

Anders als 2022, als nur der Bund im Minus war, verteilt sich das Defizit 2025 auf alle staatlichen Ebenen. Das spricht dafür, dass das Minus in dieser Höhe auch auf den Schuldenstand durchschlagen wird. 2022, im ersten Jahr des Ukraine-Krieges, war das anders, weil der deutsche Staat letztlich trotz der damaligen Notlage weniger Kredite aufnahm als geplant.

Kommunen mit Rekorddefizit

Bei den Gemeinden war das Minus 2025 mit 31,9 Milliarden Euro so groß wie nie seit der Wiedervereinigung 1990. Das Defizit des Bundes erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um gut zwei Drittel auf 85,4 Milliarden Euro – getrieben von neuen Schulden für Verteidigung, Infrastruktur und Klimaschutz.

Die Länder konnten dagegen ihr Finanzierungsdefizit binnen Jahresfrist auf 8,7 Milliarden Euro mehr als halbieren. Gut drei Viertel dieses Defizits kommt aus den Stadtstaaten, während Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen einen Überschuss ausweisen. Bei der Sozialversicherung wurde die Lücke deutlich kleiner: von 10,5 Milliarden Euro 2024 auf 1,3 Milliarden Euro 2025.

Einnahmen auch gestiegen

Insgesamt gab der öffentliche Gesamthaushalt im vergangenen Jahr nach Angaben des Bundesamtes 6,0 Prozent mehr aus als 2024, die Einnahmen erhöhten sich zugleich um 5,2 Prozent. Einnahmen von rund 2.081 Milliarden Euro standen somit Ausgaben von rund 2.208 Milliarden Euro gegenüber.

Das höchste Defizit seit der Wiedervereinigung verbuchten die öffentlichen Haushalte in Deutschland für das Corona-Jahr 2020 mit damals gut 189 Milliarden Euro.

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