Wirtschaft

Firmenpleiten auf höchstem Stand seit mehr als 20 Jahren

Mehr als 4.500 Firmen meldeten im ersten Quartal Insolvenz an – so viele wie seit 2005 nicht mehr. Besonders stark betroffen sind Baugewerbe und Handel.
09.04.2026 15:47
Lesezeit: 1 min
Firmenpleiten auf höchstem Stand seit mehr als 20 Jahren
Ein Schild "Räumungsverkauf" hängt in einer Filiale des Herrenausstatters Wormland. Die Rettung des insolventen Herrenausstatters Wormland war im Januar gescheitert. (Foto: dpa) Foto: Julian Stratenschulte

Rekordwerte im ersten Quartal

Die Zahl der Firmenpleiten stieg im ersten Quartal auf den höchsten Stand seit mehr als 20 Jahren. Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) teilte mit, dass in den ersten drei Monaten dieses Jahres in Deutschland 4.573 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften verzeichnet wurden. Das letzte Mal lagen die Insolvenzzahlen im dritten Quartal 2005 höher, wie Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen. Damals wurden 4.771 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften registriert.

Anstieg über Finanzkrisen-Niveau

Die aktuellen Zahlen liegen damit über den Werten während der Finanzkrise 2009, teilte das IWH mit. Besonders im März stiegen die Insolvenzen überraschend stark. Sie lagen demnach 71 Prozent über einem durchschnittlichen März der Jahre 2016 bis 2019 – also vor der Coronapandemie. Die höchsten jemals gemessenen Werte traten im vergangenen Monat vor allem im Baugewerbe und im Handel auf. Regionale Spitzenwerte meldeten Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

IWH: Trend könnte anhalten

Das IWH verfolgt regelmäßig den Insolvenztrend größerer Personen- und Kapitalgesellschaften, erfasst nach eigenen Angaben aber gesamtwirtschaftlich weniger relevante Kleinunternehmen nicht.

Den Angaben zufolge waren im März dieses Jahres weniger Beschäftigte von Insolvenzen betroffen als im Februar und im März des Vorjahres. Der starke Zuwachs sei daher auf eine Häufung von Pleiten kleinerer Unternehmen zurückzuführen. Auch für das kommende Quartal erwartet das Institut weiterhin hohe Zahlen. Die Frühindikatoren lassen wenig Raum für Optimismus, sagte der Leiter der Insolvenzforschung, Steffen Müller: «Es ist möglich, dass sich die sehr hohen Werte aus dem März wiederholen.»

Bereits für das vergangene Jahr hatte das IWH die höchsten Insolvenzzahlen eines Jahres seit 2005 festgestellt.

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