Warum eine Kunstsammlung als alternative Geldanlage in kleinen Schritten entsteht
Viele Menschen würden gern eine sorgfältig kuratierte Kunstsammlung erben. Doch nur wenige beginnen selbst damit. Beim Auktionshaus Bruun Rasmussen versucht man deshalb, den Einstieg zu erleichtern und zu zeigen, dass eine Sammlung auch als alternative Geldanlage mit kleineren, erschwinglichen Objekten beginnen kann.
Die Vorstellung, Kunstsammeln sei vor allem wohlhabenden Käufern vorbehalten, ist weit verbreitet. Gleichzeitig wächst das Interesse an physischen Objekten mit Geschichte, die sich bewusst von digitalen Gütern abheben und zunehmend als alternative Geldanlage wahrgenommen werden. Genau hier setzt das Auktionshaus mit seinem Angebot für neue Sammler an.
Auktionshäuser öffnen sich für neue Käufergruppen als alternative Geldanlage
Bei Bruun Rasmussen wirbt man gezielt um sogenannte neue Sammler und organisiert dafür unter anderem Themenauktionen wie „Young Collectors“. Ziel ist es, die Schwelle zum Einstieg zu senken und Objekte sichtbar zu machen, deren Qualität aus Sicht der Experten über dem Preisniveau liegt und die sich auch als alternative Geldanlage eignen können.
„Wir wissen, wie groß die Hemmschwelle sein kann, überhaupt ein Auktionshaus zu betreten. Es wirkt schnell geschlossen und wenig zugänglich. Deshalb wollen wir zeigen, welche Objekte wir haben, bei denen die Qualität den Preis übersteigt. Das sind aus unserer Sicht gute Ausgangspunkte für eine Sammlung“, sagt Emma Bjørløw Møller aus der Abteilung für moderne Kunst.
Sammeln als alternative Geldanlage folgt anderen Prinzipien als Investieren
Das Sammeln von Kunst wird häufig nicht als strategische Disziplin verstanden, sondern als ein Prozess, der sich aus persönlichem Interesse entwickelt. Viele betrachten ihn als organisch und wenig planbar. Diese Einschätzung teilt man auch bei Bruun Rasmussen, selbst wenn Kunst zunehmend als alternative Geldanlage diskutiert wird.
„In Kunst zu investieren ist eine eigene Disziplin, die fundierte Kenntnisse erfordert und nur für wenige infrage kommt. Sammeln hingegen hat mit Interesse, Ästhetik und einer intensiven Beschäftigung mit den Objekten zu tun. Der Antrieb sollte nicht die Aussicht auf Rendite sein“, sagt Møller. Auch ihr Kollege Anders Fredsted betont die langfristige Perspektive. Ein Objekt solle über Jahre hinweg relevant bleiben und immer wieder neu betrachtet werden können. Damit rückt nicht nur der materielle Wert, sondern auch die kulturelle Einordnung in den Mittelpunkt, selbst wenn Kunst von vielen als alternative Geldanlage betrachtet wird.
Geschichte als entscheidender Faktor beim Kauf
Ein zentrales Motiv vieler Käufer ist die Geschichte eines Objekts. Kunstwerke und Designobjekte haben oft bereits mehrere Besitzer gehabt und sind Teil einer längeren Entwicklung. Wer ein solches Objekt erwirbt, wird für eine gewisse Zeit Teil dieser Kontinuität, was auch den Reiz als alternative Geldanlage verstärken kann.
Nach Einschätzung von Møller erklärt dies auch das wachsende Interesse an Sammlerobjekten. In Zeiten von Unsicherheit und Krisen steigt die Nachfrage nach Dingen mit Substanz, die sich von der digitalen Gegenwart abgrenzen und als alternative Geldanlage eine greifbare Qualität bieten. Allerdings ist nicht jedes Objekt allein wegen seiner Geschichte sammelwürdig. Entscheidend ist, ob es eine erkennbare Relevanz hat und einen Zugang zum Werk eines Künstlers oder zu einer gestalterischen Epoche eröffnet.
Auch bekannte Künstler sind für Einsteiger erreichbar
„Das kann Silber sein, eine Skulptur oder eine Zeichnung eines bekannten Künstlers. Gerade Papierarbeiten ermöglichen häufig einen Zugang zu einem niedrigeren Preis. Solche Werke findet man auch in Museen“, sagt Møller.
Als Beispiel nennt sie eine kleine Kaltnadelradierung von Edvard Munch mit dem Titel „Kvinnehode“. Das Werk wurde auf 8.000 bis 10.000 dänische Kronen geschätzt, was rund 1.070 bis 1.340 Euro entspricht. Der Zuschlag erfolgte schließlich bei 5.000 dänischen Kronen und damit bei etwa 670 Euro. Solche Beispiele zeigen, dass selbst Arbeiten bedeutender Künstler für Einsteiger erreichbar sein können. Gerade kleinere oder unsignierte Werke bieten häufig einen vergleichsweise günstigen Zugang und werden zunehmend auch als alternative Geldanlage wahrgenommen.
Alltagsobjekte können den Einstieg erleichtern
Neben Kunstwerken können auch hochwertige Gebrauchsgegenstände den Beginn einer Sammlung bilden. Fredsted nennt als Beispiel ein vollständiges Silberbesteck für zwölf Personen. Solche Objekte verbinden handwerkliche Qualität, Materialwert und Alltagstauglichkeit und können ebenfalls als alternative Geldanlage betrachtet werden.
Die Auswahl besonders geeigneter Objekte versteht das Auktionshaus jedoch nicht als verbindliche Empfehlung. Vielmehr handelt es sich um eine Orientierungshilfe auf Basis von Qualität, Geschichte und Marktpreis.
Geduld schützt vor typischen Anfängerfehlern
Eine häufige Fehlentscheidung besteht darin, zu schnell zu viele Objekte zu kaufen. Wer sich vom Sammelgedanken treiben lässt, verliert leicht den Blick für Qualität und die eigene Linie. Auktionen können hier eine disziplinierende Wirkung entfalten, was auch für eine alternative Geldanlage von Bedeutung ist.
„Man muss warten, bis die richtigen Objekte auftauchen. Und wenn es beim ersten Mal nicht klappt, ergibt sich später eine neue Gelegenheit. Das kann morgen sein, in einigen Wochen oder erst in einem Jahr“, sagt Møller. Diese zeitliche Verzögerung reduziert zugleich die Gefahr, kurzfristigen Trends zu folgen. Fredsted beobachtet zwar Entwicklungen in Kunst, Architektur und Mode, orientiert seine Käufe jedoch nicht daran, sondern an langfristiger Stabilität, wie sie auch bei einer alternativen Geldanlage angestrebt wird.
Zwischen Entdeckungsanspruch und Marktrealität
Viele Sammler verfolgen das Ziel, Künstler frühzeitig zu entdecken und später von deren Entwicklung zu profitieren. Dieser Ansatz setzt jedoch umfangreiche Kenntnisse und ein gutes Gespür für internationale Trends voraus. Selbst unter diesen Voraussetzungen bleibt der Erfolg unsicher. Deutlich verlässlicher ist es, sich an der eigenen Neugier zu orientieren und eine Sammlung schrittweise zu entwickeln.
Auch wenn sich einzelne Käufe nicht finanziell auszahlen, bleibt der kulturelle und persönliche Wert erhalten. Eine Sammlung entsteht so weniger aus strategischen Überlegungen, sondern aus kontinuierlicher Auseinandersetzung mit den Objekten, auch wenn sie teilweise als alternative Geldanlage betrachtet wird.
Sachwerte gewinnen auch in Deutschland an Bedeutung
Auch in Deutschland wächst das Interesse an Sachwerten mit Geschichte. Vor dem Hintergrund unsicherer Märkte und einer zunehmenden Digitalisierung suchen viele Anleger nach stabilen und greifbaren Alternativen, die als alternative Geldanlage dienen können.
Auktionshäuser könnten dabei eine wichtige Rolle spielen, indem sie den Zugang erleichtern und neue Käufer ansprechen. Für Einsteiger eröffnet sich so die Möglichkeit, schrittweise eine eigene Sammlung aufzubauen, die über finanzielle Aspekte hinausgeht und gleichzeitig als alternative Geldanlage an Bedeutung gewinnt.
