Unternehmen

Galeria: Warenhauskette sichert sich neuen Kredit

Gestundete Mietzahlungen, drohende Filialschließungen: Galeria kämpft mit finanziellen Schwierigkeiten. Ein neuer Kredit soll die Lage stabilisieren. Warum trotzdem weitere Filialschließungen möglich sind.
23.04.2026 07:23
Lesezeit: 2 min
Galeria: Warenhauskette sichert sich neuen Kredit
Mehrere Vermieter von Galeria beklagten kürzlich, dass die Mietzahlungen für April ausgeblieben seien. (Foto: dpa) Foto: Rolf Vennenbernd

Galeria sichert sich neuen Kredit

Frisches Geld für Galeria: Die Warenhauskette erhält einen neuen Kredit von ihrem Minderheitsgesellschafter Bain Capital, wie das Unternehmen der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Die Zwischenfinanzierung soll dabei helfen, die angespannte finanzielle Situation zu überbrücken. Zuvor hatte das «Handelsblatt» berichtet.

Galeria erhält nach eigenen Angaben 10 Millionen Euro. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Investor Bain Capital einen Kredit gewährt. «Die Liquiditätslage zeigt harte Schwankungen», sagte Geschäftsführer Tilo Hellenbock. Er zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass sich die Lage wieder stabilisieren werde.

Mehrere Vermieter von Galeria beklagten kürzlich, dass die Mietzahlungen für April ausgeblieben seien. Betroffen ist unter anderem die Filiale am Berliner Alexanderplatz, deren Immobilie Commerz Real gehört. Berichten zufolge soll Galeria zudem gebeten haben, die Mieten zu stunden. Das war auf Nachfrage zunächst nicht kommentiert worden.

Das Warenhausunternehmen räumte nun aber ein, die Vermieter aller 83 Filialen um eine Stundung gebeten zu haben. Die Mietzahlungen, die eigentlich im März und April fällig gewesen wären, sollten in den Herbst verschoben werden. Dies sei jedoch nicht von allen Vermietern akzeptiert worden.

Laut Galeria wurden die Mietzahlungen in den Verhandlungen in einigen Fällen zunächst gestoppt, sollen nun aber nachgeholt werden. Einige Vermieter, die eine Stundung akzeptiert haben, erhalten die Miete demnach im Herbst, zuzüglich Zinsen.

Weitere Filialschließungen möglich

Rund um Galeria gab es in den vergangenen Monaten bereits mehrfach Unruhe. Im Januar wurde Finanzchef Christian Sailer abberufen. Eine Begründung wurde nicht genannt. Im März gab das Unternehmen bekannt, die mittelfristig auslaufenden Mietverträge von acht Standorten neu zu verhandeln.

Galeria räumte dabei ein, dass weitere Filialschließungen möglich sind. «Sollte es nicht gelingen, eine für beide Seiten tragfähige Lösung zu erreichen, die allen Parteien eine langfristige Zukunft eröffnet, besteht auch die Möglichkeit von Schließungen», teilte das Unternehmen mit.

Für diesen Fall sollten vorsorglich schon Verhandlungen über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan für die betroffenen Filialen aufgenommen werden. Betroffen sind die Warenhäuser in München (Rotkreuzplatz), Berlin (Kurfürstendamm, Hermannplatz), Köln (Hohe Straße, Breite Straße), Mannheim, Braunschweig und Aschaffenburg.

Galeria betreibt derzeit 83 Filialen und beschäftigt rund 12.000 Menschen. Anfang 2024 hatte die Kette erneut Insolvenz anmelden müssen. Daraufhin wurden neun Häuser geschlossen. Anschließend wurde Galeria von der US-Investmentgesellschaft NRDC und dem Unternehmer Bernd Beetz übernommen. Beide verfügen zusammen über mehr als 90 Prozent der Anteile, sechs Prozent entfallen laut «Handelsblatt» auf Bain Capital.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Der Europäische Online-Glücksspielmarkt: Wachstum, Regulierung Und Konsolidierung 2026

Wenige Branchen wachsen in Europa derzeit so beständig wie das Online-Glücksspiel, und noch weniger tun das bei einem derart...

 

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Unser neues Magazin ist da: Die neuen Geldmacher – wie Fintechs klassische Banken herausfordern
14.08.2026

Kaum ein Bereich entwickelt sich derzeit so rasant wie das Finanzwesen. Zwischen Innovation, Regulierung und wachsendem Wettbewerb...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Neues Büro für OpenAI: Warum der ChatGPT-Konzern beim KI-Ausbau auf Berlin setzt
14.08.2026

Deutschland zählt für OpenAI zu den bedeutendsten Wachstumsmärkten. Nun plant der ChatGPT-Entwickler den nächsten Expansionsschritt und...

DWN
Panorama
Panorama Vier Buchempfehlungen für die Liege: Was Entscheider diesen Sommer unbedingt lesen sollten
14.08.2026

Das Tablet ist geladen, der Sonnenschirm steht, die E-Mails dürfen warten. Wir haben vier Wirtschaftsbuch-Empfehlungen für Sie, die den...

DWN
Politik
Politik Wirtschaft: Russlands Kriegswirtschaft bringt den zivilen Sektor an seine Grenzen
14.08.2026

Russland steckt immer mehr Geld, Arbeitskräfte und Kredite in den Krieg, während der zivile Teil der Wirtschaft zurückfällt. Hohe...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutschland: Insolvenzen bei Firmen sinken erstmals seit Februar
14.08.2026

Deutschlands Pleitewelle zeigt erstmals seit Monaten ein kleines Zeichen der Entspannung. Doch hinter dem Rückgang im Mai verbirgt sich...

DWN
Finanzen
Finanzen Talanx-Aktie: Versicherer hebt nach Rekordgewinn im ersten Halbjahr Gewinnprognose an
14.08.2026

Nach dem ersten Halbjahr setzt Talanx die Messlatte höher: Der Gewinn erreicht einen Rekord, auch weil die Belastung durch Großschäden...

DWN
Politik
Politik AfD vor Wahlsieg in Sachsen-Anhalt? So bereitet sich der Bundesrat darauf vor
14.08.2026

Die AfD führt die Umfragen in Sachsen-Anhalt deutlich vor der CDU an. Sollte sie erstmals einen Ministerpräsidenten stellen, würde das...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Stellenabbau: Autoindustrie streicht so viele Jobs wie nie
14.08.2026

Deutschlands Autoindustrie galt lange als verlässlicher Beschäftigungsmotor. Doch inzwischen geraten Hersteller und Zulieferer immer...