Panorama

Welttag der Erde: Extremhitze bedroht Landwirtschaft und Ökosysteme

Fische mit Herzversagen, Kartoffeln im Hitzestress: Ein Bericht zeigt, wie Extremwetter Landwirtschaft und Ökosysteme weltweit bedroht. Wie damit umzugehen ist, sagen Experten.
22.04.2026 10:04
Lesezeit: 2 min

Welttag der Erde : Extremhitze bedroht Landwirtschaft und Ökosysteme

Nutztiere und -pflanzen leiden stark unter den Folgen der immer häufiger auftretenden Extremhitze-Ereignisse. Ökosysteme, Landwirtschaft und Existenzgrundlagen von mehr als einer Milliarde Menschen seien in Gefahr, heißt es im Bericht, den die Weltwetterorganisation (WMO) und die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) zum Welttag der Erde an diesem Mittwoch veröffentlicht haben.

Der menschengemachte Klimawandel hinterlasse deutliche Spuren. «Die Häufigkeit, Intensität und Dauer extremer Hitzewellen haben im Laufe des letzten halben Jahrhunderts stark zugenommen», berichten die Organisationen. «Die Risiken für die Agrar- und Ernährungssysteme sowie die Ökosysteme dürften in Zukunft in die Höhe schnellen.»

Schweine, Hühner, Fische, Kartoffeln

Für die meisten Haustiere beginne der Hitzestress bereits ab 25 Grad, bei Hühnern und Schweinen noch früher, weil sie sich nicht durch Schwitzen kühlen könnten, heißt es in dem Bericht. Fische könnten Herzversagen erleben, wenn sie eine erhöhte Atemfrequenz aufrechterhalten müssen, weil bei extremen Hitzewellen in Gewässern der Gehalt an gelöstem Sauerstoff sinkt.

Bei den meisten wichtigen Anbaupflanzen kommt es bei Temperaturen über 30 Grad zu Ertragseinbußen, bei Kartoffeln, Gerste und einigen anderen sogar schon bei niedrigeren Temperaturen. Zudem zeigten Studien starke Zusammenhänge zwischen Hitzewellen und Bränden, die Wälder und Felder vernichten. Die Brandsaison dauere vielerorts heute länger als früher, und Brände seien intensiver als im langjährigen Durchschnitt.

Es drohen 250 Hitzetage in manchen Weltregionen

Für Landwirte werde zudem die Arbeit schwieriger. Die Zahl der Tage, an denen es zu heiß für Arbeit etwa auf Feldern ist, könne bis Ende des Jahrhunderts in manchen Weltregionen auf 250 pro Jahr wachsen, so der Bericht. Genannt werden Südasien, Afrika südlich der Sahara und Zentral- und Südamerika.

Hinzu kämen wachsende Gefahren durch Dürren, Wassermangel sowie der Ausbreitung von Schädlingen und Krankheiten. In dem Bericht werden Anpassungsstrategien vorgeschlagen, etwa die Pflanzsaison anzupassen und Schatten für Felder und Arbeiter zu schaffen. Anpassungen seien aber nur eine begrenzte Lösung: «Ohne ehrgeizige Klimaschutzmaßnahmen, die die Ursachen des Klimawandels bekämpfen, werden Häufigkeit und Ausmaß extremer Hitze die Bewältigungskapazitäten von Gemeinden und Ökosystemen immer öfter übersteigen.»

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