Wirtschaft

GfK-Konsumklimaindex im Sinkflug: Kauflaune unter Druck

Immer mehr Deutsche halten ihr Geld zusammen: Der GfK-Konsumklimaindex verschlechtert sich weiter und signalisiert sinkende Kauflaune. Inflation und Krisenängste drücken die Erwartungen. Droht der fragile Aufschwung der Wirtschaft nun endgültig ins Stocken zu geraten?
27.04.2026 12:46
Aktualisiert: 27.04.2026 12:46
Lesezeit: 2 min
GfK-Konsumklimaindex im Sinkflug: Kauflaune unter Druck
Schlechte Stimmung bei Verbrauchern: Der GfK-Konsumklimaindex fällt weiter. (Foto: dpa) Foto: Georg Wendt

Iran-Krieg belastet Kauflaune - GfK-Konsumklimaindex unter Druck durch Preisängste

Angesichts des Krieges im Iran und seiner Auswirkungen auch auf die finanziellen Spielräume der Haushalte verschlechtert sich die Kauflaune in Deutschland weiter deutlich. Der GfK-Konsumklimaindex ist laut der aktuellen Erhebung der Institute NIM und GfK erneut gesunken. Die Einkommenserwartungen sind stark zurückgegangen und markieren den niedrigsten Stand seit Februar 2023.

Nach der am Montag in Nürnberg publizierten Analyse fiel der GfK-Konsumklimaindex auf minus 33,3 Punkte, nach zuvor korrigierten minus 28,1 Punkten. Experten hatten zwar mit einer Eintrübung der Kauflaune gerechnet, gingen im Durchschnitt jedoch lediglich von minus 30,0 Punkten aus. Damit zeigt der GfK-Index eine deutlich schwächere Entwicklung als prognostiziert. Die Bereitschaft der Verbraucher, größere Anschaffungen zu tätigen, nahm zum dritten Mal hintereinander ab und fiel auf den niedrigsten Wert seit zwei Jahren. Gleichzeitig sanken die Konjunkturerwartungen auf ein Niveau wie vor Beginn des Ukraine-Krieges. Die Sparneigung verringerte sich hingegen leicht.

Inflationsangst lässt Einkommenserwartungen einbrechen

"Die Einkommenserwartungen sind eng mit der von den Verbrauchern erwarteten Inflation verknüpft", heißt es in der Analyse der Nürnberger Konsumforscher. "Die Einkommenserwartungen brechen infolge der gestiegenen Inflation regelrecht ein. Und vor diesem Hintergrund erachten die Menschen auch den Zeitpunkt für größere Anschaffungen derzeit als weniger günstig", sagte der Konsum-Experte Rolf Bürkl vom Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM).

Der GfK-Konsumklimaindex verdeutlicht zudem die wachsende Sorge der Konsumenten, dass der fragile Aufschwung der deutschen Wirtschaft deutlich gebremst werden könnte - insbesondere falls der Konflikt im Nahen Osten weiter andauert und politische Maßnahmen nicht greifen. "Das GfK-Verbrauchervertrauen folgt dem Abwärtstrend der wichtigsten Konjunkturumfragen", schrieb Volkswirt Claus Vistesen von Pantheon Economices. Der Anstieg der Energiepreise infolge des Krieges im Iran habe der wirtschaftlichen Stimmung in Deutschland erheblich zugesetzt und wirke sich direkt auf den Konsumklimaindex aus. Für die monatliche Studie zum GfK-Konsumklimaindex werden im Auftrag der EU-Kommission jeweils 2.000 Personen befragt. Für die April-Studie lag der Erhebungszeitraum zwischen dem 2. und 13. April.

Umfrage: 42 Prozent wollen Ausgaben reduzieren

Bei zahlreichen Verbraucherinnen und Verbrauchern wächst die Befürchtung, dass die Lebenshaltungskosten weiter steigen könnten. Das belegt eine Umfrage des Handelsforschungsinstituts IFH Köln. Zwei Drittel der Befragten geben an, dass ihnen die Preissteigerungen Sorgen bereiten. 54 Prozent befürchten, ihren Lebensstandard aufgrund steigender Kosten bald nicht mehr halten zu können. Entsprechend ausgeprägt bleibt die Sparneigung. 42 Prozent planen, ihre Ausgaben zu senken. Knapp ein Viertel hat dies laut eigenen Angaben bereits umgesetzt.

IFH-Experte Ralf Deckers sieht bereits klare Effekte beim Einkauf von Lebensmitteln. "Die anhaltenden Preissteigerungen prägen das Konsumverhalten weiterhin stark: Preisvergleiche, Angebotskäufe und der Verzicht auf teure Marken dominieren." Das Institut hat im März online rund 500 Menschen ab 18 Jahren repräsentativ befragt.

GfK-Konsumklimaindex signalisiert wachsende Unsicherheit

Der GfK-Konsumklimaindex verdeutlicht die zunehmende Verunsicherung der Verbraucher in Deutschland. Sinkende Einkommenserwartungen, eine schwache Kauflaune und anhaltende Inflationsängste belasten das Konsumklimaindex-Niveau deutlich. Gleichzeitig zeigt der GfK-Index, dass auch die Konjunkturerwartungen wieder nachgeben. Zwar geht die Sparneigung leicht zurück, doch reicht dies nicht aus, um den negativen Trend auszugleichen. Die Entwicklung deutet darauf hin, dass sich die wirtschaftliche Erholung schwieriger gestalten könnte als erhofft. Sollte sich die geopolitische Lage weiter verschärfen, dürfte der Druck auf den Konsumklimaindex und die gesamte Wirtschaft weiter zunehmen.

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