Empire State Building: Das "berühmteste Gebäude der Welt" wird 95
Das einst höchste Gebäude der Welt ist das Empire State Building in New York zwar schon lange nicht mehr - doch es bleibt weltweit bekannt. Zum 95. Jubiläum neun spannende Fakten über den ikonischen Wolkenkratzer.
Auf der To-do-Liste vieler Besucher von New York steht eine Attraktion ganz oben: das Empire State Building. Am Freitag (1. Mai) begeht der international bekannte Wolkenkratzer, den jährlich mehr als 2,5 Millionen Menschen besichtigen, seinen 95. Jahrestag der Eröffnung. Hier sind neun interessante Fakten dazu:
1. Zum Jubiläum gibt es Eis, Schokolade - und Feiern
Das Empire State Building zelebriert sich selbst - und lädt andere zum Mitfeiern ein. Erstmals sind nun auch Kindergeburtstage in dem bekannten Gebäude möglich. Die Preise dafür bewegen sich allerdings im vierstelligen Bereich. Deutlich erschwinglicher ist ein speziell für das Jubiläum kreierter Eisbecher mit einem King Kong aus Schokolade, der nur für kurze Zeit im Wolkenkratzer erhältlich ist.
2. Durch King Kong wurde das Gebäude zum Filmstar
King Kong bleibt wohl für immer eng mit dem Empire State Building verbunden. In dem Film "King Kong und die weiße Frau" aus dem Jahr 1933 erklomm der Riesenaffe das Gebäude - und machte es schon kurz nach der Eröffnung zum Star in Hollywood.
3. Errichtet in Rekordtempo
Dank zahlreicher vorgefertigter Bauteile und einer präzise organisierten Koordination von 3.500 Bauarbeitern entstand der schlichte Art-déco-Turm in beeindruckender Geschwindigkeit. Nachdem das alte Waldorf-Astoria-Hotel an der Ecke Fifth Avenue, 33. Straße abgerissen worden war, wuchs das Gebäude in weniger als 14 Monaten empor, im Schnitt mehr als vier Stockwerke pro Woche.
4. Eröffnung per Knopfdruck
Kurz vor einer Kabinettssitzung betätigte der damalige US-Präsident Herbert Hoover am 1. Mai 1931 um 11.30 Uhr im Weißen Haus einen Knopf - und aktivierte damit die Beleuchtung am rund 300 Kilometer entfernten Empire State Building. Damit wurde der damals höchste Wolkenkratzer der Welt offiziell eröffnet.
Mehrere hundert geladene Gäste kamen zur Eröffnungsfeier, tausende Neugierige musste die Polizei zurückhalten, wie die "New York Times" damals berichtete. Die Einweihung der 102 Stockwerke fiel zwar mitten in die Weltwirtschaftskrise, dennoch entwickelte sich das Gebäude rasch zu einer Touristenattraktion.
5. Nicht mehr das höchste Gebäude weltweit
Mit Antenne - in die etwa 25 Mal jährlich der Blitz einschlägt - misst das Empire State Building heute rund 443 Meter. Bei seiner Fertigstellung war es das höchste Gebäude der Welt - diesen Titel verlor es jedoch 1972 an das frühere World Trade Center.
Heute überragen allein in New York etwa ein halbes Dutzend Gebäude den Turm - und das aktuell höchste Bauwerk der Welt, der Burj Khalifa in Dubai, ist mit rund 828 Metern sogar fast doppelt so hoch. Dennoch zählt das Empire State Building weiterhin zu den bekanntesten und beliebtesten Wolkenkratzern New Yorks. Die Betreiber bezeichnen es sogar als das "berühmteste Gebäude der Welt" - und angeblich auch als das meistfotografierte.
6. Mit dem Aufzug oder zu Fuß nach oben
Mit einem der 73 Aufzüge gelangt man bequem in weniger als einer Minute zu einer der beiden Aussichtsplattformen des Empire State Buildings - oder in jedes andere Stockwerk. Alternativ kann man die Treppe nutzen: 1.860 Stufen führen bis in den 102. Stock. Einmal jährlich treten Sportler gegeneinander an und laufen diese Stufen hinauf - der Rekord liegt bei unter zehn Minuten.
7. Zahlen, Fakten, Details
Das Empire State Building verfügt über eine Grundfläche von mehr als 7.300 Quadratmetern, 6.514 Fenster und ein Volumen von ungefähr 370 für die Olympischen Spiele geeigneten Schwimmbecken. Mit all diesen Eigenschaften besitzt das Gebäude sogar eine eigene Postleitzahl: 10118.
8. Die Spitze erstrahlt bunt
Zum Jubiläum setzt das Empire State Building auf besondere Beleuchtung und lässt die Lichter an der Spitze in "mehrfarbigem Glanz" erscheinen. Seit etwa 50 Jahren wird das Gebäude jeden Abend beleuchtet - in Weiß oder in unterschiedlichsten Farben zu verschiedenen Anlässen. Während der Corona-Pandemie ließen die Betreiber die Beleuchtung zeitweise wie einen pulsierenden Herzschlag rot aufleuchten - als Signal, dass die Stadt weiterhin lebt. Darüber hinaus werden unter anderem Feiertage, Sportteams, Persönlichkeiten oder Filmpremieren gewürdigt.
9. Neue Konkurrenz entsteht
Bei klarem Wetter lassen sich von den Aussichtsplattformen des Empire State Buildings sechs US-Bundesstaaten erkennen: New York, New Jersey, Pennsylvania, Connecticut, Massachusetts und Delaware. Vor kurzem wurden die Plattformen sowie die umliegenden Ausstellungsbereiche für 165 Millionen US-Dollar umfassend modernisiert und renoviert. Von einem "Muss-Anlaufziel" sprach danach die "New York Times" - "sogar für abgestumpfte Eingeborene".
Empire State Building: Eine Ikone mit Zukunft
Dennoch gilt: Die Konkurrenz nimmt zu. Auch im Rockefeller Center und im World Trade Center gibt es spektakuläre Besucherplattformen. In den vergangenen Jahren kamen neue Attraktionen im Viertel Hudson Yards und auf dem One Vanderbilt direkt neben dem Bahnhof Grand Central hinzu. Ganz neu ist zudem One Times Square, eine Aussichtsplattform 19 Stockwerke über dem berühmten Times Square, auf der Besucher auch dem fast ebenso bekannten Ball, der an Silvester an einer Stange herabgelassen wird, ganz nahe kommen können.
Auch nach 95 Jahren bleibt das Empire State Building ein Symbol für Fortschritt, Architektur und die Geschichte New Yorks. Trotz wachsender Konkurrenz durch moderne Wolkenkratzer behauptet sich das Gebäude weiterhin als Touristenmagnet und kulturelles Wahrzeichen. Seine einzigartige Mischung aus Historie, Filmkultur und beeindruckender Bauleistung macht es unverwechselbar. Gleichzeitig zeigt die kontinuierliche Modernisierung, dass Tradition und Innovation kein Widerspruch sein müssen. Das Empire State Building steht damit nicht nur für die Vergangenheit, sondern auch für die Zukunft urbaner Architektur – und wird wohl noch lange ein zentraler Anziehungspunkt für Besucher aus aller Welt bleiben.
