Finanzen

BMW-Aktie trotzt Gewinneinbruch: Sollten Anleger jetzt die BMW-Aktie kaufen?

Rückläufige Umsätze, ein Gewinneinbruch und Probleme in China: Die BMW-Zahlen liefern eigentlich wenig Grund zur Euphorie. Dennoch zieht die BMW-Aktie kräftig an. Anleger setzen auf die Widerstandskraft des Konzerns. Aber wie lange kann sich der DAX-Wert den Belastungen noch entziehen?
06.05.2026 10:01
Lesezeit: 2 min

BMW-Aktie legt trotz Gewinneinbruch zu: Was Anleger jetzt wissen müssen

Die BMW-Aktie steht nach den jüngsten Quartalszahlen des Münchener Autobauers erneut im Fokus der Anleger. Trotz rückläufiger Umsätze, sinkender Gewinne und Belastungen durch Zölle sowie das schwierige China-Geschäft reagierte der Markt überraschend positiv. Der BMW-Aktienkurs legte deutlich zu, nachdem der DAX-Wert bei wichtigen Kennzahlen besser abschnitt als von Analysten erwartet.

BMW teilte mit, dass der Umsatz im ersten Quartal um gut 8 Prozent auf 31 Milliarden Euro zurückging. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sackte um gut 36 Prozent auf 2 Milliarden Euro ab. Unter dem Strich fiel der Überschuss um fast ein Viertel auf 1,67 Milliarden Euro. Besonders aufmerksam verfolgten Anleger die Entwicklung der Profitabilität im Kerngeschäft mit Premiumautos. Die operative Rendite sank zwar von 6,9 Prozent auf 5,0 Prozent, lag damit jedoch über den Marktschätzungen. Analysten hatten lediglich mit einer Marge von 4,3 Prozent beziehungsweise 4,7 Prozent gerechnet.

BMW-Zahlen besser als befürchtet, BMW-Aktie haussiert

Die aktuellen BMW-Zahlen zeigen, dass der DAX-Wert trotz erheblicher Belastungen robuster arbeitet als viele Marktteilnehmer erwartet hatten. BMW verwies insbesondere auf erhöhte Zölle sowie eine Risikovorsorge für Entschädigungen von Autofinanzierungskunden in Großbritannien als Belastungsfaktoren. Das Vorsteuerergebnis lag im ersten Quartal 2026 bei 2,3 Milliarden Euro und damit leicht über dem Analystenkonsens von 2,2 Milliarden Euro. Dennoch bedeutete dies einen Rückgang um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Die BMW-Aktie profitierte davon, dass die operative Entwicklung weniger schwach ausfiel als befürchtet. Via XETRA sprang die BMW-Aktie zeitweise um annähernd 5 Prozent auf 81,88 Euro nach oben. Damit konnte sich der BMW-Aktienkurs deutlich von den Tiefständen der vergangenen Monate lösen.

Zölle und China bleiben Belastungsfaktoren

Für den DAX-Wert bleiben die Herausforderungen allerdings erheblich. Besonders das schwache Geschäft in China belastet die Entwicklung der BMW-Aktie. Die Verkäufe in China gingen 2025 um 12,5 Prozent zurück. Insgesamt fielen die globalen Fahrzeugauslieferungen im ersten Quartal um 3,5 Prozent auf 565.748 Einheiten. Die Marke BMW setzte weltweit 496.050 Fahrzeuge ab, was einem Rückgang von 4,6 Prozent entspricht. In den USA sank die Nachfrage nach BMW- und MINI-Fahrzeugen um 4,3 Prozent auf 90.492 Fahrzeuge.

Hinzu kommen die Auswirkungen der US-Einfuhrzölle sowie der EU-Maßnahmen gegen in China produzierte Elektroautos. BMW hatte bereits gewarnt, dass allein die Zölle die EBIT-Marge im Automobilgeschäft 2026 um 1,25 Prozentpunkte belasten könnten. Dennoch sieht sich der Konzern strategisch gut aufgestellt. CEO Oliver Zipse betonte: "Wir haben in den letzten Jahren den richtigen Kurs eingeschlagen und müssen unsere strategische Ausrichtung nicht ändern."

Weiter sagte Zipse: "Auf diese Weise können wir das Unternehmen auf langfristigen Erfolgskurs halten."

BMW-Aktie: Bewertung und Dividende im Blick

Trotz der Belastungen bleibt die BMW-Aktie für viele Analysten attraktiv bewertet. Der BMW-Aktienkurs bewegte sich zuletzt deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 97,92 Euro. Die Spanne der vergangenen zwölf Monate reicht von 70,94 Euro bis 97,92 Euro. Auf Basis der vergangenen Gewinne wird die BMW-Aktie derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von ungefähr 6,4 bewertet. Zusätzlich sorgt die erwartete Dividende von 4,40 Euro je Aktie für Aufmerksamkeit. Daraus ergibt sich beim aktuellen BMW-Aktienkurs eine Dividendenrendite von etwa 5,7 Prozent.

Auch das laufende Aktienrückkaufprogramm 2025–2027 unterstützt den DAX-Wert. Ende April hatte BMW bereits 54.000 Aktien zurückgekauft.

Die Analystenschätzungen für die BMW-Aktie bleiben überwiegend positiv. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 91,59 Euro. JP Morgan stuft die BMW-Aktie weiter mit "Übergewichten" ein und nennt ein Kursziel von 100 Euro. Bernstein bestätigte ebenfalls eine Kaufempfehlung. RBC Capital Markets bleibt dagegen vorsichtiger und verweist auf Risiken durch Rohstoffkosten und Währungseffekte.

BMW-Aktie bleibt ein Spiel zwischen Chance und Risiko

Die aktuellen BMW-Zahlen zeigen ein gemischtes Bild für die BMW-Aktie. Zwar leidet der DAX-Wert weiterhin unter schwacher Nachfrage in China, steigenden Zollkosten und sinkenden Gewinnen. Gleichzeitig beweist BMW jedoch eine größere Widerstandskraft als viele Analysten erwartet hatten. Vor allem die besser ausgefallene operative Marge sorgte für Erleichterung am Markt und trieb den BMW-Aktienkurs nach oben. Hinzu kommen die vergleichsweise niedrige Bewertung, die attraktive Dividendenrendite und das laufende Aktienrückkaufprogramm. Dennoch bleibt die Lage anspruchsvoll. Ob die BMW-Aktie ihre jüngste Erholung fortsetzen kann, dürfte vor allem von China, den Zöllen und der globalen Konjunktur abhängen.

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Markus Gentner

Markus Gentner ist seit 1. Januar 2024 Chefredakteur bei den Deutschen Wirtschaftsnachrichten. Zuvor war er zwölf Jahre lang für Deutschlands größtes Börsenportal finanzen.net tätig, unter anderem als Redaktionsleiter des Ratgeber-Bereichs sowie als Online-Redakteur in der News-Redaktion. Er arbeitete außerdem für das Deutsche Anlegerfernsehen (DAF), für die Tageszeitung Rheinpfalz und für die Burda-Tochter Stegenwaller, bei der er auch volontierte. Markus Gentner ist studierter Journalist und besitzt einen Master-Abschluss in Germanistik.

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