Außenhandelsbilanz im Aufwind
Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeichnen ein robustes Bild der deutschen Handelsbeziehungen. Mit einem Gesamtwert von 135,8 Milliarden Euro bei den Ausfuhren konnte nicht nur das Februar-Niveau übertroffen, sondern auch ein Vorjahresplus von 1,9 % erzielt werden. Trotz der positiven Exporttendenz schrumpfte der Handelsüberschuss jedoch auf 14,3 Milliarden Euro, da die Importe mit einem kräftigen Zuwachs von 5,1 % im Monatsvergleich deutlich stärker zulegten. Diese Dynamik deutet auf eine belebte Binnennachfrage hin, auch wenn der kalender- und saisonbereinigte Saldo im Vergleich zum Vormonat (19,6 Mrd. Euro) sank.
USA stark rückläufig
Wichtigster Auslandsmarkt blieben die USA. Exporte im Wert von 11,2 Milliarden Euro bedeuteten einen Rückgang um 7,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Gegenüber März 2025 fehlten sogar 21,4 Prozent. Auch die China-Exporte gingen um 1,8 Prozent zurück. Die deutschen Exporteure fanden ihre Kunden eher innerhalb der EU (+3,4 Prozent seit Februar) und in Großbritannien (+3,2 Prozent).
Zuletzt hatte der Iran-Krieg für Unsicherheit in der deutschen Wirtschaft gesorgt und die Hoffnungen auf einen spürbaren Aufschwung zunichtegemacht. Die gestiegenen Ölpreise wegen der Kämpfe im Nahen Osten verteuern den Transport von Waren - das trifft die Exportnation Deutschland besonders.
Prognosen gekappt
Die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr auf 0,5 Prozentpunkte halbiert. Mit den jüngsten Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump wächst zudem die Gefahr, dass der im Sommer 2025 zunächst beigelegte Handelskonflikt zwischen der EU und den USA wieder aufflammt.
Noch im Februar waren die deutschen Exporte nach einem schwachen Jahresbeginn deutlich gestiegen. 2025 hatten die Exporteure dank eines starken Dezembers erstmals seit zwei Jahren wieder zugelegt - trotz des Zollstreits mit Trump. Für 2026 rechnet die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) wegen des Iran-Kriegs nur noch mit einer Stagnation der deutschen Exporte statt einem Plus von 1,0 Prozent, wie zuvor erwartet.

