Evonik Aktie profitiert von Preissteigerungen und Vorratskäufen
Infolge der faktischen Sperrung der Straße von Hormus sind die Preise für Rohöl und Gas deutlich gestiegen, was Evonik weltweit Preiserhöhungen ermöglichte. Seit März verzeichnet das Unternehmen zudem eine anziehende Nachfrage bei Hochleistungskunststoffen und Additiven, die vermutlich auf strategische Vorratskäufe der Kunden zurückzuführen ist. Besonders positiv entwickelten sich die Verkaufspreise für das Tierfutter-Eiweiß Methionin, da Versorgungsengpässe bei Schwefel in Asien die Marktposition von Evonik stärkten. Für das zweite Quartal rechnet der Konzern daher mit einer Erholung des bereinigten EBITDA auf mindestens 550 Millionen Euro, mahnt jedoch vor Euphorie, da steigende Inflationsraten die Investitionsbereitschaft in der zweiten Jahreshälfte dämpfen könnten.
Analysten bewerten Prognose der Evonik Aktie als angemessen vorsichtig
Trotz der aktuellen Dynamik hält Evonik-Chef Christian Kullmann an seinem Ziel für ein operatives Jahresergebnis zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro fest. Analysten wie Georgina Fraser von Goldman Sachs bewerten diese Vorsicht als angemessenen Puffer für potenzielle Kostensteigerungen bei Energie und Rohstoffen. Im ersten Quartal sank der Umsatz zwar um 9 Prozent auf 3,43 Milliarden Euro, doch der operative Gewinn von 475 Millionen Euro lag über den Markterwartungen. An der Börse legte die Evonik Aktie auf Tradegate leicht um 0,9 Prozent auf 17,20 Euro zu, womit das Papier nach einer kurzen Korrekturphase wieder an die vorangegangene Kurserholung anknüpft.

