Carl Zeiss Meditec-Stellenabbau: Bis zu 1.000 Jobs fallen weg – Konzern reagiert auf Krise im China-Geschäft
Der Medizintechnikkonzern Carl Zeiss Meditec verschärft seinen Sparkurs. Der angekündigte Carl Zeiss Meditec-Stellenabbau könnte in den kommenden drei Jahren weltweit bis zu 1000 Arbeitsplätze betreffen. Damit reagiert das SDAX-Unternehmen auf rückläufige Umsätze, schwächere Gewinne und Probleme im wichtigen China-Geschäft. Besonders die Bereiche Augenheilkunde und Mikrochirurgie entwickelten sich zuletzt deutlich schwächer als erwartet.
Mit dem Carl Zeiss Meditec-Stellenabbau will der Konzern seine Kostenstruktur verbessern und das Ergebnis bis zum Geschäftsjahr 2028/29 um jährlich mehr als 200 Millionen Euro steigern. Ende September 2025 beschäftigte das Unternehmen knapp 5800 Menschen weltweit. Der geplante Umbau soll in den nächsten drei Jahren zugleich bis zu 150 Millionen Euro kosten.
Umsatz und Gewinn brechen ein
Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres gingen die Erlöse deutlich zurück. Konzernweit sank der Umsatz um 5,7 Prozent auf 991 Millionen Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebita) fiel auf 60,5 (112,6) Millionen Euro. Beide Geschäftsbereiche – Augenheilkunde und Operationsmikroskope – lagen unter dem Vorjahresniveau. Der Carl Zeiss Meditec-Stellenabbau ist Teil eines umfassenden Maßnahmenpakets. Geplant ist unter anderem, Teile des Geschäfts in kostengünstigere Länder zu verlagern. Außerdem sollen Lieferketten optimiert und weniger profitable Produkte aus dem Portfolio gestrichen werden. Die Produktion in China soll gleichzeitig ausgebaut werden.
Finanzvorstand Justus Wehmer erklärte: „Mit einem umfassenden Maßnahmenpaket handeln wir jetzt, um die Kostenstruktur zu verbessern, die Ertragskraft zu stärken und Spielraum für Investitionen in Wachstum und Innovation zu schaffen.“ Auch Vorstandschef Andreas Pecher verteidigte den Carl Zeiss Meditec-Jobabbau. „Diese Entscheidungen sind schmerzhaft, jedoch unumgänglich, um uns auch in Zukunft wettbewerbsfähig und langfristig erfolgreich aufzustellen“, sagte der seit Januar amtierende Interims-Vorstandschef, der zugleich den Mutterkonzern Zeiss leitet.
Prognose erneut gesenkt
Bereits im Februar hatte Carl Zeiss Meditec seine ursprüngliche Umsatz- und Gewinnprognose gekippt. Nun rechnet das Unternehmen für das Gesamtjahr nur noch mit einem Umsatz von 2,15 bis 2,2 Milliarden Euro. Das entspräche einem Rückgang von bis zu 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die bereinigte operative Umsatzrendite (Ebita-Marge) soll lediglich zwischen acht und zehn Prozent liegen. Hinzu kommen Sondereffekte von mindestens 50 Millionen Euro. Ursprünglich hatte das Unternehmen noch 2,3 Milliarden Euro Umsatz und eine Ebita-Marge von 12,5 Prozent angepeilt. Der Carl Zeiss Meditec-Stellenabbau soll dazu beitragen, den Konzern wieder auf Wachstumskurs zu bringen. Bis 2028/29 peilt das Unternehmen wieder ein Umsatzwachstum von mindestens rund fünf Prozent an. Gleichzeitig soll die bereinigte Ebita-Marge auf mindestens 14 Prozent steigen. Langfristig hält der Konzern sogar wieder 16 bis 20 Prozent Marge für möglich.
Carl Zeiss Meditec-Stellenabbau: Bedeutung für den Konzern und die Carl Zeiss Meditec-Aktie
Die Einschnitte betreffen die weltweite Organisation des Konzerns. Carl Zeiss Meditec ist zwar mehrheitlich im Besitz der Carl Zeiss AG, agiert aber als eigenständiger Technologiekonzern mit internationalen Standorten. Neben dem Hauptsitz in Jena verfügt das Unternehmen über Niederlassungen in Oberkochen, München und Berlin sowie Tochtergesellschaften unter anderem in Frankreich, Spanien, den USA und Japan.
Die Zeiss-Gruppe gehört weltweit zu den wichtigsten Technologiekonzernen im Bereich Optik und Photonik. Doch die aktuelle Krise hinterlässt auch dort deutliche Spuren. Bereits Ende 2025 hatte der Konzern die Beschäftigten auf schwierige Zeiten eingeschworen und einen möglichen Stellenabbau nicht ausgeschlossen. Mit dem nun konkret angekündigten Carl Zeiss Meditec-Stellenabbau verschärft sich der Druck auf den Konzern zusätzlich. Anleger richten den Blick deshalb zunehmend auf die Entwicklung der Carl Zeiss Meditec-Aktie. Besonders der schwache Geschäftsverlauf in China und die rückläufige Profitabilität belasten derzeit den Carl Zeiss Meditec-Aktienkurs.
Am Dienstag reagiert die Carl Zeiss Meditec-Aktie mit Zuschlägen auf die Hiobsbotschaft für die Angestellten. Am späten Vormittag klettert das Papier des Medizintechnikkonzerns im XETRA-Handel der Frankfurter Börse um mehr als 3,5 Prozent auf annähernd 26,50 Euro.
Konzern setzt auf Sparprogramm und Wachstum
Der Carl Zeiss Meditec-Stellenabbau ist damit Teil eines langfristigen Restrukturierungsprogramms. Neben Einsparungen setzt das Unternehmen auf eine stärkere Internationalisierung der Produktion und effizientere Lieferketten. Ziel bleibt es, die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und gleichzeitig wieder Raum für Investitionen in Wachstum und Innovation zu schaffen.
Ob der Sparkurs ausreicht, um die operative Schwäche der vergangenen Quartale zu überwinden, dürfte sich allerdings erst in den kommenden Jahren zeigen. Fest steht bereits jetzt: Der Carl Zeiss Meditec-Stellenabbau markiert einen der größten Umbauten in der jüngeren Unternehmensgeschichte.
Carl Zeiss Meditec-Stellenabbau: Mitten in einem tiefgreifenden Umbau
Der Carl Zeiss Meditec-Stellenabbau zeigt, wie stark selbst große Technologiekonzerne unter schwachen Märkten und sinkender Nachfrage leiden können. Besonders die Probleme im China-Geschäft sowie rückläufige Gewinne setzen das Unternehmen unter Druck. Mit Produktionsverlagerungen, optimierten Lieferketten und dem Abbau von bis zu 1000 Stellen will der Konzern seine Profitabilität nachhaltig verbessern. Gleichzeitig bleibt das Ziel, wieder auf Wachstumskurs zu kommen und die Margen langfristig zu steigern. Ob der Umbau gelingt, hängt jedoch davon ab, wie schnell sich die operative Entwicklung stabilisiert. Für Beschäftigte, Anleger und den Konzern selbst werden die kommenden Jahre damit entscheidend sein.

