Mäc-Geiz-Insolvenzantrag: 183 Filialen stehen auf dem Prüfstand
Die Mäc-Geiz-Insolvenz erschüttert den deutschen Non-Food-Handel. Die Mäc-Geiz Handelsgesellschaft mbH hat beim Amtsgericht Halle (Saale) einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Laut Welt.de betrifft das Verfahren auch die MTH Retail Services (Germany) GmbH. Zum vorläufigen Sachwalter wurde der Rechtsanwalt Lucas Flöther bestellt. Trotz der angespannten Lage soll der Geschäftsbetrieb in den gut 180 beziehungsweise 183 Filialen zunächst weiterlaufen. Die Mäc-Geiz-Insolvenz bringt jedoch erhebliche Unsicherheit für Beschäftigte, Lieferanten und Vermieter mit sich.
Von der Mäc-Geiz-Insolvenz sind rund 1.175 beziehungsweise knapp 1.200 Beschäftigte betroffen. Ihre Gehälter sind für drei Monate über das Insolvenzgeld abgesichert. Die Mitarbeiter wurden am Dienstagmorgen über das Verfahren informiert. Im Rahmen der Eigenverwaltung bleibt das Management zunächst im Amt. Geschäftsführer Rüdiger Grommes erhält Unterstützung durch Frank Tepaß, der als COO das operative Geschäft mitverantworten soll. Als Verfahrensbevollmächtigte wurde die Restrukturierungskanzlei Andres Partner eingesetzt.
Mäc-Geiz plant harte Sanierung
Die Mäc-Geiz-Insolvenz könnte auch Filialschließungen nach sich ziehen. Das Unternehmen kündigte an, sämtliche Standorte hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Situation und Profitabilität zu überprüfen. Gespräche mit Vermietern laufen bereits. Welche Märkte geschlossen werden könnten, steht bislang nicht fest. Besonders betroffen wäre Ostdeutschland, denn dort befindet sich der Großteil der Filialen. In Hamburg sind unter anderem die Standorte am Tibarg in Niendorf und am Marktplatz in Rothenburgsort betroffen.
Der Mäc-Geiz-Insolvenzantrag kommt nur wenige Monate nach der Übernahme durch die Kodi Beteiligungs GmbH. Erst im Februar hatte Kodi den angeschlagenen Discounter übernommen. Zuvor gehörte Mäc Geiz zur österreichischen MTH Retail Group, die inzwischen noch 20 Prozent an der gemeinsamen Dachgesellschaft hält. Beide Markennamen sollten ursprünglich bestehen bleiben. Doch der erhoffte Neustart verlief offenbar nicht wie geplant.
Ursachenforschung: Warum die Mäc-Geiz-Insolvenz eskalierte
Als Ursachen für die Mäc-Geiz-Insolvenz nennt das Unternehmen die anhaltende Konsumzurückhaltung der Verbraucher, steigende Lebenshaltungskosten und wirtschaftliche Unsicherheiten. Hinzu kamen offenbar Probleme bei der Warenkreditversicherung. Aus dem Umfeld des Unternehmens heißt es, dass die Warenkreditversicherung gekündigt wurde. Als bekannt wurde, dass die Absicherung durch Allianz Trade über die Markant-Gruppe zum 31. Mai endet, verschärften sich die Liquiditätsprobleme deutlich. Lieferanten verlangten daraufhin teilweise Vorauszahlungen, was das Geschäft mit ohnehin geringen Margen zusätzlich belastete.
Die Mäc-Geiz-Pleite zeigt damit exemplarisch die schwierige Lage vieler Handelsunternehmen. Zwar boomt das Discount-Segment grundsätzlich weiterhin, doch nicht alle Anbieter profitieren davon. Große Konkurrenten wie Action, Tedi und Woolworth bauen ihre Marktanteile seit Jahren aus und erweitern ihr Filialnetz massiv. Kleinere Anbieter geraten dagegen zunehmend unter Druck. Branchenkenner sehen deshalb in der Mäc-Geiz-Pleite keine überraschende Entwicklung.
Schwierige Lage im Discount-Handel: Mäc-Geiz-Pleite nur Spitze des Eisbergs
Auch Kodi kämpfte zuletzt mit erheblichen Problemen. Der Haushaltsdiscounter aus Oberhausen hatte Ende 2024 selbst Insolvenz beantragt und musste im Zuge der Sanierung 80 Filialen schließen. Umso brisanter ist nun der Zeitpunkt der Mäc-Geiz-Insolvenz. Die Hoffnung auf eine gemeinsame Neuaufstellung im Billig-Segment wurde nur kurze Zeit nach der Übernahme enttäuscht.
Der Mäc-Geiz-Insolvenzantrag markiert damit einen weiteren Rückschlag für den stationären Non-Food-Handel in Deutschland. Für die Kunden soll vorerst zwar alles wie gewohnt weiterlaufen. Hinter den Kulissen beginnt jedoch eine umfassende Sanierung mit ungewissem Ausgang. Die Mäc-Geiz-Insolvenz dürfte deshalb in den kommenden Monaten zu den wichtigsten Themen im deutschen Einzelhandel gehören.

