Umsatzbruzelt und globale Bremsklötze
Der Autozulieferer Eberspächer spürt massiv die weltweite Wirtschaftskrise. Wie das Familienunternehmen in Esslingen bei Stuttgart mitteilte, ging der Umsatz des Spezialisten für Abgastechnik, Klimaanlagen sowie Fahrzeugelektronik im Jahr 2025 um 6,6 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro zurück.
Verantwortlich dafür seien vor allem die anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheiten. Insbesondere die restriktive US-Zollpolitik und die zunehmenden geopolitischen Spannungen hätten die Weltkonjunktur spürbar gedämpft. „In Europa blieb das Wachstum schwach, während sich die globalen Automobilmärkte insgesamt nur auf Vorjahresniveau bewegten“, fasste das Management die schwierige Lage auf den globalen Märkten zusammen.
Werksschließungen und sinkende Gewinne
Als direkte Reaktion auf die maue Konjunktur und den Transformationsdruck in der Automobilbranche hat das Traditionsunternehmen in Deutschland drastische Kostensenkungen eingeleitet. Davon betroffen sind vor allem zwei Regionen: Im thüringischen Hermsdorf wurde die Produktion komplett aufgegeben, und auch im rheinland-pfälzischen Herxheim legte das Unternehmen die Fertigung still.
Diese harten Einschnitte hinterlassen deutliche Spuren in der Bilanz: Das um Sondereffekte und Einmalaufwendungen bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank von 114,1 Millionen Euro im Vorjahr auf 86,3 Millionen Euro im Jahr 2025. Die Sondereffekte resultierten dabei unter anderem aus notwendigen Abschreibungen im Zuge der Restrukturierung der beiden deutschen Standorte. Konkrete Angaben zum finalen Jahresüberschuss machte der Autozulieferer hingegen nicht.
Stellenabbau im Gesamtkonzern – Kernstandorte vorerst stabil
Der Sparkurs spiegelt sich auch in den Beschäftigtenzahlen wider. Ende 2025 beschäftigte das Familienunternehmen weltweit noch 10.374 Mitarbeitende – ein spürbarer Rückgang im Vergleich zum Vorjahr, als noch 10.680 Menschen für den Zulieferer tätig waren. Rund 3.300 Beschäftigte entfallen aktuell auf den deutschen Heimatmarkt.
Trotz der Werksschließungen gab das Unternehmen für die verbleibende Belegschaft vorerst Entwarnung: Aktuell sei kein weiterer Stellenabbau oder Kurzarbeit geplant, teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit. Aufatmen können damit auch die Beschäftigten an den beiden größten deutschen Standorten: Am Stammsitz in Esslingen sind weiterhin knapp 1.000 Personen an Bord. Ebenso viele arbeiten im saarländischen Neunkirchen, wo auch in Zukunft wichtige Abgasnachbehandlungssysteme und Komponenten für die Automobilindustrie vom Band laufen sollen.
