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Schuldspruch im Berufungsprozess: Air France und Airbus nach Absturz verurteilt

Wende im Fall des Absturzes von Flug AF 447 im Jahr 2009 mit 228 Todesopfern: Ein Pariser Berufungsgericht hat Air France und Airbus der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen. Das Gericht sieht die alleinige Verantwortung für die Katastrophe über dem Atlantik bei der Airline und dem Flugzeugbauer.
21.05.2026 14:48
Lesezeit: 1 min
Schuldspruch im Berufungsprozess: Air France und Airbus nach Absturz verurteilt
Ein Pariser Berufungsgericht verurteilte Air France und Airbus nach dem Absturz von Flug AF 447 mit 228 Todesopfern wegen fahrlässiger Tötung zu je 225.000 Euro Strafe (Foto: dpa). Foto: Mohssen Assanimoghaddam

Geldstrafen wegen fahrlässiger Tötung nach jahrelangem Rechtsstreit

Im Berufungsprozess um das Unglück auf dem Flug von Rio de Janeiro nach Paris hob das Gericht die Freisprüche aus erster Instanz auf. Sowohl die Fluggesellschaft Air France als auch der Hersteller Airbus wurden zu einer Geldstrafe von jeweils 225.000 Euro verurteilt. Die Richter machten in ihrem Urteil unmissverständlich deutlich, dass ausschließlich diese beiden Unternehmen die Verantwortung für den Absturz und den daraus resultierenden Schadenersatz tragen. Unter den 228 Opfern der Tragödie befanden sich damals auch 28 deutsche Staatsbürger.

Vereiste Sonden und unvorbereitete Piloten

Konkret wurde Airbus in dem Prozess vorgehalten, die Folgen eines Ausfalls der für die Geschwindigkeitsmessung zuständigen Sonden unterschätzt zu haben. Diese waren auf dem Flug vereist. Air France soll seine Piloten nicht ausreichend geschult und auf eine Extremsituation wie bei dem Unglücksflug vorbereitet haben, hatte es in der Anklage geheißen. Ein Expertengutachten hatte 2012 geurteilt, die Crew sei danach mit der eigentlich beherrschbaren Lage überfordert gewesen.

In erster Instanz waren Air France und Airbus vor zwei Jahren vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen worden. Das Gericht hatte damals geurteilt, dass sie zwar teils nachlässig oder unvorsichtig gehandelt hätten, doch ein eindeutiger Kausalzusammenhang zum Unglück sich nicht herstellen lasse. Im Urteil hieß es dennoch, Vorfälle mit den Sonden seien von Airbus nicht ausreichend nachverfolgt worden, zudem seien Informationen zurückgehalten worden. Air France hätte seine Piloten besser auf Probleme mit den Sonden hinweisen können, hieß es.

Langes juristische Tauziehen

Das Gericht stellte außerdem eine zivilrechtliche Verantwortung der Unternehmen fest. Air France und Airbus hatten die Verantwortung für den Todesflug von sich gewiesen. Die Staatsanwaltschaft war gegen die erstinstanzliche Entscheidung in Berufung gegangen. Im Berufungsverfahren forderte sie nun eine Verurteilung.

Die juristische Aufarbeitung zog sich nach dem Absturz über lange Jahre. Dass es 2022 überhaupt zu einem Prozess kam, war für die Hinterbliebenen ein Erfolg. Denn noch 2019 hatten Ermittlungsrichter ein Verfahren abgewiesen.

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