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Deutschlands größte Molkerei wird dänisch : Arla übernimmt Milram

Milram, Humana und Alete: Deutschlands größte Molkerei wird ins EU-Ausland abgegeben. Das Deutsche Milchkontor (DMK) aus Bremen fusioniert mit dem dreimal größeren dänisch-schwedischen Branchenriesen Arla Foods. Das Unternehmen trägt künftig den Namen Arla.
03.06.2026 08:44
Lesezeit: 2 min
Deutschlands größte Molkerei wird dänisch : Arla übernimmt Milram
Arla und DMK formen Europas Molkerei-Giganten: Zusammenschluss vereint 11.200 Landwirte und 28.800 Beschäftigte. (Foto: dpa) Foto: Thomas Frey

Arla und DMK formen Europas Molkerei-Giganten

11.200 Landwirte, 28.800 Jobs und ein Milchpool von 19,4 Milliarden Kilo – zwei der größten Molkereiunternehmen Europas schließen sich zusammen. Das Unternehmen trägt künftig den Namen Arla.

Die Molkereiunternehmen Arla Foods und Deutsches Milchkontor (DMK) haben ihre Fusion offiziell vollzogen. Die neue Genossenschaft firmiert unter dem Namen Arla und hat ihren Hauptsitz im dänischen Viby in Jütland, wie die Unternehmen mitteilten.

Zusammenschluss vereint 11.200 Landwirte und 28.800 Beschäftigte

Durch den Zusammenschluss entsteht nach Unternehmensangaben Europas führende Molkereigenossenschaft. Sie vereine rund 11.200 Landwirte und 28.800 Beschäftigte. Der gemeinsame Milchpool beträgt demnach etwa 19 Milliarden Kilogramm jährlich, der Pro-forma-Umsatz liegt bei mehr als 20 Milliarden Euro.

Die EU-Kommission hatte die Fusion Ende Mai ohne Auflagen genehmigt. Die Brüsseler Wettbewerbshüter sahen keine Bedenken, dass der Zusammenschluss den Wettbewerb verzerren könnte.

Unternehmen soll weiterhin genossenschaftlich organisiert sein

Die DMK Group hat bislang ihren Sitz im niedersächsischen Zeven und ihre Verwaltung in Bremen. Zu ihren Marken gehören unter anderem Milram, Alete, Humana und Oldenburger. Arla ist ein dänisch-schwedischer Molkereikonzern. Das fusionierte Unternehmen soll weiterhin genossenschaftlich organisiert sein. In den kommenden Monaten soll nach Unternehmensangaben die Integration vorangetrieben werden.

EU-Kommission genehmigt Fusion unter Molkereiriesen

Die Unternehmen seien zwar bei der Rohmilchbeschaffung vor allem in Norddeutschland Konkurrenten, schreiben die Wettbewerbshüter. Arla sei aber aufgrund ihrer genossenschaftlichen Struktur verpflichtet, die gesamte Milch ihrer angeschlossenen Landwirte abzunehmen und allen denselben Preis zu zahlen, unabhängig von ihrem Standort. Arla könne deshalb den Milchpreis in Gebieten mit hohen Marktanteilen gar nicht senken - und habe auch keinen Anreiz dafür, da Landwirte dann zu anderen Genossenschaften wechseln würden.

Bei der Belieferung von Einzelhändlern mit Milchprodukten - insbesondere Eigenmarkenprodukten - und der Lieferung von Zutaten auf Molkebasis - konkret Permeatpulver und Molkenproteinkonzentrat - seien die Unternehmen ebenfalls Wettbewerber. Nach Einschätzung der Kommission wird es hier aber weiter genug Wettbewerbsdruck durch andere Unternehmen geben, sodass keine Verzerrung zu befürchten sei. Es sei zudem üblich, dass Einzelhändler getrennt zu Eigenmarken- und Marken-Milchprodukten verhandelten, sodass das Risiko begrenzt sei, dass Einzelhändler stark dazu angehalten würde, mehrere Produkte zusammen zu kaufen, anstatt sie separat auszuwählen.

Konkurrenz vor allem in Norddeutschland

Arla und Deutsches Milchkontor (DMK) hatten den Zusammenschluss im Juni 2025 angekündigt. Zusammen kommen die beiden Genossenschaften auf knapp 19 Milliarden Euro Jahresumsatz und rund 28.700 Mitarbeiter.

Die meisten DMK-Standorte sind bisher in Niedersachsen, weitere Betriebe unter anderem in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Baden-Württemberg. Zu den DMK-Marken zählen neben Milram auch Humana, Oldenburger, Osterland und die Babynahrungsmarke Alete.

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