Technologie

Deutschland ist erstmals seit 2023 Netto-Exporteur von Strom

Lange galt Deutschland als Stromimporteur, jetzt kippt die Bilanz überraschend wieder ins Plus. Vor allem die Windkraft sorgt für einen Exportboom, während Kohle trotz Rückgangs ein zentraler Energieträger bleibt.
09.06.2026 10:34
Lesezeit: 1 min
Deutschland ist erstmals seit 2023 Netto-Exporteur von Strom
Deutschland exportiert erstmals seit Ende 2023 wieder mehr Strom als es importiert. Vor allem die Windkraft sorgt für den Überschuss. (Bild: ChatGPT)

Deutschland exportiert wieder mehr Strom

Deutschland liefert wieder mehr Strom ins Ausland, als es importiert. Erstmals seit Ende 2023 erzielt das Land wieder einen Überschuss. Vor allem die Windkraft gewinnt an Bedeutung, doch Kohle bleibt ein wichtiger Energieträger.

Deutschland ist erstmals seit Ende 2023 wieder Nettoexporteur von Strom. Im ersten Quartal gingen die Stromimporte um 15,5 Prozent zurück, während die Exporte ins Ausland um gut 20 Prozent zunahmen. Unterm Strich stand ein Überschuss von 3,1 Milliarden Kilowattstunden.

Stromproduktion: Erneuerbare bauen Vorsprung aus

Insgesamt wurden im ersten Quartal 126,6 Milliarden Kilowattstunden Strom in Deutschland erzeugt und ins Stromnetz eingespeist. Mehr als die Hälfte davon (53,3 Prozent) stammte aus erneuerbaren Energien wie Wind- und Solarkraft. Während die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen um fast 14 Prozent auf 67,5 Milliarden Kilowattstunden zulegte, verringerte sich die konventionelle Stromerzeugung gegenüber dem Vorjahresquartal um knapp zwei Prozent auf 59,1 Milliarden Kilowattstunden.

Windkraft: Deutlicher Anstieg im ersten Quartal

Der Zuwachs bei den erneuerbaren Energien im ersten Quartal geht vor allem auf die deutlich gestiegene Windkraft zurück. Gegenüber dem Vorjahresquartal erhöhte sich die Stromproduktion um fast 29 Prozent auf 42,8 Milliarden Kilowattstunden. Ihr Anteil am gesamten in Deutschland erzeugten und eingespeisten Strom wuchs damit auf ein Drittel. Dagegen sank die Stromerzeugung aus Photovoltaik im Vergleich zum Vorjahresquartal um 7,4 Prozent auf 10,3 Milliarden Kilowattstunden.

Kohle und Erdgas: Unterschiedliche Entwicklung

Bei den konventionellen Energieträgern ging die Stromerzeugung aus Kohle im ersten Quartal um gut fünf Prozent auf 30,5 Milliarden Kilowattstunden zurück. Dennoch blieb Kohlestrom mit einem Anteil von knapp einem Viertel (24,1 Prozent) an der inländischen Stromerzeugung der zweitwichtigste Energieträger. Die Stromproduktion aus Erdgas legte dagegen um 3,2 Prozent zu.

Größter Abnehmer von Strom aus Deutschland war nach früheren Angaben der Bundesnetzagentur im ersten Quartal Österreich. Die stärksten Zuwächse verzeichneten demnach die Exporte nach Dänemark und Norwegen. Deutlich weniger Strom floss hingegen nach Frankreich.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Zufall mit System: Die entscheidende Rolle von RNGs im Gaming

Viel mehr als Würfel-Glück: Erfahre, wie Zufallsgeneratoren von Slot-Klassikern bis hin zu KI-Welten für Fairness, Immersion und echten...

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen SpaceX & Co: Warum sie trotz Kurswachstum nicht jetzt einsteigen sollten
09.06.2026

Das Ende einer neunwöchigen Aufwärtsbewegung der Indizes und die schlechteste Woche für Bitcoin seit 2022.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Chefs, Stress und Traurigkeit: Wie unglücklich wir bei der Arbeit sind – und welche Lösungen es gibt
09.06.2026

Viele Beschäftigte sind der Meinung, jederzeit einen neuen Job finden zu können. Trotzdem wechseln nur wenige ihren Arbeitgeber, obwohl...

DWN
Politik
Politik Irland gerät wegen Russland-Exporten unter Druck
09.06.2026

Ein irisches Werk liefert offenbar Aluminiumoxid an einen russischen Konzern, dessen Produkte laut Recherchen in der Rüstungsindustrie...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Entlassungswelle: Kurz und schmerzhaft – wie Kündigungen in Deutschland ablaufen
09.06.2026

Kündigungen in Deutschland nehmen stark zu und viele Arbeitnehmer trifft eine Entlassung überraschend, schnell und oft ohne Abfindung....

DWN
Technologie
Technologie Deutschland ist erstmals seit 2023 Netto-Exporteur von Strom
09.06.2026

Lange galt Deutschland als Stromimporteur, jetzt kippt die Bilanz überraschend wieder ins Plus. Vor allem die Windkraft sorgt für einen...

DWN
Finanzen
Finanzen Fußball-Weltmeisterschaft: Fünf Aktien, die von der Fußball-Euphorie profitieren könnten
09.06.2026

Und was sagen die Analysten zu diesen Aktien? Was sollte man halten, was kaufen, was verkaufen?

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Immer weniger Bäckereien
09.06.2026

Mehr Bäckermeister wagen trotz eines schwierigen Umfelds den Schritt in die Selbstständigkeit. Eine Regel belastet die Handwerksbetriebe...

DWN
Finanzen
Finanzen Vistra-Aktie wird zur Stromwette auf den KI-Boom
09.06.2026

Künstliche Intelligenz frisst Strom, und plötzlich geraten Energieaktien ins Zentrum der Börsenfantasie. Die Vistra-Aktie verspricht...